Die ersten Berichte über die Bologna-Reform skizzieren ein grundsätzlich positives Bild über die Umsetzung und die erzielten Resultate. Die Schweiz steht im europäischen Vergleich hinsichtlich der Durchführung der Reformen gut da, wie das Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF) bilanziert. Die Analysen des Bundesamtes für Statistik (BfS, «Bologna-Barometer 2009. Auswirkungen der Bologna-Reform auf die Studierendenströme und auf die Mobilität an den Schweizer Hochschulen» und «Szenarien 2009–2018 für das Bildungssystem») bestätigen ebenfalls positive Auswirkungen, insbesondere auf die Abschlussquote auf der Stufe eines ersten universitären Diploms sowie auf die Übertrittsquote Bachelor – Master und auf die internationale Mobilität. Schliesslich weist die gemeinsame Studie der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS) und des Verbands der Schweizer Studierendenschaften (VSS) «Studieren nach Bologna – die Sicht der Studierenden. Resultate der nationalen Studierendenbefragung zu den Studienbedingungen an Schweizer Universitäten 2008» darauf hin, dass die Mehrheit der Studierenden mit den Studienbedingungen zufrieden sind, dass aber noch verschiedene Probleme (siehe Leitfragen) zu lösen sind.
Die Bologna-Reform gibt dennoch Anlass zu Debatten in der akademischen Welt. Zahlreiche Kritikpunkte werden von der Studierendenschaft ins Feld geführt, etwa zum Stipendiensystem, zur mangelhaften Anerkennung von Abschlüssen, zur Ökonomisierung der Studien, zu den Studiengebühren oder zum Verlust der akademischen Freiheit; aber auch die Dozierenden äusseren ihren Unmut. Das Bolognasystem kennt jedoch auch seine Befürworter, wie es der Presse in verschiedenen Berichten zu entnehmen ist. Die Veranstaltung der SAGW will diese kontroverse Debatte auf der Grundlage der ersten vorliegenden Studien aufnehmen und vertieft weiterführen.


