Recht, Finanzierung, Technik

Recht

Wenn sich Gesellschaften entschliessen, eine Zeitschrift frei zugänglich zu publizieren, müssen sie über die entsprechenden Rechte gegenüber den AutorInnen und den Verlagen verfügen. Auch AutorInnen, die ihre Beiträge zusätzlich als Open-Access-Text publizieren wollen, müssen sich juristisch absichern; ausserdem sollten sie die Nutzungsrechte ihrer Texte explizit angeben (bsp. mit Creative Commons). Was es hier zu beachten gibt und wie das Einverständnis der AutorInnen für eine Open-Access-Publikation eingeholt werden kann, ist den Rubriken «Vorgehen für AutorInnen/HerausgeberInnen» zu entnehmen.

Creative Commons

Creative Commons stellt Copyright-Lizenzen zur Verfügung. Die unterschiedlichen Lizenztypen werden erläutert, und Sie können die Lizenz, die für Ihren Fall geeignet ist, selber wählen. Sie erscheint anschliessend auf Ihrem Beitrag oder auf Ihrer Homepage. Mit modulartigen Lizenzen unter dem Motto «some rights reserved» – zwischen strengem Copyright (all rights reserved) und Public Domain (no rights reserved) – können Sie bestimmen, unter welchen rechtlichen Bedingungen Sie ihre Werke veröffentlichen und weiter verwendbar machen wollen. Beachten Sie, dass Ihre bei einem Verlag erschienene Arbeit in der Regel einem Verlagsvertrag unterworfen ist. Falls Sie eine Creative-Commons-Lizenz für die weitere Verwertung Ihrer Arbeit wählen, muss sie mit dem Verlagsvertrag kompatibel sein.

2006 gab das OAPEN-UK Team ein "Guide to Creative Commons for Humanities and Social Sciences Monograph Autors".

Technik

 Die Repositorien müssen, damit sie weltweit recherchierbar sind, die Metadaten zu den deponierten Artikeln gemäss dem so genannten «Open Archives Initiative Protocol» speichern. Die einzelnen Artikel selbst werden in der Regel im pdf-Format abgelegt.

Open Archives Initiative Protocol for Metadata Harvesting (OAI-PMH)

Das Open Archives Initiative Protocol for Metadata Harvesting (OAI-PMH) spezifiziert, wie Repositorien mit Suchmaschinen kommunizieren. Die von Ihnen verwendeten Repositorien sollten das OAI-PMH zwecks optimaler Suchbarkeit erfüllen; alle unter «Hinterlegung der Publikationen» erwähnten Server tun dies.

Digitalisierung

Die eigentliche Digitalisierung von gedruckten Publikationen kann mit verschiedenen Softwares erfolgen. Die entstandenen Files, üblicherweise im PDF-Format, werden dann mit den bibliographischen Angaben (Metadaten) in ein Open Access Repository eingegeben – somit erzeugen Sie Open Access auch zu gedruckten Veröffentlichungen.

Finanzierung

Die Akademie geht nicht davon aus, dass Open-Access-Publikationsformen kostengünstiger als traditionelle Veröffentlichungen sind. Hingegen sind die Kosten anders verteilt: Aufwendungen, die bisher für Druckkosten und Porti angefallen sind, können für redaktionelle Arbeiten (inkl. Layout) und Hinterlegungsgebühren für Repositorien verwendet werden. Aus der Sicht der Gesellschaften stellt sich die Frage, wie sich eine Open-Access-Publikation der Periodika auf die Mitgliederbeiträge auswirken kann. Die SAGW verfügt hier noch über zu wenige praktische Erfahrungen, um allgemein gültige Finanzierungsmodelle anzubieten. Sie ist jedoch gerne bereit, individuelle Lösungen zusammen mit den Fachgesellschaften zu suchen.

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