Die Not im Jemen und die Instrumen­talisierung humanitärer Hilfe

Die Huthi-Miliz kontrolliert gezielt die Arbeit humanitärer Organisa­tionen im Jemen – und verschärft damit die drama­tische Situation der Zivil­bevölkerung weiter.

Saddam Hamed Abu Asim August 21, 2026

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Hilfsgüter des WFP sind im Abu Bakr Flüchtlingscamp in Sana'a angekommen.© WFP, 2018.

Am 3. Mai 2026 wurde Wissam Qaid, der amtierende Geschäfts­führer des Sozial­fonds für Entwick­lung im Jemen (Social Fund for Development, SFD), wenige Stunden nach seiner Ent­führung vor seinem Wohn­haus in Aden tot aufge­funden.

Der Vor­fall löste breite Reaktionen aus. Die Vereinten Nationen, internationale Organisationen und mehrere westliche Botschaften ver­ur­teilten die Tat. Die inter­national aner­kannte jemeni­tische Regierung, die der­zeit von der süd­lichen Hafen­stadt Aden aus amtiert, leitete Ermitt­lungen ein. Ende Juni erklärten die Sicher­heits­behörden in Aden, die Ermitt­lungen hätten eine Beteili­gung der Huthi-Miliz an der Tat bestätigt.

Der Fall wirft ein Schlag­licht auf die schwierigen Bedin­gungen, unter denen huma­ni­täre und entwicklungs­politische Akteure im Jemen arbeiten: zivile Insti­tu­tionen geraten zu­nehmend unter Druck und werden in Konflikte um Ressourcen hinein­gezogen. Und er ist sympto­matisch für ein grösseres Phänomen: Die huma­ni­täre Krise im Jemen ist nicht einfach eine Folge des Krieges, sondern auch ein Resul­tat davon, dass die huma­ni­täre Arbeit politisch instru­men­talisiert wird. Vor allem die Huthi-Rebellen kontrollieren und schränken den Zugang zu huma­ni­tärer Hilfe gezielt ein. Als Recht­fertigung dafür greifen sie auf religiöse und politische Narrative zurück. Für die Zivil­bevölkerung hat dies dramatische Folgen.

Der 1997 gegründete Sozial­fonds für Entwick­lung zählt zu den wichtigsten Entwicklungs­institutionen des Jemen und ist ein zentraler Kanal für inter­national finanzierte Entwicklungs­programme. Der Fonds war eine der wenigen Institu­tionen, die auch in Zeiten politischer Insta­bilität und schwacher staat­licher Struk­turen wirk­sam arbeiten konnten: Er kooperierte eng mit lokalen Gemein­schaften und genoss gleich­zeitig das Ver­trauen der geld­gebenden Staaten und Institu­tionen. Konflikte um seine Verwal­tung und seine finan­ziellen Ressourcen betreffen daher nicht nur die Insti­tution selbst, sondern einen wichtigen Teil der huma­ni­tären und entwicklungs­politischen Infra­struktur des Landes.

Wie Mitarbeitende und Personen aus dem Um­feld des Fonds berichten, begann Wissam Qaid bereits nach seiner Ernennung zum stell­ver­tretenden Geschäfts­führer des Fonds, finanzielle und adminis­trative Abläufe, sowie die Führung bestimmter Projekte und Ressourcen zu über­prüfen. Damit machte er sich offen­bar mächtige Feinde: Denn bei der Huthi-Bewegung, die de-facto die Macht in der jemeni­tischen Haupt­stadt Sanaa inne­hat, waren seine Vor­stösse nicht gerne gesehen.

Die Berichte sprechen von zunehmendem Druck auf Qaid, ins­besondere nach­dem er im August 2025 im Rahmen eines Regierungs­entscheids nach Aden ver­setzt worden war. Dem­nach soll er vor mög­lichen Razzien gegen Mit­arbeitende von Entwicklungs- und Hilfs­organisationen gewarnt worden sein. Nach seiner Aus­reise durch­suchten bewaffnete Huthi-Kräfte sein Haus.

Seine Ver­legung nach Aden erfolgte im Rahmen von Bemühungen der inter­national anerkannten Regierung, inter­nationale Entwicklungs­gelder stärker zu kontrollieren. Die Transparenz bei inter­nationalen Finanz­flüssen sollte erhöht, gleich­zeitig sollte sicher­gestellt werden, dass die Mittel tat­säch­lich den Entwicklungs- und Hilfs­zielen des Fonds dienen.

Von humanitärer Hilfe zu einem Instrument der Kontrolle

Mehr als zehn Jahre nach Beginn des Krieges gilt die huma­ni­täre Krise im Jemen noch immer als eine der schwersten welt­weit. Über 22 der ins­gesamt gut 43 Millionen Menschen sind auf huma­ni­täre Hilfe ange­wiesen. Rund 18,3 Millionen leiden unter akuter Ernährungs­unsicher­heit, über 5,2 Millionen wurden vertrieben. Etwa 19,3­Millionen Menschen benötigen medizinische Ver­sorgung, während gleich­zeitig ein grosser Teil des Gesund­heits­systems zusammen­gebrochen ist.

Humanitäre Hilfe ist daher für einen grossen Teil der Bevöl­kerung zur wichtigsten Lebens­grund­lage geworden. Das macht die Frage, wer die Hilfs­güter kontrolliert, besonders bedeutend. Jede Ein­schränkung des Zu­gangs und jede politische Ein­fluss­nahme auf ihre Ver­teilung wirkt sich un­mittel­bar auf die Lebens­bedingungen der Betroffenen aus.

Humanitäre Hilfe basiert auf den Prinzipien der Mensch­lich­keit, Neutralität, Un­partei­lichkeit und Un­abhängig­keit. Berichte verschiedener inter­nationaler Organisa­tionen zeigen jedoch, dass diese Prinzipien in Huthi-kontrollierten Gebieten wieder­holt unter Druck geraten sind: durch Ein­schrän­kungen des huma­ni­tären Zugangs, Ein­griffe in die Listen der Begünstigten, Kon­trolle über Verteilungs­mechanismen sowie adminis­trative und sicher­heits­bezogene Auf­lagen für Hilfs­organisationen.

Dabei wurden Hilfs­lieferungen und Lager­bestände beschlag­nahmt, Transport und Lagerung mit Gebühren belegt, und lokale Ver­mittler:innen mit Ver­bindungen zu den De-facto-Behörden in den Verteil­prozess einge­bunden. In einigen Fällen gelangten Hilfs­güter auf lokale Märkte und wurden dort ver­kauft. Huma­ni­täre Hilfe wurde dadurch von einem bedarfs­orientierten Recht zu einer Ressource, die politischen und wirtschaft­lichen Macht­verhält­nissen unterliegt.

Das Problem beschränkt sich jedoch nicht auf die direkte Aneig­nung von Hilfs­gütern. Hinzu kommt eine institutionelle Politisierung der huma­ni­tären Hilfe: Organisa­tionen können Bedürftige häufig nur erreichen, wenn sie die Vor­gaben der De-facto-Behörden akzeptieren. Dazu haben die Huthis Ver­mittlungs­stellen und Koordinierungs­strukturen geschaffen, über die Geneh­mi­gungen, Daten­erhebungen und die Fest­legung von Ziel­gruppen gesteuert werden. Dadurch verlieren inter­nationale Organisa­tionen einen Teil ihrer Un­abhängig­keit und werden stärker von der lokalen Ver­waltung abhängig.

Wie weit diese Entwicklung reichen kann, zeigt das Beispiel des Welt­ernährungs­programms (WFP). 2019 kündigte die Organisation an, Teile seiner Aktivi­täten in Huthi-kontrollierten Gebieten auszu­setzen. Hinter­grund waren Streitig­keiten über die Ver­teilung von Hilfs­gütern, Einschrän­kungen beim Zu­gang zu Bedürftigen sowie die Ab­lehnung eines bio­metrischen Registrierungs­systems, das Miss­brauch ver­hindern sollte. Die Einschrän­kungen und Berichte über geplünderte Lager und fest­gehaltene Mit­arbeitende hielten an. In der Folge wurden einzelne Pro­gramme eingestellt und Ver­träge lokaler Beschäftigter beendet.

Mit seinem teil­weisen Rück­zug blieb das WFP nicht allein. Mehrere inter­nationale Organisa­tionen haben in den letzten Jahren ihre Aktivi­täten in Huthi-kontrollierten Gebieten reduziert oder ausgesetzt, was die Sorgen über die wachsende Kluft zwischen dem Bedarf und der verfüg­baren huma­ni­tären Hilfe weiter verstärkt hat.

All dies macht deut­lich: Die Plünderung von Hilfs­gütern ist nicht einfach eine Unregel­mässig­keit inner­halb der Verteilungs­kette, sondern Teil eines umfassen­deren Systems der Ressourcen­abschöpfung in einer Kriegs­ökonomie. Knapp­heit ist nicht nur eine Folge des Krieges – sie dient als Instrument gesell­schaft­licher Kon­trolle. Und je stärker Menschen von Hilfe abhängig sind, desto grösser wird die Macht der­jenigen, die über ihren Zugang entscheiden.

Einschränkung des humanitären Zugangs als politische Entscheidung

Dass die Plünderung von Hilfs­gütern in engem Zusammen­hang mit der Ein­schränkung des huma­ni­tären Zugangs steht, ist kein Allein­stellungs­merkmal des Jemen. Es ist ein Muster, das man in vielen Konflikt­gebieten findet: Huma­ni­täre Arbeit wird zwar nicht voll­ständig ver­boten, aber an Bedingungen geknüpft, die ihre Un­abhängig­keit erheb­lich ein­schränken. Organisa­tionen können weiter­hin tätig sein, bewegen sich jedoch inner­halb eines Systems von Geneh­mi­gungen, Zu­stimmungen und Sicher­heits­auflagen, das ihren Zugang zu Bedürftigen begrenzt. Die Ein­schränkung des Zugangs ist daher stets das Resul­tat einer politischen Ent­scheidung – nicht ein­fach die Folge von Sicherheits- oder Verwaltungs­massnahmen.

Rob Grace, Forscher an der Joan B. Kroc School of Peace and Justice an der University of San Diego, weist darauf hin, dass huma­ni­tärer Zugang nicht allein daran gemessen werden kann, ob Organisa­tionen ein Konflikt­gebiet betreten dürfen. Ent­scheidend ist viel­mehr, ob sie Bedürftige un­abhängig erreichen und ihre Pro­gramme im Ein­klang mit huma­ni­tären Grund­sätzen um­setzen können. Nach dieser Logik können De-facto-Behörden einer Organi­sation zwar den Zu­gang gewähren, gleich­zeitig aber bestimmen, wo sie arbeitet, mit wem sie Kontakt auf­nimmt, wer als Begünstigte:r gilt und welche Daten er­hoben werden dürfen. Huma­nitäre Hilfe wird dadurch Teil eines un­gleichen Aus­handlungs­prozesses, in dem Organi­sationen zwischen der Fort­setzung ihrer Arbeit und der Wahrung von Neutra­lität und Un­abhängig­keit abwägen müssen.

Besonders problematisch wird diese Situation, wenn Organisa­tionen und ihre Mit­arbeitenden Ziel von Ver­haftungen, Anschul­digungen oder Büro­schliessungen werden. Repression beeinträchtigt nicht nur laufende Pro­gramme, sondern erzeugt eine ab­schreckende Wirkung, die Organi­sationen dazu ver­anlasst, ihre Präsenz zu reduzieren, sensible Themen zu meiden oder stärker auf lokale Ver­mittler:innen zurück­zu­greifen. Dadurch steigt wiederum das Risiko, dass humanitäre Hilfe politisch verein­nahmt wird.

Religiöser Diskurs: Vom «Chums» zur Abgabe

Die Kontrolle über Ressourcen stützt sich nicht allein auf Zwang, sondern auch auf einen Diskurs, der ihr symbolische Legiti­mität ver­leiht. Im Fall der Huthi-Bewegung basiert ein wichtiger Teil dieses Diskurses auf religiösen Inter­pretationen, ins­besondere auf dem Konzept des Chums (Fünftel­abgabe). Der Chums geht auf Vers 41 der Sure al-Anfal zurück, und bezieht sich auf einen Fünftel der Kriegs­beute. Über seine grund­sätzliche Legiti­mität besteht im Islam Einig­keit. Der Begriff der «Beute» wird jedoch unter­schiedlich aus­gelegt. Während er in der sunnitischen Rechts­tradition meist auf Güter beschränkt ist, die im Zusammen­hang mit Kampf­hand­lungen erlangt wurden, erweitern einige schiitische Rechts­schulen die Bedeutung auf Gewinne und Ein­künfte von Wirtschafts­unter­nehmen oder Organisation.

Der jemeni­tische Forscher Hamdan Nasser Al-Alie argumentiert in seinem Buch The Composite Crime: The Origins of Racial Starvation in Yemen, dass die Huthi-Bewegung diese religiöse Inter­pretation in ein modernes Herrschafts­instrument umge­wandelt hat. Der Chums wird dabei als religiöses Recht einer Gruppe dar­gestellt, die als Nach­kommen der Haschimiten gilt, und mit einem System der Abgaben­erhebung und Ressourcen­ver­teilung ver­knüpft. Indem die Huthis das Zakat-Gesetz und seine Durch­führungs­bestimmungen änderten, erhielt dieses Ver­ständnis zudem eine recht­liche Grund­lage. Analysen des Sana’a Center for Strategic Studies weisen darauf hin, dass sich die Bewegung dabei teil­weise am iranischen Modell orien­tiert hat, in dem sich der Chums von einer religiösen Abgabe zu einem bedeuten­den finanziellen und politischen Instrument entwickelt hat.

Zum Konzept des Chums kommen weitere hinzu. Religiöse Anlässe wie der Geburtstag des Propheten, der Ghadir-Tag, oder die Erinnerung an den Tod al-Husains werden häufig zu Gelegen­heiten für Abgaben­erhebungen und politische Mobilisierung, an denen religiös begründete Geld- und Sach­leistungen gesammelt werden. Dadurch erhalten diese Ab­gaben eine moralische Legiti­mation und werden zugleich zu einem Instrument politischer Loyalitäts­bildung.

Der offizielle Diskurs: Spionage und Vorwürfe der Kollaboration

Neben dem religiösen Diskurs stützt sich die Huthi-Bewegung auf einen offiziellen politischen Diskurs, der auf der Gegen­über­stellung von Loyalität und Verrat beruht. Gegner:innen, unab­hängige Akteure und mit­unter sogar neutrale Personen werden als «Agenten», «Spione» oder Unter­stützer:innen der «Aggression» darge­stellt. Dieser Diskurs dient nicht nur der politischen Mobili­sierung, sondern schafft auch eine moralische und politische Grund­lage für Ver­folgung, Ent­eignung und die Schliessung von Institutionen.

Besonders deut­lich zeigt sich dies im huma­ni­tären Bereich. Wenn inter­nationale Organisa­tionen oder ihre Mit­arbeitenden der Spionage beschuldigt werden, wird aus einer adminis­trativen oder organisa­torischen Frage ein Sicher­heits­problem. Dies wurde in zahlreichen Vor­würfen sichtbar, die von Medien der Huthi-Bewegung ver­breitet wurden und Mit­arbeitende inter­nationaler Hilfs­organisationen, darunter das Welt­ernährungs­programm (WFP) und UNICEF, der «Spionagetätigkeit» beschuldigten. Die Vereinten Nationen warnten darauf­hin, dass solche Anschul­digungen das Leben huma­ni­tärer Helfenden in einem ohne­hin fragilen Sicher­heits­umfeld gefährden.

Diese Form der Diffamierung beschränkt sich nicht auf Mit­arbeitende huma­ni­tärer Organi­sationen. Sie erfasst auch Händler:innen, Emigrant:innen und Empfänger:innen von Geld­transfers aus dem Aus­land. Ver­bindungen zu Personen oder Organi­sationen im Aus­land können reichen, um politisch ver­dächtigt zu werden. Damit werden Ressourcen und Hilfs­güter als Teil eines politischen und sicher­heits­politischen Kon­flikts definiert, und ihre Ver­teilung erfolgt nicht mehr aus­schliess­lich nach Kriterien der Bedürftig­keit, sondern zunehmend nach Mass­stäben von Loyalität und politischem Ver­trauen, wie Al-Alie in seinem Buch argumentiert.

Zusammenspiel von Krieg und Instrumentalisierung

Der Krieg im Jemen hat zweifellos Armut, wirtschaftlichen Zusammen­bruch und Nahrungs­mittel­knapp­heit verursacht. Die Politisierung von Hilfs­gütern, ihre Zweck­ent­fremdung sowie die Ein­schränkung des huma­ni­tären Zugangs haben diese Ent­wicklung jedoch zusätzlich ver­schärft. In diesem Zusammen­hang markierte die Resolution 2417 des UN-Sicherheits­rats aus dem Jahr 2018 einen Wende­punkt: Sie stellte aus­drück­lich einen Zusammen­hang zwischen bewaffneten Kon­flikten und Ernährungs­unsicher­heit her und ver­urteilte den Ein­satz von Hunger als Kriegs­mittel, ein­schliess­lich der Behin­derung huma­nitärer Hilfe. Vor diesem Hinter­grund kann die Ver­weigerung, Um­leitung oder politische Instrumen­talisierung von Nahrungs­mitteln je nach Um­fang und Aus­mass Praktiken nahe­kommen, die als Kriegs­ver­brechen eingestuft werden könnten.

Eine rein recht­liche Betrach­tung reicht jedoch nicht aus, um das Phänomen zu erklären. In Kriegs­ökonomien wird Knapp­heit selbst zu einer Ressource, und die Kon­trolle über Lebens­mittel, Hilfs­güter, Gehälter, Genehmi­gungen und Grenz­über­gänge wird Teil eines Herr­schafts­systems. Je grösser die Not der Bevölkerung und je schwächer die Kontroll­mechanismen, desto ein­facher ist es für die De-facto-Behörden, Hilfs­güter zur sozialen Kon­trolle und zur Steuerung von Loyali­täten einzusetzen.

Die abnehmende Präsenz inter­nationaler Organi­sationen und die anhal­tenden Beschrän­kungen ihrer Arbeit könnten die huma­nitäre Krise in den Huthi-Gebieten weiter ver­schärfen, sagt Fares al-Hemyari, ein jemeni­tischer Journalist, der sich auf huma­nitäre Bericht­erstattung spezialisiert hat. Er beobachtet eine zunehmende Un­zufrieden­heit selbst in gesell­schaft­lichen Gruppen, die lange Zeit als Unter­stützer­basis der Bewegung galten. Das zeige, so Al-Hemyari, dass Hilfs­güter während der Kriegs­jahre nicht immer ausschliess­lich nach Bedürftig­keits­kriterien verteilt wurden. Viel­mehr seien sie eingesetzt worden, um Loyalitäten zu steuern und lokalen Ein­fluss zu festigen. Die Folgen dieser Politik könnten sich künftig noch zuspitzen – in erster Linie für die not­leidende Zivil­bevölkerung.

Weiterführende Literatur:

Bio

Saddam Hamed Abu Asim ist ein jemeni­tischer Journalist und Aktivist, der in der Schweiz lebt. Nach seinem Ab­schluss an der Fakultät für Medien und Journa­lismus der Universität Sana’a im Jahr 2006 arbeitete er für Dutzende lokale und inter­nationale Zeitungen. Seit seiner An­kunft in der Schweiz im Jahr 2016 setzt er seine Arbeit im Medien- und Menschen­rechts­bereich fort und nimmt an Sitzungen des UNO-­Menschen­rechts­rats teil. Er arbeitete für Schweizer Institu­tionen, darunter das Schweize­rische Rote Kreuz, das Bernische Histo­rische Museum und das Museum für Kommuni­kation. Derzeit ab­solviert er sein Studium der Middle Eastern Studies an der Universität Bern und arbeitet an seinem Master zu jemeni­tischen Journalist­Innen im Exil in Europa.