Magazin 2/2025: Zukunft
In der Antike skizzierte man die ideale Stadt und Gesellschaft. Zukunft war in diesen Vorstellungen eine stabile Ordnung, die man erschaffen kann. Im Mittelalter dominierten zyklische Zeitvorstellungen: Zukunft als Wiederholung des Immergleichen, unterbrochen durch Ereignisse, die man als Vorsehung oder Schicksal verbuchte. Ein verheissungsvoller Raum von potenziell unendlichen Möglichkeiten wurde die Zukunft erst in der Moderne.
Aus dieser Dynamik entwickelten sich sowohl pluralistische Kompromisskulturen als auch Diktaturen. Es entstand eine Konkurrenz der Systeme, im Kleinen wie im Grossen, deren Ringen um Einfluss andauert. Gleichzeitig tun wir uns schwer mit mutigen Zukunftsentwürfen. Die Zukunft, das sind heute Zukünfte im Plural. Dieser Plural suggeriert eine Vermehrung, wo in Wirklichkeit eine Verminderung stattfindet. Zukünfte sind abzählbar und somit endlich. Sie sind kein geteilter Raum mehr, sondern die addierten Erwartungshaltungen partikulärer Gruppen.
Mit welchen Methoden werden in dieser fragmentierten Gegenwart Prognosen erstellt? Wie verhalten sich Utopien und Science-Fiction zur Zukunft? Ist die Zukunft eine Zeit – oder auch ein Ort? Solchen Fragen gehen wir in dieser Ausgabe nach.
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