Magazin 1/2020: Ungleichheit
Uns geht es besser denn je! Folgt man Meinungsmachern wie dem Kognitionswissenschaftler Steven Pinker, ist dies kein frommer Wunsch, sondern eine empirisch erwiesene Tatsache. Weltweit nimmt die Armut ab und die Lebenserwartung zu, die Zahl der Gewalttaten geht zurück, die Freizeit dehnt sich aus. Diesem positiven Blick auf den Weltenlauf stellte der französische Ökonom Thomas Piketty in seinem epochalen und datengesättigten Werk Capital et idéologie (2019) entgegen, dass die soziale Ungleichheit zunimmt und der Graben zwischen Armen und Reichen immer grösser wird.
Es ist eine Frage der Perspektive. Die positive Entwicklung mag dem strauchelnden Individuum zynisch vorkommen, der Einzelfall dem Statistiker stereotyp erscheinen. Das Dossier «Ungleichheit – Inégalité» in dieser Magazin-Ausgabe versucht, den Blick zu öffnen. Es versammelt geistes- und sozialwissenschaftliche Expertise in ihrer Breite, ihrer Mehrdimensionalität und ihrer Multiperspektivität und beleuchtet auch Konzepte wie Gerechtigkeit, Differenz und Diversität, die der Ungleichheit verwandt sind.
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