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Donnerstag, 24. Mai 2012






Tagungsbericht Gebirbsforschungskonferenz


Tagungsbericht Gebirgsforschungskonferenz

Vom 9.9. bis zum 12.9.08 fand in Brig die erste Gebirgsforschungskonferenz Schweiz statt. Die Konferenz wurde von der ICAS – der Interakademischen Kommission Alpenforschung – und der Naturforschenden Gesellschaft Oberwallis organisiert. Der erste Teil der Veranstaltung stand im Zeichen der Nachwuchsforschenden – anlässlich der Phil.Alp-Tagung bot sich 25 jungen Wissenschaftlern die Möglichkeit, ihre Diplomarbeiten oder Dissertationen einem breiteren Publikum vorzustellen. Eine fünfköpfige Expertenjury beurteilte die Arbeiten. Die diesjährigen Gewinner in der Kategorie der Diplomarbeiten sind Bertrand Fournier und Loïc Pellissier, die mit Ihrer Arbeit „Caractères floristiques: variations le long d’un graidient altitudinal dans les Alpes“ zu überzeugen vermochten. Bei den Dissertationen stach die Arbeit „Die Alpen, die Eiszeiten und das Gestein: Was genetische und floristische Muster über die Pflanzengeschichte in den Alpen preisgeben„ von Conny Thiel-Egenter heraus.

Anschliessend an die Preisverleihung fand ein Symposium zum Thema „Visionen für Bergregionen und Gebirgsforschung“ statt, in dessen Rahmen vier Vorträge gehalten wurden. Dr. Jörg Balsiger, der am Institut für Umweltentscheidungen der ETH Zürich arbeitet, widmete sich in seinem Vortrag „Regionalisierung der Berggebietspolitik in den europäischen Alpen und in der kalifornischen Sierra Nevada“ der vergleichenden Berggebietspolitik und zeigte Parallelen zwischen den Alpen und der kalifornischen Sierra Nevada auf. So fungierte in beiden Regionen eine „Waldschutzpolitik„ als Vorläufer der Bergpolitik, ebenfalls in beiden Regionen zeigte sich, dass sich die Einführung einer Regionalpolitik positiv auf die Identitätsbildung in den Berggebieten auswirkt.

Am 11.9. wurden in neun Workshops aktuelle Fragen rund um die Gebirgsforschung aufgegriffen und der zukünftige Forschungs- und Handlungsbedarf diskutiert. Die SAGW führte dabei einen Workshop mit dem Titel „Welche Strategien für eine Gestaltung des Alpenraumes?“ durch, welcher auf reges Interesse stiess. Die SAGW schloss mit diesem Workshop an eine Tagung über die Bilanz und Perspektiven des Nationalen Forschungsprogrammes «Landschaften und Lebensräume der Alpen» an.


Nach der Einführung durch Prof. em. Franz Oswald, folgten zwei einleitende Referate durch Dr. Benjamin Buser, Ernst Basler und Partner AG, und durch Thomas Egger, Direktor der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete. Buser fokussierte in seinem Referat auf die grossen Trends, die auf den Siedlungsraum generell und die Alpengebiete im Speziellen einwirken – wie etwa Urbanisierung und demografischer Wandel – und fragte nach den Effekten auf die Berggebiete. Buser sieht in den Berggebieten den Komplementärraum für die Metropolregionen; die Berggebiete können sich als „Zulieferer“ für die urbanen Zentren und als Erholungsgebiet anbieten und dadurch das Gefälle zwischen den Regionen ausnutzen.


Thomas Egger nahm in seinem Beitrag ebenfalls das Thema der Trends auf, theamatisierte aber dabei mehr die Innensicht der Berggebietsregionen selber, denn die Aussensicht auf letztere. Egger wies auf die Wichtigkeit hin, dass die Berggebiete die Herausforderungen der Zeit in ihrer Entwicklungsstrategie berücksichtigen und einen Nutzen daraus ziehen. Als Beispiel nannte er den Klimawandel und erläuterte, dass die Tourismusbranche von diesem profitieren soll, anstatt sich auf die Wintersaison, die durch die wärmeren Winter für viele touristische Zentren immer weniger rentabel wird, auszurichten. Darauf aufbauend fordert Thomas Egger, dass die Bergregionen selber aktiv werden, der Bund sie dabei aber unterstützt. Von grosser Dringlichkeit ist auch die bessere gegenseitige Vernetzung der Berggebiete.


In der anschliessenden Diskussion versuchten die Teilnehmer konkrete Strategien für die Entwicklung der Berggebiete aufzuzeigen. Es wurde das Fazit gezogen, dass es differenzierte Herangehensweisen braucht, um dem vielfältigen Alpenraum ge-recht zu werden; eine Strategie für einen Alpenraum wäre ein unrealistisches Kon-zept. Besonders kritisch diskutiert wurde der Vorschlag einer „Verzichts-strategie“. Unter dieser Bezeichnung ist ein Konzept zu verstehen, welches die Aufgabe einiger Regionen beinhaltet, welche finanziell auf lange Sicht nicht mehr „tragbar“ sind und kein Wachstumspotential vorzuweisen haben. Es wurde aber klar aufgezeigt, dass jegliche Strategien, ob diese nun zum Verzicht oder zur Steigerung des wirtschaftli-chen, touristischen oder ökologischen Potentials einer Region hinarbeiten, entweder aus der Bevölkerung der Bergregionen selber stammen oder doch zumindest von ihr getragen werden müssen.




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