Ist es möglich, zugleich eine tiefe spirituelle Verbundenheit mit der eigenen Religion zu leben und die Grundprinzipien dieser Glaubenslehre radikal zu hinterfragen? Dieses Spannungsfeld bildet den Kern der Gedankenwelt der iranischen Religionsphilosophin Ṣidīqa Vasmāqī. Was auf den ersten Blick paradox erscheint, ist für sie Quelle intellektueller Stärke. Als Juristin, Theologin, Dichterin und Reformdenkerin stellt sie die traditionellen Vorstellungen von Religion auf fundamentale Weise in Frage und zeigt, dass Glaube nicht Stillstand bedeutet, sondern Bewegung – ein stetiges Ringen um Erkenntnis und Wahrheit.