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Jahrestagung 2025: In Kontrasten. Ambivalente Elemente in den Künsten

May 09 – 10, 2025 — Université de Genève Bâtiment Colladon, Rue Jean-Daniel Colladon, 1204 Genève

In Debatten über die Künste ist Ambivalenz zu allen Zeiten und in allen Medien ein viel diskutierter Topos. Dieser Befund steht in direktem Zusammenhang mit dem künstlerischen Werk selbst, das vielschichtig verfasst und vielfältig lesbar ist. Aus diesem Grund erweist sich Ambivalenz im Kontext der kritischen oder wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit ästhetischen Ausdruckformen häufig als adäquates Deutungsmuster, dem folglich schon zahlreiche Publikationen gewidmet sind. Im Zentrum dieses Studientags steht nicht die (künstlerische) Ambivalenz an und für sich. Vielmehr soll über Phänomene nachgedacht werden, die aus ihrem Bezugskontext heraustreten, um sich von diesem strukturell, formal oder semantisch zu unterscheiden. Diese «ambivalenten Elemente» haben also Teil an Anderem – und bilden mit diesem Anderen zusammen einen Werkzusammenhang.

Der Fokus der Diskussion liegt bei Elementen von Bauten und Kunstwerken, in denen eine bestimmte Form der Ambivalenz zum Ausdruck kommt, die also in dezidierter oder latenter Form zumindest mehrdeutig, un(ter)determiniert, indifferent, zwiespältig oder subversiv erscheinen. In jedem Fall sind diese ambigen Elemente jedoch als komplex und paradox zu verstehen. Im Rahmen von vier verschiedenen Fallstudien wird es darum gehen, den Ort, die Konzeption, die Funktionen und die Wirkungsweisen von ambivalenten Elementen in Bauten, Bildern oder theoretischen Diskurse zu diskutieren. Diese Auseinandersetzung versteht sich als Partizipation in einem dynamischen Analyse- und Auslegungsprozess, der die performative Dimension der Studienobjekte aufgreift und widerspiegelt.