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Symposium 2014 zum Thema Kritik und Krise

05.–07. Juni 2014 — Universität St. Gallen

Veranstalter:

Philosophische Gesellschaft Ostschweiz und Lehrstuhl fur Philosophie der Universitat St. Gallen (Prof. Dr. Dieter Thoma)


Wissenschaftliche Kommission:

Michael Festl (St. Gallen), Janette Friedrich (Genf), Florian Grosser (St. Gallen), Anton Hügli (Basel), Alessandro Lazzari (Luzern), Daniel Schulthess (Neuenburg), Dieter Thomä (St. Gallen)


Verantwortlich:

Dr. Michael Festl, Dr. Florian Grosser, Prof. Dr. Dieter Thoma, Prof. em. Dr. Armin Wildermuth


Keynote Speaker:

  • Harald Bluhm (Universität Halle-Wittenberg)
  • Michael Forster (Bonn/Chicago)
  • Michael Hagner (ETH Zürich)
  • Gunnar Hindrich (Universität Basel)
  • Caspar Hirschi (Universität St. Gallen)
  • Georg Kohler (Universität Zürich)
  • Elif Özmen (Universität Regensburg)
  • Daniel Schulthess (Universität Neuchâtel)


Argument:

Das Wort Krise ist in den letzten Jahren vielfach verwendet und auf die verschiedensten Bereiche bezogen worden: So ist im Politischen von Krisen der Reprasentation, des Nationalstaates, ja der Demokratie insgesamt die Rede; im Bereich des Sozialen werden Krisen des Bildungssystems oder der Familie konstatiert; und auch mit Blick auf die Umwelt oder die Kunst lautet der Befund immer wieder auf Krise – ein Begriff schliesslich, der mittlerweile gerade im Feld der Wirtschaft einen Normalzustand zu benennen scheint. Freilich lasst sich auch jenseits aktueller Alarmsignale sagen, dass die moderne Gesellschaft prinzipiell durch permanenten Wandel bestimmt ist; einen Wandel, der nicht selten krisenhafte Zuge tragt. Entsprechend gehoren zur Krisen-Diagnose in der Moderne immer auch Gegendiskurse der Stabilisierung und Kontinuitat. Dabei kommt die Krise kaum ohne Kritik aus: Nicht erst seit Reinhart Kosellecks Kritik und Krise (1954/1959) ist der Zusammenhang zwischen dem Phanomen der Krise als Zeit der Entscheidung, als Wegscheide, und der Kritik als Kunst der Unterscheidung zutage getreten. Etymologisch betrachtet, ist jede krisis ein Punkt, an dem die Dinge eine entscheidende Wendung nehmen – sei diese nun befreienden oder zerstorerischen Charakters. Wissenschaftstheoretisch kommt diese Beziehung insbesondere in den zahlreichen turns zum Ausdruck, die die Philosophie seit Beginn des vergangenen Jahrhunderts in Atem halten; so war auch das letzte Symposion der Schweizerischen Philosophischen Gesellschaft der anthropologischen Wende gewidmet. Wie paradigmatisch bei Kant zu sehen, beziehen sich die Krisen bzw. Revolutionen der Denkungsart immer auch auf eine Kritik von Vorgaben, die im epistemologischen Rahmen vorgebracht wird.

Im nachsten Symposion sollen nun die Theorien der Krise selbst zum Thema werden. Zum einen geht es dabei um ein Verstandnis der Begriffe Krise und Kritik selbst sowie auch jener Konzepte, die mit ihnen mehr oder weniger eng verwandt sind: Reform und Revolution, Tradition und Restauration, Dekadenz und Katastrophe; gefragt sind zudem Kriterien der Distinktion, Klarifikation und Dezision. Zum anderen werden systematische Uberlegungen bzw. philosophische Fallstudien zu einzelnen (politischen, okonomischen, sozialen, okologischen, wissenschaftlichen oder asthetischen) Krisen in den Blick genommen. Zum dritten steht die Bedeutung der Wende, des turn oder der Krise innerhalb der Philosophie selbst zur Debatte. Auf der Folie gegenwartiger Phanomene und Entwicklungen geht es schliesslich auch um eine (Neu-)Bestimmung des Verhaltnisses zwischen Krise und Kritik.

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