Leiterin Mittel­schulen / Stell­vertretende Leiterin Mittel­schulen und Berufs­bildung

Judith Hindermann15. Oktober 2026

Steckbrief

  • Name: Judith Hindermann
  • Alter: 47
  • Studium: Lateinische Philologie (Hauptfach), Ältere Deutsche Literatur und Alte Geschichte, Universitäten Bern und Wien, 1998–2003.
  • Doktorat: Der elegische Esel. Apuleius’ Metamorphosen und Ovids Ars amatoria: Eine Studie zur Intertextualität. Universität Basel und University of Maryland, 2004–2008.
  • Habilitation: Sidonius Apollinaris: Letters, Book 2. Universität Basel, Abschluss 2022.
  • Weiterbildung: Master of Public Management (MAS) (Hochschule Luzern Wirtschaft; 03/2011 – 01/2013); SKO-Führungslehrgang «Digital Leader» (04/2018 – 06/2018); Certificate of Advanced Studies (CAS) Educational Governance (Hochschule Luzern Wirtschaft; 03/2020 – 10/2020); Zertifikat Requirements Engineering (IREB), Level 1 (12/2024).
  • Aktuelle Arbeitsstelle: Erziehungsdepartement Basel-Stadt, Bereich Mittelschulen und Berufsbildung.
  • Mail-Adresse für Kontaktaufnahme: Judith.Hindermann@bs.ch

Weshalb haben Sie sich für ein Studium in der Altertumswissenschaft entschieden? Erfolgte die Wahl mit Blick auf einen bestimmten Beruf?

Ich hatte einen engagierten und begabten Lateinlehrer am Gymnasium. Latein war mein absolutes Lieblingsfach und ich war schon immer ein Bücherwurm, daher lag ein Literaturstudium nahe. Ich habe mir nicht wirklich überlegt, was ich später arbeiten will, und meine Eltern haben mir geraten, zu studieren, was mich interessiert. In den 90er Jahren war man da noch etwas naiv ...

Wie sah Ihr beruflicher Werdegang nach dem Doktorat aus und in welcher Funktion arbeiten Sie heute?

Ich bin immer zweigleisig gefahren und habe neben dem Doktorat das Höhere Lehramt absolviert und acht Jahre lang an verschiedenen Schulen Latein und Deutsch unterrichtet. Mit dreissig habe ich parallel zur Habilitation und Assistenz an der Universität Basel am Erziehungsdepartement Basel-Stadt gearbeitet, zuerst als wissenschaftliche Mitarbeiterin, dann als Leiterin Bildungskoordination und Stab Mittelschulen und Berufsbildung. Im April 2022 habe ich die Habilitation an der Universität Basel abgeschlossen. Seit 2022 arbeite ich als Leiterin Mittelschulen/stv. Bereichsleiterin Mittelschulen und Berufsbildung.

Die gleichzeitige Tätigkeit in verschiedenen Bereichen fand ich immer sehr bereichernd.

Wie können Sie die an der Universität erworbenen Fähigkeiten im Berufsalltag anwenden?

Ich muss täglich anspruchsvolle Probleme lösen, komplexe wissenschaftliche Texte lesen, schnell und klar schreiben, Daten interpretieren sowie Inhalte vermitteln. Zudem hilft mir meine grosse Allgemeinbildung und meine Erfahrung an der Universität für die Zusammenarbeit an der Schnittstelle zu den Gymnasien. Die Altphilologie ist zudem wesensverwandt mit der Informatik, daher konnte ich meine analytischen Fähigkeiten auch problemlos auf die Leitung von grossen IT-Projekten übertragen. Eine philosophische Grundbildung (ich bin Stoikerin) und strategisches Denken (Cäsar-Fan) sind auch nützlich.

Was empfehlen Sie Doktorierenden der Altertumswissenschaft im Hinblick auf die Stellensuche?

Ich empfehle, möglichst früh ab Studienbeginn parallel arbeiten zu gehen, um Erfahrungen zu sammeln, die eigenen beruflichen Interessen in der Praxis zu testen und das Netzwerk zu erweitern.

Ausserdem würde ich die Gelegenheit nutzen, um im Ausland zu leben, das ist während dem Studium und Doktorat einfacher möglich als später, wenn man grössere finanzielle Ansprüche und allenfalls Familie hat.

Was schätzen Sie an der SVAW?

Ich schätze, dass die SVAW ein vielfältiges Angebot rund um die Altertumswissenschaften ermöglicht, schweizweit eine Gemeinschaft von Interessierten verbindet und Öffentlichkeitsarbeit leistet.