Voces que cuentan. Materialidades da voz na narrativa e poesia Latino-Americanas

Edited by Adriana Lopez-Labourdette and Eduardo Jorge de Oliveira

Während der Planungsphase der internationalen Konferenz Voices that Matter haben wir uns gefragt, wie wir das Hören anstelle des Sehens in den Vordergrund rücken könnten. Die Pandemie zwang uns dazu, die Konferenz virtuell abzuhalten. Wir spielten mit dem Gedanken, die Kameras auszuschalten und einfach nur zuzuhören, und gingen sogar so weit, das Bild jedes Redners verschwinden zu lassen, während er sprach. Bestimmte automatische Annahmen hinderten uns daran. Der textuelle Charakter, den eine Zeitschrift für wissenschaftliche Aufsätze vorgibt, zwang uns erneut, die Stimme beiseite zu lassen und im Rahmen von ReVista zu bleiben. Durch ihr Schreiben zeigt uns Adriana Caverero jedoch einen Weg, der zwar eine Minderheitensache ist, aber dennoch kraftvoll. Wo die Geschichte der Kommunikation die Geschichte der Entvokalisierung des Logos ist, die Geschichte der Delegitimierung des Körpers, der Verleugnung anderer Formen des Wissens, des Gesangs, des Schreis oder des Flüsterns, lasst uns wieder vokalisieren, lasst uns eine Rückkehr zur Vokalität vorschlagen. Das ist unser Vorschlag: die Stimme, das Phonische, das Choralische zurückzugewinnen: ReVocalise!

Zitiervorschlag

Bulletin of the Swiss Society of Americanists. Voces que cuentan. Materialiades da voz na Narrativa e Poesia Latino-Americanas. La Revista No. 83, 2023