Corrupt and Rapacious: Colonial Spanish-American Past Through the Eyes of Early Nineteenth-Century Contemporaries. A Contribution from the History of Emotions.

Moisés Prieto, Universität Bern

Zusammenfassung

Um 1800 reisten Kaufleute, Wissenschaftler und Abenteurer mit unterschiedlichen Absichten nach Lateinamerika. Ihr vielfältiges Interesse an einer Weltregion, die an der Schwelle zur Unabhängigkeit von der spanischen Kolonialherrschaft stand, inspirierte neue historische und politische Werke über die jüngste Vergangenheit des Kontinents. Die Aufklärung lieferte nicht nur das philosophische Rüstzeug gegen Korruption, sondern ebnete auch den Weg für einen neuen Ausdruck von Gefühlen und den Verlust der Angst, Ungerechtigkeit anzusprechen. Beispiele hierfür sind Hipólito Villaroels Liste der Missstände und Humboldts Politischer Essay. Diese beiden Autoren liefern einige Gedanken zur politischen Landschaft von Neuspanien (dem heutigen Mexiko), während die beiden Schweizer Ärzte Rengger und Longchamp den skrupellosen und eigenartigen Diktator Francia des unabhängigen Paraguay als Vorkämpfer der Korruptionsbekämpfung beschreiben. Schließlich verkörpert der argentinische Diktator Rosas – und seine Raubzüge, wie sie von Rivera Indarte, Sarmiento und anderen anonymen Autoren beschrieben werden – die Verkörperung von Korruption durch reinen Diebstahl, für dessen Verbrechen die spanische Kolonialvergangenheit offenbar nicht mehr als Vergleichsmaßstab diente.

Zitiervorschlag

Prieto, M. (2021). Corrupt and Rapacious: Colonial Spanish-American Past Through the Eyes of Early Nineteenth-Century Contemporaries. A Contribution from the History of Emotions. In: Kroeze, R., Dalmau, P., and Monier, F. (Eds). Corruption, Empire and Colonialism in the Modern Era. A Global Perspective. Palgrave Studies in Comparative Global History (PASTCGH). Palgrave Macmillan.