Die Rassifizierung musli­mischer Männer durch die Konstruktion «schlechter Männ­lichkeit»

In der Schweiz stellen bestimmte Diskurse musli­mische Männer als das Gegen­teil einer modernen und egalitären Männ­lich­keit dar. Indem sie musli­mische Männer mit Sexismus, Gewalt oder Homo­phobie in Verbindung bringen, tragen sie zu deren Rassifizierung bei und stellen ihre voll­wertige Zugehörig­keit zur nationalen Gemein­schaft in Frage.

Sébastien B. Dupuis17. September 2026

© Efe Ersoy/pexels.

«Muslimische Frauen werden als Personen wahr­genommen, die befreit werden müssen, während die Männer eher als gefährlich gesehen werden. Also passe ich auf, wie ich mich anziehe, wie ich mich präsen­tiere. Ich ver­suche, nicht als migran­tischer Mann gesehen zu werden», erzählt Ody, ein 26-jähriger Student, den ich am 2. März 2026 in der Romandie befragt habe.

Seine Äusserung deckt sich mit den Erfahrungen anderer Männer im Rahmen meiner Disser­ta­tion. Diese verbindet kritische Analysen politischer und medialer Diskurse mit Inter­views, die ich mit Männern zwischen 20 und 35 Jahren geführt habe, die in der Romandie leben, sich als Muslime identifi­zieren und ein Studium absol­vieren oder absol­viert haben. Meine Forschung befasst sich sowohl mit der Art und Weise, wie diese Männer ihre Männ­lich­keit definieren und leben, als auch mit den von ihnen ange­wandten Strate­gien, mit welchen sie stereotype Dar­stellungen ver­handeln, ver­meiden oder an­fechten, die muslimische Männer mit Figuren der Gewalt, des Sexismus oder der Homo­phobie in Ver­bindung bringen.

Solche Stereo­typen betreffen aller­dings eine Gruppe, die weit davon ent­fernt ist, homo­gen zu sein. Tat­säch­lich machen Personen muslimischen Glaubens gemäss dem Bundes­amt für Statistik ungefähr 6% der Schweizer Bevölkerung aus. Ihre Migrations­verläufe, ihre nationalen Zugehörig­keiten und ihre religiösen Praktiken sind äusserst divers (Schneuwly Purdie und Tunger-Zanetti, 2025). Diese Diversität wird in bestimmten öffent­lichen Diskursen jedoch häufig zugunsten eines essen­tia­lis­tischen Bildes von Islam und Muslim:innen ausgeblendet.

Diese homo­genisierende Sicht, mit der meine Interview­partner in ihrem Alltag – sei es in ihrem Studium, an ihrem Arbeits­platz oder in ihren sozialen Beziehungen – regel­mässig kon­fron­tiert werden, wird in der Schweiz ausser­dem durch gewisse politische Diskurse zur Laizität und zur Geschlechter­gleich­stellung genährt. Wenn diese – durchaus legitimen – Grund­sätze in einer selektiven Art und Weise in den Debatten zu Islam mobilisiert werden, können sie zu Ausschluss­mechanismen beitragen.

Um zu ver­stehen, wie a priori kon­sen­suelle Werte zu Instru­menten des Aus­schlusses werden können, muss man sich mit einem heim­tückischen Prozess befassen: der Rassifizierung; also der Art und Weise, wie gewisse Gruppen mit bestimmten, als natürlich dar­ge­stellten Merkmalen in Ver­bindung gebracht werden, ob­wohl diese sozial konstruiert sind, und zwar so sehr, dass sie als grund­legend anders wahr­ge­nommen werden. In diesem Zusammen­hang werden als muslimisch gelesene Menschen, das heisst Menschen, die auf­grund ihres Aus­sehens, ihres Namens oder auf­grund tat­säch­licher oder vermeint­licher religiöser Symbole als solche bestimmt werden, nicht mehr nur an­hand einer religiösen Zu­gehörig­keit definiert. Sie werden häufig als homo­gene Gruppe konstruiert, der als problematisch dar­gestellte Eigen­schaften zu­ge­schrieben werden, ins­besondere in Bezug auf Gender und Sexua­lität. In diesem Artikel unter­suche ich also, wie bestimmte Diskurse die Geschlechter­gleich­stellung und die Laizität mobili­sieren, um muslimische Männer als männ­liches Gegen­modell zu konstru­ieren und sie zu Figuren der Anders­artig­keit zu machen.

Wenn die Gleich­stellung zur Grenze wird

Gemäss den Männern, die ich befragt habe, tauchen immer wieder die­selben Bilder auf, die oft ins Karikatur­hafte ab­gleiten, wenn es um den Islam geht. «Das Kopf­tuch, zum Beispiel; es wird behauptet, dass es sich zwangs­läufig um ein Instrument zur Unter­drückung von Frauen handelt, dass sie keine Wahl haben», erklärt Samy, ein 21-jähriger Student, den ich am 26. März 2026 in der Romandie befragt habe. Um diese fest­gefahrene Meinung zu unter­mauern, hört er oft das Argu­ment, dass «die Frauen im Iran dafür kämpfen, es [das Kopf­tuch] ab­legen zu können. Also sollte das hier nicht erlaubt sein». Er bestreitet nicht, dass manche Frauen dazu ge­zwungen werden können, das Kopf­tuch zu tragen, aber die Tat­sache, dass «diese Minder­heit dar­ge­stellt wird, als sei sie die Regel», ärgert ihn. Seine Äusserung beleuchtet einen wieder­kehrenden Mecha­nismus, bei dem spezifische Situa­tionen auf alle Personen ver­allge­meinert werden, die als muslimisch gelesen werden. Die grosse Viel­falt religiöser und kultureller Praktiken und Erfahrungen wird da­durch auf einen homo­genen Block reduziert, der angeb­lich unver­einbar ist mit Werten wie der Geschlechter­gleich­stellung und der Laizität.

In diesem Sinn können diese Ideale als politische Instru­mente genutzt werden, um eine Grenze zwischen den Personen zu ziehen, die als voll­ständig in die Gesell­schaft integriert gelten, und «den Anderen». Das Laizitäts­gesetz, das 2019 im Kanton Genf ver­abschiedet wurde, bietet ein anschau­liches Beispiel für diese Instrumen­talisierung. Im Rahmen der Debatten im Vor­feld der Ab­stimmung behauptete Pierre Gautier, damals Abge­ordneter der Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP.Die Liberalen) im Grossen Rat des Kantons Genf, dass die Gegner:innen dieses Gesetzes durch «Sexisten, Homo­phobe und Dunkel­männer» manipuliert worden seien.1

Eine solche Aus­sage beschränkt sich nicht darauf, einen politischen Stand­punkt zu verteidigen. Sie dis­qualifiziert die Gegner:innen, indem sie diese als moralisch illegitim dar­stellt. Fragen von Gender und Sexualität dienen hier dazu, die Grenzen der Nation zu ziehen (Jaunait, Le Renard und Marteu, 2013), indem zwischen Personen unter­schieden wird, die als voll­wertige Bürger:innen gelten, und solchen, deren Zugehörig­keit ange­zweifelt wird. In den Debatten zu Islam nehmen die Figuren des Sexisten, des Homo­phoben und des Dunkel­manns oftmals die Gestalt des muslimischen Mannes an, ohne dass dies immer explizit gemacht wird. Er wird somit auf eine Figur der Anders­artig­keit reduziert, die als unver­einbar mit den nationalen Normen der Gleich­stellung und der Modernität darge­stellt wird. Genau durch diesen Prozess wird eine rassifizierte Männ­lich­keit hergestellt.

Die Herstellung eines «anderen» Männlichen

Dieser Mecha­nismus bleibt nicht auf die politischen Debatten beschränkt. Er findet sich auch in all­täglichen Inter­aktionen wieder. Ody erzählt mir von einem kürzlichen Erleb­nis. Als eine Freundin ihrem Gross­vater von ihm erzählt, ist dessen Reaktion unmittel­bar: «Er ist aber nicht Muslim? Ich hoffe, er hat dir nicht gesagt, du sollst ein Kopf­tuch tragen!». Ody erinnert sich noch gut an die Verlegen­heit seiner Freundin, die sich für eine Bemerkung ent­schuldigen musste, die die muslimische Iden­tität sofort mit der Kontrolle über Frauen in Ver­bindung brachte.

Um diese Art der Assoziation zu ver­stehen, muss man sich damit befassen, wie Männlich­keits­bilder gesellschaft­lich konstruiert werden. Wie die auf Gender- und Männlich­keits­forschung spezialisierte Soziologin Raewyn Connell (2005) zeigt, nehmen nicht alle Männ­lich­keiten dieselbe soziale Position in An­spruch. Die hegemoniale Männ­lich­keit, verstanden als das sozial dominante Modell der Männ­lich­keit, das dazu beiträgt, die Macht­ver­hältnisse zwischen den Geschlechtern aufrecht­zu­erhalten (Cornell, 2005), wird im Schweizer Kontext heute oft darge­stellt als vereinbar mit Geschlechter­gleich­stellung, Toleranz und Respekt sexueller Rechte. Diese Werte sind zu zentralen Markern einer demokratischen Gesell­schaft geworden (Jaunait, Le Renard et Marteu, 2013; Fassin, 2006). Auch wenn diese Ideale nicht not­wendiger­weise voll­ständig realisiert sind, trägt diese diskursive Insze­nierung dazu bei, deren Gegen­teil zu konstruieren: die Figur einer «schlechten Männ­lich­keit», die in bestimmten politischen Diskursen häufig mit muslimischen Männern in Ver­bindung gebracht wird.

Das Kopf­tuch ausschliesslich als ein Symbol der Unter­werfung der Frauen zu ver­stehen, das diesen von den Männern vorge­schrieben wird, ist Ausdruck einer homo­genen und starren Auf­fassung der Geschlechter­verhältnisse im Islam, die teilweise aus der Kolonial­zeit stammt. Diese Sicht­weise ist nämlich Teil eines um­fas­senderen Prozesses, durch welchen sich die als Okzident bezeichnete Welt teil­weise in Ab­grenzung zu einem imaginierten Bild des «Orients» (Saïd, 1978) konstruiert hat. «Der Islam» wurde dabei als ein Marker der Anders­artig­keit darge­stellt, ins­besondere vor dem Hinter­grund von Fragen von Gender und Sexua­lität (Clancy Smith, 2005). Ende des 19. Jahr­hunderts stellten die euro­päischen Mächte ihre koloniale Herr­schaft über die koloniali­sierten Gesell­schaften als «zivilisato­rische Mission» dar, indem sie den Harem oder das Kopf­tuch heran­zogen, um muslimische Frauen als Opfer darzu­stellen, die es zu befreien galt, und muslimische Gesell­schaften als intrinsisch patriarchal (Bessis, 2014). Gleich­zeitig wurden muslimische Männer wider­sprüchlich gezeichnet: Sie wurden einerseits als hyper­viril, gewalt­tätig und sexuell bedrohlich darge­stellt, und anderer­seits durch eine pathologisierende Inter­pretation der Homo­sozialität als abweichend von den in den Kolonial­gesell­schaften vorherrschenden hetero­normativen Normen (Clancy Smith, 2006; Bouyahia, 2011). Trotz dieser offen­sicht­lichen Wider­sprüchen folgen die beiden Modalitäten einer ähnlichen Logik, die darauf abzielt, muslimische Männ­lich­keit als abweichende Männ­lichkeit darzu­stellen und damit die koloniale Ordnung zu legitimieren.

Wie das oben genannte Beispiel ver­deutlich, trägt auch die selektive und verkürzte Bezug­nahme auf inter­nationale Zusammen­hänge zur Konstruktion dieser vorurteils­behafteten Sicht­weise bei. So wird die Situation in Ländern wie dem Iran, wo das Tragen des Kopf­tuchs Frauen vorge­schrieben wird, oft heran­gezogen, um restriktive Mas­nahmen in der Schweiz im Namen der Geschlechter­gleich­stellung zu recht­fertigen. Diese Logik trägt dazu bei, muslimische Männer intrinsisch als Unter­drücker darzu­stellen. Sie werden daher nicht mehr nur als potenziell sexistisch betrachtet, sondern als Ver­körperung des Sexismus selbst. Die Rassifizierung trans­formiert so soziale Beziehungen wie der Sexismus oder die Homo­phobie in vermeint­lich kulturelle oder gar rassische Merkmale. In dieser Perspektive wird die Laizität als eine Voraus­setzung für die Emanzipation der Frauen charakterisiert und «der Islam» als deren Gegen­spieler. Diese Gegen­über­stellung, schein­bar offen­sichtlich, verdeckt jedoch komplexere Realitäten, ins­besondere geschlechts­spezifische Gewalt, das Lohn­gefälle zwischen Frauen und Männern oder auch die un­gleiche Ver­teilung der unbe­zahlten Haus- und Familien-Arbeit, die auch in soge­nannten gleich­berechtig­ten Gesell­schaften weiter­hin bestehen.2

Sogenannt «importierte» Gewalt

Das Bild des muslimischen Mannes als einer problematischen Figur beschränkt sich nicht auf das eines Mannes, der an­geblich Frauen unter­drückt. Es wird zusätz­lich begleitet durch eine weiter gefasste Ver­bindung zu geschlechts­spezifischer Gewalt. Wie es Samy zusammen­fasst: «Man sagt, der muslimische Mann ist gewalt­tätiger als der nicht-muslimische Mann». Bestimmte politische Diskurse machen diese Dar­stellung besonders deut­lich. Das gilt beispiels­weise für ein von Melissa Gerber am 13. Juni 2019 verfasstes Flug­blatt, damals Präsidentin der Jungen SVP Fribourg (Schweizerische Volkspartei, eine rechts­populistische Partei). Das Dokument beschwört «importierte Gewalt» und schreibt Hand­lungen wie sexuelle Über­griffe, Zwangs­heirat oder weibliche Genital­verstümmelung «nicht-integrierten» Männern zu.

Das Datum dieses Flug­blattes ist nicht unbe­deutend. Am Vo­rabend des feministischen Streiks vom 14. Juni 2019 ver­öffentlicht, bei dem sexualisierte Gewalt zu den wichtigsten Mobilisierungs­themen zählten, zeigt das Flug­blatt, wie legitime feministische An­liegen von nationalistischen und immigrations­feind­lichen Strömungen verein­nahmt werden können (Farris, 2017; Khazaei, 2022). Hier wird sexualisierte Gewalt nicht mehr als über­greifendes gesell­schaft­liches Problem betrachtet, sondern als ein Merk­mal spezifischer Gruppen, die kulturellen, ethnischen und religiösen Kategorien zuge­ordnet werden.

Diese Art von Diskurs führt eine doppelte Bewegung aus. Einer­seits verbindet er Islam, Migration und ins­besondere muslimische Männer mit Gewalt und dem Patriarchat. Anderer­seits konstruiert er die Schweizer Gesell­schaft implizit als einen gleich­berechtigten Raum, in dem solche Gewalt­taten von aussen kommen, marginal sind oder importiert werden. Indem diese Diskurse sexualisierte Gewalt in ein «Anders­wo» ver­lagern und sie Bevölkerungs­gruppen zu­schreiben, die als fremd wahr­ge­nommen werden, ver­stärken sie die Rassifizierung. Bestimmte Gruppen werden so als intrinsisch gewalt­tätig darge­stellt, während das Bild einer vermeint­lich egalitären nationalen Gesell­schaft aufrecht­erhalten wird. Diese Ver­lagerung trägt im Gegen­zug dazu bei, den strukturellen Charakter sexualisierter Gewalt zu ver­schleiern, die auch die Schweizer Gesell­schaft durch­dringt.

Ganz reale Auswirkungen

Angesichts dieser Zuschreibungen sagt Ody, dass er seine Art, sich zu präsen­tieren, manch­mal anpasst. Wie er am Anfang dieses Artikels erklärt, achtet er auf seine Kleidung und das Bild, das er ver­mittelt, um nicht mit der Figur des gefährlichen und unter­drückerischen muslimischen Mannes in Ver­bindung gebracht zu werden. Aber er beschreibt auch eine Wider­stands­haltung: «Ich habe aufge­hört, eine Recht­fertigungs­haltung einzu­nehmen, denn das ist eine unter­legene Haltung». Durch seine Weigerung, sich zu recht­fertigen, stellt er die Vor­stellung selbst in Frage, dass er ständig sein Bekennt­nis zu bestimmten Werten unter Beweis stellen müsse, um als legitimer Bürger aner­kannt zu werden. Diese Ambivalenz zeigt, dass der Prozess der Rassifizierung sehr reale Zwänge produziert, ohne den Betroffenen jedoch ihre Handlungs­fähigkeit zu nehmen. Je nach Kontext können Individuen somit ihre Art der Selbst­präsentation anpassen, um bestimmte Zuschreibungen zu ver­meiden, Recht­fertigungen ver­weigern, auf Ironie und Sarkas­mus zurück­greifen, um Stereo­typen zu destabili­sieren oder sich dafür ent­scheiden, ihnen keine Bedeutung zuzumessen.

Darüber hinaus tragen diese Dar­stellungen dazu bei, die Konturen der nationalen Gemein­schaft neu zu definieren. Durch die Konstruktion einer rassifizierten Figur des muslimischen Mannes, der als grund­sätzlich unver­einbar mit den Normen der Gleich­stellung und der Modernität darge­stellt wird, zielen diese Dar­stellungen darauf ab, ihn symbolisch aus der Nation auszu­schliessen. Wie Samy unter­streicht, «das betrifft nicht nur die Männer, sondern die Muslime all­gemein, die an­gesichts der gesellschaft­lichen Probleme zu Sünden­böcken geworden sind». Dieser Rassifizierungs­prozess geht somit über die reine Figur des muslimischen Mannes hinaus. Indem muslimische Männer als unver­einbar mit der Geschlechter­gleich­stellung dargestellt werden, tragen diese Dar­stellungen all­gemein dazu bei, den Islam zu rassifizieren und ihn als etwas Fremdes darzu­stellen, das ausser­halb der schweizerischen nationalen Zugehörig­keit steht.

Die Originaalfassung dieses Textes ist auf Französisch. Er wurde von Noemi Trucco ins Deutsche übersetzt.

[1] Pierre Gautier, im Original in Französisch, zitiert in: Laure Lugon Zugravu « L’islam au cœur du débat sur la laïcité », Le Temps, 14. Februar 2018.

[2] In der Schweiz bestehen in vielen Bereichen nach wie vor geschlechts­spezifische Ungleich­heiten. Im Jahr 2022 verdienten Frauen im Durch­schnitt 16,2% weniger als Männer und über­nahmen im Jahr 2024 einen grösseren Anteil der unbezahlten Haus- und Familien­arbeit (Eidgenössisches Büro für die Gleich­stellung von Frau und Mann, Zahlen und Fakten zur Gleichstellung, 2026). Polizei­statistiken zeigen zudem, dass die wegen Straftaten gegen die sexuelle Integrität Beschuldigten über­wiegend Männer sind (Bundesamt für Statistik, Sexualisierte Gewalt: Beschuldigte nach Geschlecht, 2025). Diese Zahlen beziehen sich jedoch auf registrierte Fälle, und die Forschung betont, dass sexualisierte Gewalt nach wie vor in grossem Umfang nicht angezeigt wird.

Bio

Sébastien Dupuis ist Junior Researcher am Schweizerischen Zentrum für Islam und Gesell­schaft der Universität Freiburg. Er ist zudem Doktorierender und forscht zu Konstruktionen muslimischer Männlich­keit in der Romandie. Seine Arbeits­schwerpunkte sind Islam im europäischen Kontext, Gender und Rassifizierungs­prozesse.

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