Neu erschienen: Flüsse / Rivers
15. Oktober 2026
Als 'natürliche' Grenzen wurden Flüsse oft mythologisch und metaphorisch überhöht und (kolonial-)politisch missbraucht. Das Heft versteht Flüsse buchstäblich und figurativ als Entitäten für grenzüberschreitenden Aushandlungsprozesse. Diese beziehen sich auf die materiale Qualität des Wassers sowie auf die Bedeutung von Flüssen für die menschliche und planetare Gesundheit. Reflektiert und modelliert werden diese Prozesse und Bedeutungen wiederum in den Künsten: Fluviale Systeme erfordern fluide Poetiken, die disziplinäre Grenzen überfluten. Darin liegt sogleich das subversive Potential einer interdisziplinären Erforschung von Flüssen. Liquidität und Fluidität sind Denkfiguren, die über dominante Epistemologien und Ästhetiken hinausführen. Sie fordern nicht zuletzt die Dichotomie von Natur vs. Kultur heraus, um alternative Bedeutungen angesichts der ökologischen Krise in den Vordergrund zu rücken. Die im vorliegenden Heft zusammenfliessenden Beiträge entwickeln so ein kontra-anthropozentrisches Denken, das sich in eine sorgebasierte Beziehung mit Flüssen übersetzt.