Jahrestagung 2012: Vita interactiva. Kulturtheoretische Annäherungen an die digitale Lebensform
21. April 2012 — Museum Rietberg, Novartis Saal, Gablerstrasse 15, 8002 Zürich
Inwiefern unterscheidet sich virtuelles Tennis vom Tennisspiel im Freien? Warum werden Kinder, zum Beispiel in Museen, wie selbstverständlich angezogen von Touch Screens, welche ihrerseits zugänglich machen, was in der Ausstellung ohnehin zu sehen ist? Warum schauen wir Kochsendungen, ohne danach selbst den Kochlöffel zu schwingen? Theoretischer formuliert: Wodurch zeichnet sich eine «interaktive» Tätigkeit aus? Welche Rolle spielt die Digitalisierung für die Herausbildung interaktiver Praktiken? In welchem Verhältnis steht Interaktivität zu Kontemplation oder zu einer aktiven Lebensführung und was unterscheidet jene von einem interpassiven Lebensvollzug?
Der diesjährige Studientag thematisiert neueste Entwicklungen in der digitalen Forschung, wagt einen Blick in die nahe technologische Zukunft und stellt deren Auswirkungen auf das Verhalten oder Handeln Einzelner und die sozialen Folgen zur Diskussion. Taugt der Begriff der Interaktivität zur Erfassung aktueller Phänomene im Kontext von Digitalisierung und Virtualität? Wie wird er gebraucht, in welcher Tradition steht er und wie positioniert er sich zu anderen Begriffen oder Tendenzen? Wie verändert der Blick auf technische Systeme und die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine unser Handeln und Denken – und schliesslich: Welche Art von Wechselbeziehung akzentuiert der Begriff der Interpassivität?
In Kooperation mit dem Museum Rietberg, Archivausstellung «Plattform Multimedia»
www.rietberg.ch
Programm
9.30 Christine Abbt, Frankfurt / Doris Agotai, Zürich Begrüssung, Einleitung
10.00 Petra Missomelius, Philipps-Universität Marburg
Mediale Interobjektivitäten – zur Interaktivität als Paradigma des Digitalen
11.00Pause
11.30 Gerhard Buurman, Zürcher Hochschule der Künste Regeldesign
12.30 Mittagspause und Einblicke in die Ausstellung Plattform Mulitmedia
13.30 Robert Pfaller, Universität für angewandte Kunst WienBleiben, Lassen. Die interpassive Utopie
14.30 Pause
15.00 Katja Kwastek, Universität MünchenZwischen Aktion und Reflektion – Interaktivität in der Medienkunst
16.00 Schlusswort, im Anschluss Generalversammlung SGKS (16.15–17.00)