Jahresbericht 2025 der SGJF

Erik Petry, Präsident01. Januar 2026

Im Jahr 2025 wurde der 2024 getroffene Beschluss, mit dem «Fachverband für Judaistik, Jüdische Studien und Jüdische Theologien in Deutschland» in Kontakt zu treten, um institutionelle Kooperationen zu vereinbaren, umgesetzt. Diese Initiative ging damals vom deutschen Fachverband aus, mit dem die SGJF nun in engerem Kontakt steht. Der «Fachverband» ist daran interessiert, Mitglieder auch aus der Schweiz (und Österreich) in den deutschen Fachverband aufzunehmen. Die Diskussion drehte sich also zunächst darum, ob man in zwei nationalen Verbänden Mitglied sein könne. Dies erscheint grundsätzlich möglich, aber dann obsolet, wenn die nationalen Verbände enger kooperieren, d.h. wenn es um inhaltliche Fragen geht und nicht um Mitgliederzahlen. Zwar sind die Situationen der Judaistik/Jüdischen Studien (inneruniversitär und ausserhalb der Universität) teilweise sehr unterschiedlich, dies wurde aber nicht als Nachteil, sondern als Grundlage für einen gewinnbringenden Austausch angesehen.

Innerhalb der SGJF haben diese Kontakte die Frage aufgeworfen, ob man die SGJF nicht stärker akademisch ausrichten solle, da heute die Judaistik/Jüdischen Studien zentral an den Universitäten verankert ist. Dies war in den 1980er und 1990er Jahren, als die Fachverbände gegründet wurden, nicht der Fall. Dieser Entwicklung soll Rechnung getragen werden. Für das Jahr 2026 sind dazu ganz grundsätzliche Überlegungen und Vorschläge geplant.

Unberührt von diesen Diskussionen bleibt die von der SGJF mit herausgegebene Zeitschrift «Judaica. Neue digitale Folge» (JNDF) unser zentrales Produkt im Moment. Der Outreach ist weiterhin hoch innerhalb und ausserhalb der Schweiz. Die JNDF bietet niederschwellige Publikationsmöglichkeiten, wobei «niederschwellig» nicht die Qualität und das Peer-Review-Verfahren meint, sondern die leichte Zugänglichkeit für (vor allem junge) Forscher:innen in der Schweiz. Dieser auch schon im letzten Jahresbericht genannte Punkt wird gerade von Doktorierenden stärker nachgefragt.

Link zur Zeitschrift und zur siebten Nummer der JNDF:

https://judaica.ch/issue/view/judaica-7-2026