Schweizerische Musikforschende Gesellschaftspacespace
Mittwoch, 08. Februar 2012






17-03-2010


SMG Sektion Bern
17.03.2010 - 17.03.2010, 18.00 Uhr | Bern, Hochschule der Künste Bern, Papiermühlestrasse 13a (Kammermusiksaal)

PD Dr. Stephan Mösch (Berlin): Was heisst »Bayreuther Stil«?

Richard Wagner wollte bei den Bayreuther Festspielen Musteraufführungen schaffen, die stilbildend sein sollten – nicht nur für seine Werke, sondern auch für diejenigen anderer Komponisten. Bis zu seinem Tod 1883 blieb ihm jedoch keine Zeit, dieses Projekt umzusetzen. Der sogenannte »Bayreuther Stil« ist eine Sache, die die Ägide seiner Witwe Cosima betrifft. Selbstverständlich versucht der »Bayreuther Stil«, Wagners Forderungen zu entsprechen. Trotzdem hat er diese Forderungen oft mehr verfremdet als eingelöst. Und er wirkte bis weit ins 20. Jahrhundert hinein, teilweise sogar bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Vortrag arbeitet Charakteristika des »Bayreuther Stils« in Theorie und Praxis heraus und setzt dabei auch Tonaufnahmen mit Künstlern des frühen Bayreuth ein. Gezeigt wird, wie eng musikpraktische, mentalitätsgeschichtliche und weltanschauliche Fragen um die Wende zum 20. Jahrhundert verbunden waren: Interpretationsgeschichte und Rezeptionsgeschichte erweisen sich als Facetten von Zeitgeschichte.

In Zusammenarbeit mit dem Forschungsschwerpunkt Interpretation der Hochschule der Künste Bern.
 




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