Digital Humanities

Donnerstag 28. November 2013 — Freitag 29. November 2013 — Kornhausforum, Bern

Digital Humanities: Neue Herausforderungen für den Forschungsplatz Schweiz

SAGW

Einleitung

«Digital Humanities» nehmen einen immer grösseren Stellenwert in der Forschung und der Lehre ein und beginnen sich an verschiedenen Kristallisationspunkten in der Schweiz – internationale Tendenzen aufnehmend – zu institutionalisieren. Der digitale Wandel – ist es gar ein digital turn? – tangiert mittlerweile viele Aspekte geisteswissenschaftlicher Forschung: Von den spezifischen Anforderungen an die Forschungsförderung, über die Bereitstellung von Forschungsinfrastrukturen, über Forschungsthemen und -methoden, über die Lehre und die Vermittlung bis hin zur Sicherung und ständigen Verfügbarkeit der Daten. In diesem sich rasant entwickelnden Feld sind zahlreiche Institutionen und Akteure involviert – auch die SAGW, die sich seit 2008 für eine digitale Infrastrukturinitiative für die Geisteswissenschaften einsetzt. Vor diesem Hintergrund gilt es, Forschende, beteiligte Institutionen und Nutzergruppen zusammenzubringen, gegenseitige Kenntnisnahme herzustellen und gemeinsame Ziele zu identifizieren. Expertinnen und Experten erörtern, inwiefern wir in der Schweiz auf die Herausforderungen des digitalen Wandels in Bezug auf Forschung und Lehre an den Uni-versitäten, auf die Forschungsförderung sowie auf die Forschungsinfrastrukturen in den Geisteswissenschaften vorbereitet sind. Die Diskussionen soll zeigen, ob und inwiefern Handlungsbedarf besteht.

Leitfragen

1. Kann angesichts der fortschreitenden Institutionalisierung der Digital Humanities an den Universitäten von einer breiten Neuausrichtung der Forschung und Lehre im Zusammen-hang mit dem digitalen Wandel die Rede sein? Wird das bestehende methodische Instrumentarium lediglich modifiziert oder durch neue, genuin digitale Methoden erweitert? Was ist neu im Sinne des Erkenntnisgewinns? Begünstigen die Digital Humanities interdisziplinäre Forschungsumgebungen oder überwiegen disziplinäre Ausrichtungen? Liegen den Digital Humanities grundlegend neue Forschungsfragen zugrunde?

2. Welche internationalen Tendenzen sind im Zusammenhang mit dem digitalen Wandel zu beobachten im Bereich der Forschungsinfrastrukturen und programme sowie der institu-tionellen Zusammenarbeit? Wo steht der Forschungsplatz Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern?

3. Welches sind die Bedürfnisse der geisteswissenschaftlichen Fachgemeinschaften angesichts des digitalen Wandels in Bezug auf die Lehre, auf die Forschungsinfrastrukturen und -förderung? Überwiegen die Gemeinsamkeiten oder gibt es disziplinäre Differenzen? Braucht es weitere Impulsprogramme für die Digital Humanities? Erfüllen die Förderinstrumente der Forschungsförderungsorganisationen die Erwartungen und Bedürfnisse der Digital Humanities? Müssen sich die bestehenden Forschungsinfrastrukturen neu ausrichten? Sind neue Formen der Zugangssicherung zu Forschungsresultaten notwendig?

Ziele

a) Austausch und Vernetzung der an Digital Humanities interessierten Personen; gegenseitige Kenntnisnahme laufender und geplanter Projekte.

b) Stand der Entwicklung der Digital Humanities in der Schweiz anhand ausgewählter Fachbereiche ermitteln.

c) Identifikation gemeinsamer forschungspolitischer Erwartungen in Bezug auf die Förderung, Informationssicherung und Vernetzung.

d) Verankerung des neulancierten Daten- und Dienstleistungszentrums und des Konzepts der Data Curation der SAGW in der Forschungsgemeinschaft.

e) Positionsbezug zur Mitwirkung an internationalen Programmen, insbesondere DARIAH.


Struktur der Tagung

Die zweitägige Veranstaltung richtet sich an ein nationales, an den Geisteswissenschaften interessiertes Publikum. Sie wird eröffnet durch Kurzpräsentationen zu laufenden Schweizer Digital Humanities-Projekten, die einen Überblick zu den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten digitaler Arbeitsmethoden in den Geisteswissenschaften geben sollen. Im zweiten Teil wird exemplarisch anhand von vier Disziplinen und ausgehend vom status quo erörtert, ob der digitale Wandel mit Blick auf Forschung und Lehre etwas Neues und Eigenständiges hervorgebracht hat oder ob es sich um eine Erweiterung von bestehenden Forschungs- und Lehrtraditionen handelt. 


Der zweite Tag der Veranstaltung gilt den forschungspolitischen Aspekten wie der For-schungsförderung und den geisteswissenschaftlichen Forschungsinfrastrukturen. Der Vergleich mit internationalen Entwicklungen soll zeigen, wo die Digital Humanities in der Schweiz stehen. Der letzte Teil fokussiert auf die Bedürfnisse der geisteswissenschaftlichen Fachgemeinschaft, insbesondere was die Forschungsförderung und die -infrastrukturen anbelangt. Podiumsgespräche vertiefen jeweils die geführten Diskussionen und loten aus, ob und inwiefern Handlungsbedarf besteht.


Vorbereitungsgruppe

Enrico Natale (infoclio.ch), Claire Clivaz (Uni Lausanne), Beat Immenhauser (SAGW), Peter Haber (Uni Basel), Michael Stolz (Uni Bern), Lukas Rosenthaler (Uni Basel), Sacha Zala (DDS), Martin Volk (Uni Zürich), Kijan Malte Espahangizi (ETH und Uni Zürich)

 

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