Position der SAGW zu Open Access

Aktuelle Position der SAGW zu Open Access

In der von uns auch im Bulletin 4/2008 deklarierten Position zu Open Access resp. zum digitalen Publizieren unterstreichen wir, dass wir zusammen mit den Verlagen Open Access vorantreiben wollen. Zu diesem Zweck führte das Generalsekretariat mit VertreterInnen der Verlage Chronos, Schwabe AG, Academic Press, Seismo und Lang Gespräche über Umsetzungsmöglichkeiten von Open Access-, resp. digitalen Publikationsformen. Es zeigten sich die folgenden höchst positiven Resultate, über die weitgehender Konsens besteht:

  1. Inhaltsverzeichnisse und Abstracts sollen online frei zugänglich sein.
  2. Es ist darauf hinzuwirken, dass die AutorInnen drei Monate nach Erscheinen der Zeitschrift ein durch den Verlag hergestelltes PDF ihres Artikels als elektronischen Sonderdruck erhalten. Da gemäss Obligationenrecht § 382 Urheberrecht und Nutzungsrecht drei Monate nach der Publikation des Artikels wieder an den Autor zurückfallen, steht einer Hinterlegung des Textes auf einem Repository nichts im Wege, wenn im Verlagsvertrag keine anderen Vereinbarungen getroffen worden sind. Eine Aufschaltung von Pre-Prints auf Repositories ist nicht sinnvoll, weil so mehrere Versionen eines gleichen Artikels zirkulieren.
  3. Die Verlage haben Bereitschaft gezeigt, nach einer Sperrfrist von einem bis zwei Jahren die Zeitschriften Open Access aufzuschalten und dies für eine Experimentalphase von ca. fünf Jahren. Nach fünf Jahren wird analysiert, wie sich die Abonnementszahlen entwickelt haben und entschieden, ob die Zeitschriften weiterhin Open Access publiziert werden oder nicht.
  4. Wenn die Auflage einer Zeitschrift unter 300 Exemplaren liegt, empfiehlt es sich, den kostengünstigeren Digitaldruck zu prüfen. Hybrid-Versionen – abgestufte Mitgliederbeiträge, wonach Mitglieder, die die gedruckte Fassung wünschen, einen höheren Beitrag bezahlen – lohnen sich nicht, weil die Druckkosten auch für wenige Exemplare hoch ausfallen.
  5. Der Lang-Verlag ist im Begriffe, nach dem Reader-Pays-Modell für die jeweils aktuellen Ausgaben eine eigene digitale Plattform aufzubauen. Nach einem Zeitraum von 2-3 Jahren ist der Verlag bereit, die Zeitschriften Open Access aufzuschalten.
  6. Die Verhältnisse zwischen Verlagen und Zeitschriften sind unterschiedlicher Natur: Einige Verlage investieren viel Aufwand in eine Zeitschrift (etwa für das Layout), während andere lediglich die Vervielfältigung und Diffusion der druckfertigen Texte erledigen. Ein fallspezifischer Umgang je nach Verlag / Zeitschrift ist deshalb angezeigt.
  7. Die SAGW ist weiterhin bereit, die Verlage für ihre Arbeit (Redaktion, Lektorat, Indexierung, Editionsarbeit, Qualitätssicherung usw.) finanziell zu unterstützen.
     
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