Zukunftsfähige Arbeitsmärkte

Rahmenbedingungen für zukunftsfähige Arbeitsmärkte

In Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Arbeitgeberverband und Pro Familia will die SAGW zwei eng miteinander verflochtene Fragen in einer lösungsorientierten Perspektive zur Diskussion stellen: die Vereinbarkeit von Elternschaft und Erwerbsarbeit und Arbeit im Lebensverlauf. Die zwei Themenbereiche werden an zwei Tagung diskutiert. Die erste Tagung fand am 5. Juni in Bern statt und trug den Titel «Familienergänzende Kinderbetreuung. Erfahrungen – Rahmenbedingungen – Weiterentwicklung». Die zweite Tagung fand am 13. November in Zürich statt und hatte zum Thema die Arbeit im Lebensverlauf.

Der demographische Wandel, veränderte Lebensverhältnisse und Lebensformen wirken sich folgenreich auf die Arbeitsmärkte aus: Eine Geburtsrate unter dem Reproduktionsniveau wird in Europa und in der Schweiz markant ausgeprägt zu einer stagnierenden, allenfalls schrumpfenden Bevölkerung führen. Ebenso wird sich eine demographische Alterung der Bevölkerung einstellen: Die Menschen werden länger leben, was den Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung ansteigen lässt. Dient indes nicht das kalendarische Alter, sondern die Lebenserwartung und der Gesundheitszustand als Referenzwert, so verjüngt sich die Bevölkerung: Über alle Alterskategorien nimmt sowohl die Lebenserwartung als auch die Anzahl ‚gesunder’ Jahre und damit die Leistungsfähigkeit zu. Dies verdeutlicht, dass der demographische Wandel Chancen und Risiken birgt, jedoch in jedem Fall Anpassungen erfordert: Es zeichnet sich ein Arbeitskräftemangel ab, welcher nur beschränkt durch Migration aufgefangen werden kann. Vordringlich sind daher Investitionen in das verfügbare Humanvermögen: Der Aufbau, die Pflege, der Erhalt und die optimale Nutzung der Potenziale von Frauen wie Männern in der Erwerbs- und Familienarbeit sind daher vordringlich. Dies erfordert eine hohe Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit, wobei zwei Variablen besonders kritisch sind: (Infra)strukuren und Zeit – Wirksam und zielführend ist eine Organisation des Alltages wie der Arbeitswelt, welche Erwerbstätige, die für Kinder und zunehmend für ihre Eltern sorgen, entlastet und zugleich dem Erhalt der Arbeitskraft dienlich ist.

Arbeit im Lebensverlauf: Zweite Tagung am 13. November 2014 in Bern

Nachgedacht werden soll über eine den unterschiedlichen Bedürfnissen der einzelnen Lebensphasen angepasste Arbeitszeitmodelle, eine Arbeitsorganisation, welche der Vereinbarkeit dienlich ist und über Erwerbslaufbahnen und Massnahmen, die eine flexible Einbindung in den Arbeitsprozess über den Lebensverlauf ermöglichen.

«Familienergänzende Kinderbetreuung: Erfahrungen – Rahmenbedingungen – Weiterentwicklung»: Erste Tagung am 5. Juni 2014 in Bern

Im Bewusstsein, dass Familienarbeit die Sorge für unselbständig und abhängige Familienangehörige jeglichen Alters einschliesst, fokussiert die erste Veranstaltung die in der Schweiz seit 2004 prominent postulierte, aber immer noch ungenügend eingelöste Vereinbarkeit von Elternschaft und Erwerbsarbeit: Im Zentrum stehen dabei die Infrastrukturen bzw. die Organisation und Finanzierung familienergänzender Betreuungsangebote sowie der Aufbau von Tagesstrukturen.

Kurzdokumentation

Die SAGW hat im Hinblick auf diese Tagungen Fakten und Diskussionsbeiträge zur Vereinbarkeit Elternschaft und Erwerbsarbeit sowie eine Dokumentation sowie eine Kurzdokumentation zur Arbeit im Lebensverlauf vorbereitet.

Diskussion zur Talent- und Expertiseentwicklung älterer Menschen am 17. März 2015

 Die jüngst publizierte Studie „Potenziale im Alter(n): Unausgeschöpfte Talent- und Expertisereserven“ von Prof. Margrit Stamm wurde am 17. März in Zürich vorgestellt. Auf dem Podium diskutierten prominente Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft die Empfehlungen der Autorin. Die Generation 60+ verfügt über eine breite meist nicht ausgeschöpfte Talentexpertise. Eine neue Betriebskultur, eine stärkere Wertschätzung der Generation 60+ und zeitgerechte Altersbilder sollen zur besseren Ausnutzung dieser Potenziale beitragen. Die Studie ist unter www.margritstamm.ch abrufbar.

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