Colloques

Traditionen erleben: Immaterielles Kulturerbe

Studierendentagung 2018: Von Studierenden für Studierende
Kulturerbe ist überall und dieses Jahr besonders präsent, da wir das Jahr des Kulturerbes – Kulturerbe2018 – "feiern". Die Formen und Möglichkeiten, sich seiner eigenen Vergangenheit zu erinnern (oder zu vergewissern), sind äusserst vielfältig. Und eingebunden in diese Aktivitäten sind ebenso viele unterschiedliche Personen und Institutionen, die sich dem Bemühen widmen, Kultur zu inventarisieren, zu bewahren, zu praktizieren und zu vermitteln, um es weiterzuvererben. Interessant an diesem Phänomen sind Fragen wie: Was wissen wir von früher, was wird uns weitergegeben und was wollen wir damit in der Zukunft? Wer sammelt, wer tradiert und wer erbt? Mit anderen Worten: Für wen dokumentieren wir Kulturerbe, zu welchem Zweck und zu welchem Ziel?
In verschiedene Formen – durch die Lektüre und kritische Diskussion einschlägiger Texte, durch Gespräche mit ExpertInnen, durch Workshops und eigene kleine Feldforschungen – wird das Thema des aktuellen Umgangs mit (dem) Kulturerbe an der Exkursion zum Freilichtmuseum Ballenberg umrundet und kritisch reflektiert.

Kosten: 60 CHF inkl. Eintritt, Workshop, Seminar, Übernachtung, Abendessen und Frühstück
Exkl.: Anreise/Heimreise, Lunch, weitere persönliche Kosten

Anmeldung unter: kuwi-studierendentagung@gmx.ch

Vergangene Tagungen

jeudi 05. avril 2018 — samedi 07. avril 2018 — Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie, Alte Universität, Rheinsprung 9, CH-4051 Basel

"Embedded Digitalities"

DGV-Kommission „Digitalisierung im Alltag“/Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde

Aktuell lässt sich beobachten, dass Forschende in allen gegenwärtig relevanten kulturwissenschaftlich/-anthropologischen Forschungsfeldern mit digitalen Phänomenen, Prozessen oder Infrastrukturen konfrontiert sind und die Digitalisierungsforschung aus der Nische einer Subdisziplin heraustritt. Mit dem zentralen Fokus der Tagung 2018 auf das Thema „Einbettungen“ macht die Kommission diese Entwicklung explizit zum Thema. Das Digitale wird als eine relationale Konstruktion in den Blick genommen und es soll gezielt nach den verschiedenen Weisen gefragt werden, in denen digitale Medien, Technologien, Ideologien, Infrastrukturen etc. eingebunden sind.

jeudi 16. novembre 2017 — samedi 18. novembre 2017 — Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien

Orientieren & Positionieren, Anknüpfen & Weitermachen: Wissensgeschichte der Volkskunde/Kulturwissenschaft in Europa nach 1945

Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde (SGV) & Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien

…and would in a few years make all Europe, or the greater part of it,
as free and as happy as Switzerland is today.

Am 19. Dezember 1946 hielt Winston Churchill vor akademischem Publikum seine „Europa-Rede“, in welcher er für den zerstörten Kontinent ein Konzept der „European Family in a regional structure“ entwarf und einen Zusammenschluss jenseits nationalistischer Tendenzen proklamierte. Dass der einflussreiche Politiker ausgerechnet an der Universität Zürich sprach, unterstreicht die Rolle und die Darstellung der Schweiz als transnationales, vielfach genutztes und gedeutetes Leitbild der unmittelbaren Nachkriegszeit. Gerade für die „kleinen Nationen“ (Churchill) wie Österreich diente die Schweiz in den komplexen staatlichen wie regionalen Selbst- bzw. Identitätsfindungsprozessen nach 1945 als Orientierungs- und Positionierungshilfe.
Fast gleichzeitig und mit der praktisch gleichen Funktion bot Richard Weiss‘ Grundriss Volkskunde der Schweiz (1946) dem Fach Volkskunde in den NS-korrumpierten Ländern Ausgangspunkt zu einem disziplinären Neustart. Den AkteurInnen der Schweizer Volkskunde wurde europaweit quasi eine Moderatorenrolle für die Neuorientierung des Faches in Epistemologie, Methoden und Fachkonzeption zugesprochen. Zugleich verbanden sich mit den „Schweizern“ auch Hoffnungen auf eine Weiterarbeit in bestehenden persönlichen wie institutionellen Netzwerken. Insofern sagt das Bild einer „neutralen Schweizer Volkskunde“ viel über disziplinäre Verhältnisse nach 1945 aus.
Die Tagung der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde und des Vereins für Volkskunde in Wien nimmt diese gesellschaftsrelevanten wie wissenschaftsstrategischen „Schweiz-Bilder“ zum Ausgangspunkt kulturwissenschaftlicher Reflexionen über Aspekte von Internationalisierung bzw. Europäisierung, von nationaler und regionaler Konzeption des fachlichen Wissens in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die in solche Erzählungen eingeschriebenen Vorstellungen von Peripherie und Zentrum volkskundlich-kulturwissenschaftlicher Wissensproduktion und ihre hohe Wirkmächtigkeit sollen analysiert werden. An der volkskundlichen Fach-, Wissens- und Institutionengeschichte lassen sich diese vielfältig politischen Prozesse
nachzeichnen, die in Österreich etwa am Volkskundemuseum in Wien zu finden sind. Das Österreichische Museum für Volkskunde ist auch Veranstaltungsort der
Tagung 2017.
Im analytischen Nachvollzug von Strategien, Praktiken und Allianzen der Wissenskonstruktion will die Tagung die Frage nach den Funktionen dieses volkskundlich-kulturwissenschaftlichen Wissens im jeweiligen gesellschaftsgeschichtlichen Kontext stellen und zentral positionieren.

OrganisatorInnen:

Dr. Sabine Eggmann, Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde (SGV), Basel/CH
Mag.a Birgit Johler, Haus der Geschichte Österreich, Wien/A
Dr. Konrad Kuhn, Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie,
Universität Basel/CH & Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie - Fachbereich Europäische Ethnologie, Universität Innsbruck/A
Mag.a Magdalena Puchberger, Institut für Europäische Ethnologie, Universität
Wien/A

jeudi 07. septembre 2017 — samedi 09. septembre 2017 — Bâle & Zurich

Von Schlemmer bis Veganer: Die Kultur von Essen

Société Suisse des Traditions Populaires (SSTP)

Die Studierendentagung bietet die Möglichkeit, in die aktuellen Debatten und Forschungstätigkeiten der Kulturanthropologie einzutauchen. Anhand unterschiedlicher Formate wird das wissenschaftliche Arbeiten – am spezifischen Thema Essen – vorgestellt und gemeinsam trainiert. Von der Präsentation eigener (Seminar)-Arbeiten über Science Slam und Filmanalyse bis hin zu vertieften Textdiskussionen wird der Austausch über kulturanthropologisches Denken und Forschen angeregt. Alle Teilnehmenden erhalten einen Reader mit ausgewählter Fachliteratur, um sich inhaltlich einzulesen und die gemeinsamen Diskussionen an der Tagung vorzubereiten.


Anmeldung unter Sabine.Eggmann@volkskunde.ch . Plätze sind beschränkt!

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