Die Schweizerische Gesellschaft für Soziologie (SGS) bedauert, dass ihre ehemalige Präsidentin Claudia Honegger von ihrer Professur an der Universität Bern unter Protest zurücktritt. Der Vorstand will sich nicht zu persönlichen/internen Konflikten äussern. Er hält aber die vorgesehenen Reformen in den sozialwissenschaftlichen Studiengängen an der Universität Bern für heikel und kann die Proteste der Studierenden gut nachvollziehen.
Der geplante Bachelor Studiengang „Sozialwissenschaften,“ der aus den drei Fächern Medienwissenschaften, Politologie und Soziologie bestehen wird, mag insofern sinnvoll sein, als er den Studierenden erlaubt, sich auf der Masterstufe ins persönlich bevorzugte Fach zu finden. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den drei versammelten Fächern im Hinblick auf wesentliche Ausbildungsinhalte und die Forschungskulturen doch erheblich. Es bleibt abzuwarten, ob diese Bündelung auch die wissenschaftliche Qualität steigert. Es ist jedenfalls klar, dass dieser BA-Sozialwissenschaften die fachspezifischen Inhalte der Soziologie gegenüber einer vollständigen Lizentiatsausbildung im Fach ausdünnen muss.
Nach Rücksprache mit für die Reform Zuständigen und Verantwortlichen wird der Vorstand der SGS sich dafür einsetzen, dass die Soziologie an der Universität Bern nach der Reorganisation weiterhin in hoher Qualität und in genügendem Umfang angeboten wird.
Im Namen des Vorstandes
Ch. Maeder, Präsident


