Sammlung

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I. Foto- / Bildersammlungen

Die Grundlage der Fotosammlungen wurde mit der Donation der umfassenden Sammlung von Ernst Brunner gelegt, die 1980 in den Besitz der Gesellschaft für Volkskunde überging. Diese ab den frühen 1930er Jahren angelegte Sammlung von rund 46'000 Negativen (von denen rund 20'000 auch als Papierabzüge vorhanden sind) umfasst ländliches Leben und handwerkliche Tätigkeiten und wurde vom Fotografen auf zahlreichen Reisen vor allem in der Schweizer Alpenregion zusammengetragen. Der Wert dieser Sammlung wurde erst allmählich offensichtlich: eine technische Voraussetzung waren Ordnungs- und Katalogisierungsarbeiten, die von einer ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterin über Jahre erledigt wurden; als andere Voraussetzung stellte sich das wachsende publizistische Interesse an alten Fotografien mit volkskundlichen Themen heraus, das sich an der erfolgreichen Publikation von Fotobänden und an der zunehmenden Zahl von Fotoausstellungen ethnologischer Museen ablesen lässt.

Aufbauend auf der Sammlung Brunner bemüht sich die Gesellschaft für Volkskunde um den Erwerb weiterer fotografischer Dokumentationen.

1995 ist eine repräsentative Publikation ausgewählter Fotos aus der Sammlung Brunner erschienen, wobei die Bilder in einen weiteren historischen und sozioökonomischen Rahmen gestellt worden sind.

1 Bildersammlung zur Enquête I + Zusätze

Eingang 1937
Zeit 30er Jahre und später
Umfang 3'400 Bilder und Fotos, Postkarten
Ordnung Geordnet nach Frageheft der Enquête I

Bildmaterial, welches im Zusammenhang mit der Enquête I (der Vorläuferin des Atlas der schweizerischen Volkskunde) gesammelt wurde.

2 Trachtenbildersammlung Julie Heierli

Eingang 1952
Zeit 17. - 19. Jahrhundert
Umfang 3'000 Trachtenbilder (Stiche, Drucke, Abb.)
Ordnung 1952 - 1965 von Frau Grossmann geordnet (Registerheft)

Die in den Jahren 1952-1965 von Frau Grossmann geordnete Sammlung aus dem Nachlass von Julie Heierli umfasst rund 3'000 Trachtenbilder aus dem 17. bis 19. Jahrhundert.

3 Votivsammlung Ernst Baumann

Eingang  1955
Zeit  1938 - 1955
Umfang  11'800 Fotos und Negative
Ordnung  Kantonal bzw. gemeindeweise geordnete Inventarblätter

Die 1938 von Karl Meuli angeregte und von Ernst Baumann bis 1955 durchgeführte Bestandesaufnahme von Votiven aus 818 Kirchen und Kapellen der Schweiz (Inventarblätter, Fotos und Negative) ist kantons- bzw. gemeindeweise geordnet und umfasst, leider nur grob geordnet, eine grosse Anzahl von Broschüren und Zeitungsartikeln zu den schweizerischen Votiven und Wallfahrtsorten.

4 Fotosammlung Senntumsmalerei

Eingang 1956
Zeit bis ca. 1956
Umfang 656 Inventarblätter mit Foto
Ordnung von R. Hanhart nach Künstlern geordnet

Der von R. Hanhart in den Jahren 1956/57 erstellte Zettelkatalog (Inventarblatt mit Foto) erfasst 656 nach Künstlern geordnete Appenzeller Senntumsmalereien.

5 Fotosammlung Ernst Brunner

Eingang 1980
Zeit 30er bis späte 50er Jahre
Umfang 46'000 Negative und 20'000 Papierabzüge
Ordnung in Bearbeitung: FileMaker-Datei; Negative: Alpanumerisch; Postive: Thematische Gruppen, nach Orten.

Die von Ernst Brunner (1901-1979) angelegte Fotosammlung ging nach dessen Tod an die Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde über. Als publizistisch tätiger Baufachmann und Bauernhausforscher hatte Brunner die Sammlung von den frühen 30er bis in die späten 50er Jahre auf zahlreichen Schweizerreisen zusammengetragen. Sie diente ihm als landes- und volkskundliche Dokumentation, speziell für seine 1977 erschienene Monographie «Die Bauernhäuser im Kanton Luzern». Eine parallel zu den Bildern entstandene Objektsammlung wurde zum Grundstock des Schweizerischen Landwirtschaftsmuseums Burgrain in Alberswil.
Die Sammlung enthält 46'000 Negative, von denen rund 20'000 Papierabzüge vorhanden sind. Diese wurden von E. Brunner in 41 Schachteln nach thematischen Sachgruppen geordnet: Arbeit (7 Schachteln), Brauch (3), Ding (3), Haus und Siedlung (10), Land und Volk (6), Milieu (1), Militär (1), Persona (1), Reise und Verkehr (2), Sacra (3), Tier (1), Tür und Tor (2), Wald (1).
Die Aufzählung zeigt die Vielfalt der Sujets, das heisst die weitgespannten Interessen von Ernst Brunner. Um die Sammlung besser zu erschliessen, ordnete Frau Sabine Loosli die Positive innerhalb der Schachteln nach Gemeinden und erfasste die Daten der Positive und Negative mit EDV (Bilder sind noch nicht eingescannt).
(vgl. PETER PFRUNDER: Ernst Brunner - Photographien 1936-1962. Basel: SGV; Zürich: OZV Offizin Zürich 1995. 192 S., 257 Duplex-Abb.)
 

6 Ursula Rellstab

Eingang 1991 
Thema: 'Kulinaria'
Zeit 1960 - 1970
Umfang 669 Archivbilder, 559 Farbnegative, je 129 s/w Negative / Vergrösserungen in Couverts
Ordnung thematisch

 

7 Kreis-Mörikofer

Eingang 1991
Thema 'Basler Familie über mehrere Generationen'
Zeit 1880 - 1960
Umfang 5 Lfm
Ordnung Grobordnung durch S. Loosli

 

8 Sammlung Bohtz

Eingang 1997
Thema 'Ostbelgisches Rittergut Schmagorei'
Zeit 1880 - 1940
Umfang 7 Ordner
Ordnung von Herrn Bohtz geordnet

 

9 Olga Frey

Eingang 1997
Thema 'Ostseereise / Berlin'
Zeit 1900
Umfang Alben
Ordnung nein

 

10 Oliver Wackernagel

Eingang 1998
Thema 'Basler Familie'
Zeit 1930 - 1940
Umfang 4 Schachteln s/w
Ordnung nein

 

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II. Glasdiasammlungen

Aus der Sammlung von Heinrich Brockmann-Jerosch konnten 1941 mit staatlichen Mitteln rund 1'300 Glasdias (8x10) zur Hausforschung und zum Brauchtum als Grundstock der eigenen Sammlung erworben werden. Zur Zeit umfasst die Sammlung rund 4'000 Glasdias. Sie ist über einen Orts- und Sachkatalog erschlossen.
Am 14.10.1980 erhielt das Institut von der Städtischen Berufsberatung Zürich deren Sammlung von ca. 1'000 Glasdias über die verschiedenen Berufe.

1 Sammlung Brockmann-Jerosch + Zusätze

Eingang 1941
Zeit vor 1940
Umfang 4'000 Glasdias, davon 2'400 in Zug bei der BHF
Ordnung Institutsbestände: Eingangsjournal (1986), Orts- und Sachkatalog

 

2 Sammlung der städtischen Berufsberatung Zürich

Eingang 1980
Zeit bis in die 70er Jahre
Umfang 1'000 Glasdias
Ordnung alphabetisch nach Berufen geordnet

 

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III. Quellen / Archivalien

Enquête I

Anlässlich der für 1934 geplanten Internationalen Volkskunstausstellung in Bern begann die SGV/SSTP eine rege Sammeltätigkeit. Mit einer Frageheftaktion (sog. Enquête I), Zeitungsausschnittsammlung und Bildersammlung wurde ein erster Überblick über die schweizerische Volkskultur versucht. Das gesammelte Material ist über das Frageheft und einen Stichwortkatalog erschlossen.
1) Enquête I: Das Antwortmaterial, das auf Grund des Frageheftes mit seinen 1'585 Fragen einging, umfasst rund 200'000 Zettel aus den Jahren 1931-1937 (mit Nachträgen bis 1952). Die Ergebnisse wurden zum Teil, nach Sachgruppen geordnet, im Korrespondenzblatt (SVk) veröffentlicht und im Kommentar des Atlas der schweizerischen Volkskunde berücksichtigt.
2) Zeitungsausschnittsammlung: Die Sammlung umfasst in 40 Schachteln die im Auftrag der Gesellschaft von der Firma Argus gesammelten Artikel über volkskundliche Themen in schweizerischen Zeitungen aus den Jahren 1933 bis ca. 1940.
3) Bildersammlung: Sie umfasst rund 3'400 Bilder und Fotos (Originale und Reproduktionen) und Postkarten aus den späten dreissiger Jahren und einige Nachträge, die bis in die achtziger Jahre reichen.

Atlas der schweizerischen Volkskunde (ASV)

Der im Anschluss an die Enquête I von Paul Geiger und Richard Weiss begründete und von Walter Escher, Elsbeth Liebl und Arnold Niederer weitergeführte Atlas der schweizerischen Volkskunde wertet das in den Jahren 1937-1942 von Exploratoren auf 100'000 Zetteln gesammelte Material zur schweizerischen Volkskultur aus. Im Gegensatz zur Enquête I ist das ASV-Material in 291 Karten und 2'417 Seiten Kommentar und einem Registerband veröffentlicht (1950-1995).

Gebäckmodel-Dokumentation

Die von Frau Dr. Margarete Pfister-Burkhalter, Basel, bearbeitete Dokumentation (1942-1968) erfasst ca. 1'600 Gebäckmodel aus privatem und öffentlichem Besitz. Es bestehen Kataloge der Bildinhalte, Künstler, Signaturen, Datierungen und Besitzer.

Volksmedizin

Die Sammlung umfasst, in 15 Zettelkästen geordnet, die Notizen, Literaturauszüge und Rezepte aus den Nachlässen von G. A. Wehrli und Margarete Möckli-von Seggern und diverses Enquêtenmaterial von Eduard Hoffmann-Krayer. Das Material ist nach Schlagworten geordnet. Für volkstümliche Medikamente und Veterinärmedizin bestehen eigene Karteien.

Archivalische Volkskunde

Die Sammlung umfasst rund 2'000 Abschriften aus volkskundlich relevanten Archivalien des 16./17. Jahrhunderts aus den Staatsarchiven Basel, Bern, Genf und Zürich. Sie ist systematisch geordnet und über ein Schlagwortverzeichnis erschlossen.

Sport-Enquête Schaufelberger

Als Depositum des Schweizerischen Landesverbandes für Sport verwahrt das Institut die «volkskundliche Exploration», die der frühere Landesverband für Leibesübungen in Auftrag gegeben hat und die in den Jahren 1952/53 von Walter Schaufelberger ((5.1.1926 - 30.9.2014) und anderen durchgeführt worden ist. Das Material enthält neben den Antworten der Befragungen zahlreiche historische Belege für Sport und Spiel (Kegeln, Schiessen, Schwingen, Steinstossen usw.) aus Archivalien und der Literatur.
(vgl. WALTER SCHAUFELBERGER: Der Wettkampf in der alten Eidgenossenschaft. Bern 1972. Schweizer Heimatbücher, 156/157/158).

Handschriften und Manuskripte

In rund 60 grossen Schachteln versorgt, umfasst diese Sammlung 453 Eingänge zu allen volkskundlichen Sachgebieten. Die einzelnen Einsendungen sind vom Inhalt und Umfang her sehr verschieden. Zu erwähnen sind: Teilnachlässe (Hanns Bächtold-Stäubli, Paul Geiger, Eduard Hoffmann-Krayer, Josef Müller, Ernst L. Rochholz, Melchior Sooder), Enquêten- und Quellenmaterial zu mehreren bei der SGV/SSTP erschienenen Artikeln und Publikationen (Wallfahrt Heroldsbach, Briefe zum Himmel, Maturabräuche 1963, Konfirmation 1944), heimatkundliche Schüleraufsätze, Vortragsmanuskripte und Miszellen, die von volkskundlich interessierten Personen eingesandt worden sind, Kettenbriefe, Gebetszettel, Inschriften, Märchen, Sagen, Schwänke und anderes mehr.

Alle Materialien stehen interessierten Personen zur Einsicht zur Verfügung; eine Heimausleihe ist nur bei den Büchern möglich.

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