Lebendige Traditionen

Freitag 24. Oktober 2014 — Fri Art Freiburg

Lebendige Traditionen im urbanen Raum

SAGW und Bundesamt für Kultur in Zusammenarbeit mit der Deutschen und der Schweizerischen UNESCO-Kommission sowie mit dem Schweizerischen Städteverband

Die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) und das Bundesamt für Kultur (BAK) veranstalten am 24. Oktober 2014 eine Tagung mit dem (Arbeits-)Titel „Lebendige Traditionen im urbanen Raum“. Die Tagung wird in Zusammenarbeit mit der Deutschen und der Schweizerischen UNESCO-Kommission durchgeführt sowie mit dem Schweizerischen Städteverband. Die Veranstaltung soll die wissenschaftliche und (kultur-)politische Diskussion über die Wahrnehmung und Anerkennung von lebendigen Traditionen im urbanen Raum intensivieren. Zudem soll sie Gestaltungsimpulse geben für die Weiterentwicklung der Liste der lebendigen Traditionen und der Kulturförderung in der Schweiz.

Lebendige Traditionen im urbanen Raum

Eine Tagung veranstaltet von der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) und dem Bundesamt für Kultur (BAK) in Zusammenarbeit mit der Deutschen und der Schweizerischen UNESCO-Kommission sowie mit dem Schweizerischen Städteverband.

Die Schweiz hat sich am 16. Oktober 2008 durch die Ratifikation des UNESCO-Übereinkommens zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes (IKE) verpflichtet, ein „Inventar des immateriellen Kulturerbes in der Schweiz“ zu erarbeiten, zu führen und periodisch zu aktuali-sieren. Die nationale und internationale Diskussion zur Bedeutung des immateriellen Kultur-erbes ist Anlass zur Auseinandersetzung mit der heutigen gesellschaftlichen Bedeutung und der Formenvielfalt dieser Traditionen.

Auf der Grundlage von über 400 Vorschlägen der Kantone haben Fachleute und Vertretungen der kantonalen Kulturstellen unter der Leitung des Bundesamtes für Kultur ein Inventar des immateriellen Kulturerbes in der Schweiz erarbeitet. Es umfasst derzeit 167 Traditionen. Dieses Inventar ist seit Herbst 2012 unter dem Titel „Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz“ in Form einer umfassenden Dokumentation des immateriellen Kulturerbes der Schweiz in Wort, Bild und Ton auf www.lebendige-traditionen.ch zugänglich.
Die aktuelle "Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz" ist dominiert von lebendigen Traditionen, die Viele als eher "ländlich" wahrnehmen. Die neue kulturelle Vielfalt im urbanen Raum – eine Folge u.a. von demographischen Entwicklungen, erhöhter Mobilität und neuen Kommunikationsmöglichkeiten – ist in die Liste nur ansatzweise eingeflossen.

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Tagungsziele

Die Veranstaltung soll die wissenschaftliche und (kultur-)politische Diskussion über die Wahrnehmung und Anerkennung von lebendigen Traditionen im urbanen Raum intensivieren. Zudem soll sie Gestaltungsimpulse geben für die Weiterentwicklung der Liste der lebendigen Traditionen und der Kulturförderung in der Schweiz.

  • Beschreibung und Diskussion von Denkmodellen, welche die Wahrnehmung und Wert-schätzung von lebendigen Traditionen im urbanen Raum behindern und befördern
  • Beschreibung und Diskussion der neuen kulturellen Vielfalt im urbanen Raum im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Liste der lebendigen Traditionen
  • Entwicklung von Möglichkeiten, das UNESCO-Übereinkommen über das immaterielle Kulturerbe auf moderne, westliche Gesellschaften anzuwenden

Leitfragen

  1. Wie sind Begriffe wie «kulturelles Erbe», «Tradition», «Generation» oder «Kontinuität» in urbanen Räumen zu verstehen und anzuwenden? Welche lebendigen Traditionen charakterisieren urbane Formen des Zusammenlebens? Welche kulturellen Formen sind charakteristisch und prägend für die Lebensführung und Alltagsorganisation in urbanen sozialen Räumen und sind als solche erhaltenswert und wesentlich für die Gestaltung des Miteinanders der dort lebenden Menschen?
  2. Welche Rollen spielen urbane Dynamiken bei der Weiterführung und Erneuerung von lebendigen Traditionen? Was wird in urbanen Räumen gemacht, um Traditionen zu erkennen und zu fördern? Welche Folgen haben Multikuluralität, erhöhte Mobilität, verdichtete Zeitstrukturen, und neue Kommunikationsmöglichkeiten auf das Verständnis von erhaltenswerten Traditionen?
  3. Welcher Zusammenhang besteht zwischen territorialer Mobilität von Menschen und lebendigen urbanen Traditionen? Wie beeinflussen diese Personen, welche die Stadt besuchen oder die sich dort niederlassen, die lebendigen urbanen Traditionen?

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