Sprachen und Kulturen

Themen im Schwerpunktbereich «Sprachen»

Landessprachen
Die Stellung der Schweiz in Europa ebenfalls im Blick, will die SAGW mit wissenschaftlichen Beiträgen zur Versachlichung der Diskussion über die Landessprachen beitragen: Aufgabe der SAGW ist es dabei, erstens Grundlagen aufzuarbeiten und in verständlicher sowie synthetischer Form zu vermitteln, d.h. die Sprachrealität, die sich im effektiven Sprachgebrauch, dem effektiven Sprachvermögen und der effektiven Sprachkompetenz manifestiert, auf aktuellem Stand darzulegen. Ebenso will die SAGW zweitens regelmässig Erkenntnisse zum Spracherwerb wie zur Wirksamkeit unterschiedlicher Lern- und Unterrichtsformen in die Diskussion einbringen und drittens die staatspolitische Dimension der Sprachenfrage in den Blick nehmen.

Vielsprachigkeit
Vielsprachigkeit charakterisiert die Schweiz als Einwanderungsland. Oft auf den Integrationsaspekt verkürzt und problematisiert, will die SAGW das Sprachvermögen der Einwandernden in seiner Bedeutung für ein hoch globalisiertes und ökonomisch stark vernetztes Land thematisieren.

Italienisch in der Schweiz
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Stellung des Italienischen auf der Sekundarstufe II, im Tertiärbereich sowie in der öffentlichen Verwaltung. Auch die Frage der Landessprachen soll und muss unter Bezug auf den gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen abgehandelt werden.

Themen im Schwerpunktbereich «Kulturen»

Selbstverständnis der Schweiz
Die SAGW ist am Selbstverständnis der Schweiz als Nation am Rande von drei grossen Kulturnationen interessiert. Mit Unterstützung der Fachgesellschaften und ihrer Expertennetzwerke sollen in der Reihe «La Suisse n'existe pas» die unterschiedlichen Identitätskonstruktionen sowie Vorstellungen und Bilder der Schweiz herausgearbeitet werden. Dabei wird nach deren unterschiedlichen Bezugspunkten sowie ihren Implikationen auf die Gestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse wie auf die Positionierung der Schweiz in Europa gefragt.

Wirken Landessprachen identitätsstiftend?
Zweitens interessiert die Frage, ob und wie die Landessprachen, insbesondere in Verbindung mit der Diglossie, identitätsstiftend wirken. Gefragt wird damit auch nach dem Selbstverständnis der Schweizerinnen und Schweizer in Bezug auf die drei Staatsebenen. Damit eng verbunden stellt sich die Frage, ob und unter welchen Bedingungen sprachkulturelle Unterschiede politisch relevant werden und wie sich diese auf das Gesellschafts- und das Staatsverständnis auswirken.

Multikulturalismus oder Interkultur?
In der Diskussion rund um die Tragfähigkeit des Multikulturalismus deutet vieles darauf hin, dass dieser einerseits in einer oberflächlichen , 'zynisch-kulinarischen' Variante mündet, welche sich in der Freude am 'Exotischen' zu Hause um die Ecke erschöpft, andererseits die Differenz zwischen dem 'Wir' und dem 'Anderen' befeuert, wobei im Spiegel der Anderen primär die selbstzugeschriebenen Eigenheiten konstruiert werden. Der Multikulturalismus trägt daher wenig zum gesellschaftlichen Zusammenleben bei, sondern unterstützt in beiden Spielarten die Aus- und Abgrenzung und fördert damit reale oder fiktive Parallelgesellschaften. Vielversprechend ist das Konzept der Interkultur, welches die Individuen in ihrer Verschiedenheit zum Ausgangspunkt hat und die Vielfalt der Ausprägungen und Strömungen innerhalb eines realen oder fiktiven kulturellen oder religiösen Kollektivs in den Blick nimmt und damit das vermeintlich homogene 'Wir' dekonstruiert.

Ziele

  • Erhaltung und Förderung der sprachlichen und kulturellen Vielfalt in der Schweiz;
  • Beitrag zu einer differenzierten Wahrnehmung von Kollektiven;
  • Hinterfragen der Existenz von Kollektiven durch Sichtbarmachung derer interner Diversität;
  • Beitrag zur kulturellen und religiösen Verständigung;
  • Bereitstellung von Expertisen, Stellungnahmen und Empfehlungen;
  • Förderung des Dialogs zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit zu gesellschaftlich relevanten Fragen der sprachlichen und kulturellen Vielfalt


Um diese Zielsetzungen zu erreichen, erarbeitet die SAGW in Zusammenarbeit mit ihren Fachgesellschaften, Partnerinstitutionen und -organisationen Projekte im Bereich «Sprachen und Kulturen», organisiert Veranstaltungen oder verfasst Publikationen, Fakten-, Grundlagenblätter oder Stellungnahmen.

Aktuelles

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Das Fachportal für Sprach- und Literaturwissenschaften

L lang-lit.ch

Weitere Informationen

Multikulturelle Schweiz
Aus der Sicht der heutigen Jugend

Diese Studie befasst sich mit dem weit gefassten Themenbereich der sprachlichen und kulturellen Vielfalt in der Schweiz. Das Thema wird beinahe täglich von den Medien aufgegriffen und auch in der politischen Debatte kommt es immer wieder auf den Tisch, wenn vom Unterricht der Landessprachen, dem Platz der sprachlichen Minderheiten in der Schweiz oder der Integration von Migrantinnen und Migranten die Rede ist.

Die Studie beschäftigt sich mit diesen Fragen, weil sie einerseits höchst politisch sind und andererseits durch die Globalisierung einen tiefgreifenden Wandel erfahren haben. Die sprachliche und kulturelle Vielfalt ist ein Themenbereich, der nicht ignoriert werden darf, sei es in der Forschung, der Politik oder in den Medien.

L Zur Publikation

ch-x

Die Pubikation ist ein Ergebnis der Erhebung ch-x. Die Eidgenössischen Jugendbefragungen ch-x befragen in Zweijahreszyklen alle stellungspflichtigen Männer (zirka 30’000 19-jährige) sowie rund 2400 19-jährige Frauen und Männer, seien es nun Schweizer oder in der Schweiz lebende ausländische junge Erwachsene zu einem definierten Thema.

Die Ergebnisse der Befragungen werden wissenschaftlich aufgearbeitet und sind im Buchhandel erhältlich.

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