Studie zur sozial- und geisteswissenschaftlichen Ressourcenforschung

Donnerstag 08. November 2012

Studie zur sozial- und geisteswissenschaftlichen Ressourcenforschung. Lösungen für knappe Ressourcen finden

Bern, 7. November 2012. An der Tagung «Nachhaltige Ressourcenverwendung
und umweltgerechte Lebensstile» der Akademien der Wissenschaften Schweiz
diskutierten Forschende den Stand der Ressourcenforschung sowie die Fragen,
wo es noch weitere Forschung braucht und wie die Forschung für die Praxis
verwendet werden kann

Im Hinblick auf die Tagung wurde im Auftrag der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) der Stand der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung in der Schweiz zur Ressourcenverwendung
erhoben. Dr. Michael Stauffacher und Dr. Franziska Schmid von der ETH Zürich stellten die Studie vor.

Ergebnisse der Studie
Gemäss Studie beschäftigen sich gegenwärtig 155 Forschende der Sozial- und Geisteswissenschaften in leitender Position mit natürlichen Ressourcen. Die Mehrheit der WissenschafterInnen forscht an den beiden ETH und deren Forschungsanstalten. An den kantonalen Universitäten befassen sich nur wenige Forschende im Rahmen der sozialwissenschaftlichen Kerndisziplinen (Soziologie, Ethnologie, Psychologie) mit diesem Forschungsfeld. Viele Forschende setzen sich mit ökonomischen und politischen Aspekten der Ressourcenforschung auseinander. Als Forschungslücken wurden Themen wie Rohstoffe, Bergbau, Landnahme, Abfall/Entsorgung und Biodiversität identifiziert.
Bemängelt wurde an der Tagung, dass die Forschung an den Fachhochschulen und die Forschung der Juristen nicht hinreichend berücksichtigt wurde.

Gemeinsam Lösungen suchen
Es braucht integrierende Forschung an den Schnittstellen von Natur-, Technik-, Sozial- und Geisteswissenschaften, die gemeinsam mit Beteiligten und Betroffenen Probleme beschreibt, mögliche Lösungswege erarbeitet, bewertet
und sich damit in die gesellschaftliche Diskussion einbringt. Darin waren sich Tagungsteilnehmer und Studienleiter einig. Gefordert wurde, dass sich die Geistes- und Sozialwissenschaften verstärkt in die Ressourcenforschung einbringen sollten.

«Sozialwissenschaften können helfen, zu verstehen, wie Menschen als Individuum und im sozialen Umfeld funktionieren», erklärte Prof. Dr. Heinz Gutscher, Präsident der Akademien der Wissenschaften Schweiz. «Fragen des gesellschaftlichen Wandels, der Bedeutung von unterschiedlichen Kulturen, der Problematiken der Ungleichheit und Macht im Bereich der natürlichen Ressourcen, sowie des Umweltbewusstseins und –verhaltens sind zentral und können nur aus einer sozial- und geisteswissenschaftlichen Sicht sinnvoll bearbeitet werden», ist auch Studienleiter Stauffacher überzeugt. Ein wichtiges Handlungsfeld ist die Erforschung der Lebensstile, die starken Einfluss auf die Ressourcenverwendung haben.

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