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Donnerstag, 09. Februar 2012






natürlich vernetzt – www.biodiversitaet.ch


30.03.2006

natürlich vernetzt – Biologische Vielfalt in einer Sonderausstellung im Naturhistorischen Museum der Burgergemeinde Bern

Vom 30. März bis 1. Oktober 2006 ist im Naturhistorischen Museum der Burgergemeinde Bern eine Sonderausstellung zum Thema «Biodiversität» zu sehen. «Biodiversität» steht für die Vielfalt von Lebensformen auf unserem Planeten – für Tiere, Pflanzen und Pilze, Kulturpflanzen und Nutztierrassen, aber auch für die unabschätzbare Zahl von Mikroorganismen. Dieser Vielfalt begegnen wir im täglichen Leben Schritt auf Tritt: draussen im Wald und an malerischen Seeufern, aber auch im Supermarkt und zuhause in der Küche. «Biodiversität» ist nicht nur der Sammelbegriff für alles Lebendige, sondern die Existenzgrundlage der menschlichen Gesellschaft.

Diese Zusammenhänge werden in der Ausstellung anschaulich dargestellt mit zahlreichen Beispielen aus der Tier- und Pflanzenwelt – und der menschlichen Kultur. So sind auch unsere vielfältigen Trachten und Dialekte Themen der Ausstellung. Den Zugang dazu erhalten die Besucherinnen und Besucher nicht in einer idyllischen Nachbildung von heilen Naturräumen, sondern auf dem Rundgang durch ein Labor, in welchem sich die Biodiversität erkunden und erforschen lässt. Die Ausstellung ist eine Koproduktion des Naturhistorischen Museums der Burgergemeinde Bern, des Muséum d’histoire naturelle de la Ville de Genève und des Forum Biodiversität Schweiz.

Der Begriff «Biodiversität» umfasst die gesamte Vielfalt des Lebens: die verschiedenen Gemüsesorten auf dem Markt, die Pflanzenarten in einer Wiese oder die vielfältigen Lebensräume in den Alpen. Aus der biologischen Vielfalt schöpfen wir Nahrung, Wirkstoffe für Medikamente, Rohstoffe für Kleider und viele weitere Produkte des täglichen Lebens. Selbst die verschiedenen kulturellen Formen des menschlichen Zusammenlebens sind geformt durch die speziellen Bedingungen der Landschaft und des Klimas – wer würde schon in der Wüste Alphorn blasen?

Noch gehen wir mit der wertvolle Ressource Biodiversität verschwenderisch um: Trotz guten gesetzlichen Grundlagen wird es nicht gelingen, die heute noch vorhandene Biodiversität in der Schweiz langfristig zu erhalten. Dies zeigt die umfassende Analyse des Forum Biodversität, die im Herbst 2004 erschienen ist. Damit erfüllt die Schweiz die Verpflichtung nicht, welche die Umweltminister Europas 2003 in Kiew unterzeichnet haben, nämlich den Verlust der Biodiversität bis ins Jahr 2010 zu stoppen. Die Lücken im Biodiversitätsschutz beruhen unter anderem auf dem fehlenden Bewusstsein von Bevölkerung und Politik für die Bedeutung der biologischen Vielfalt. Die Sonderausstellung «natürlich vernetzt» der Naturhistorischen Museen Bern und Genf und des Forum Biodiversität Schweiz will die Biodiversität der Bevölkerung näher bringen.

Die Ausstellung, das reiche Veranstaltungsprogramm und die dazugehörige Internetseite www.biodiversitaet.ch beabsichtigen zweierlei: Erstens die Menschen für die Schönheit der biologischen Vielfalt begeistern und sie zweitens motivieren, sich für deren Erhaltung zu engagieren. Draussen auf Exkursionen, auf Führungen durch die Museen und Botanischen Gärten – aber auch dort, wo Menschen neugierig sind, die Vielfalt dokumentieren und erforschen. Die Ausstellung inszeniert deshalb ein naturwissenschaftliches Labor, in dem Biodiversität betrachtet, erforscht und mit allen Sinnen erlebt werden kann. Ein Leucht-Netz symbolisiert die Zusammenhänge zwischen den Millionen der heute existierenden Lebensformen und ihrer Umwelt. Es verbindet die in der Ausstellung gezeigten Aspekte der Biodiversität untereinander und mit ihnen die Besucherinnen und Besucher, die sich selbst als Teil dieses Netzes erkennen.

«Biodiversitätschutz ist nicht alleine Sache der Umwelt- und Naturschutzpolitik, sondern auch der Landwirtschaft, der Waldpolitik, der Verkehrs- und Raumplanungspolitik und der Entwicklungszusammenarbeit.», betonte Nationalrat Kurt Fluri (FDP/SO) anlässlich der Eröffnung der Ausstellung in Bern. Entsprechend breit ist die Trägerschaft des Projekts: Es wird unterstützt vom Bundesamt für Umwelt BAFU, vom Bundesamt für Landwirtschaft BLW, von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA, von der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz SCNAT sowie von den Stiftungen Drittes Millennium und Anna Zemp.

Die Ausstellung startet am 29. März im Naturhistorischen Museum Bern und am 3. April unter dem Titel «toile de vie» im Muséum d'histoire naturelle de la Ville de Genève. Danach wandert sie bis 2009 durch verschiedene Städte der Schweiz und nach Liechtenstein.

Prof. Dr. Marcel Güntert, Direktor, Naturhistorisches Museum der Burgergemeinde Bern
Dr. Daniela Pauli, Geschäftsführerin Forum Biodiversität Schweiz



pdf13.08.2008 | 88 KB
pm06-natuerlich-vernetzt.pdf


Kontakt

Naturhistorisches Museum Bern
Marcel Güntert, Tel. 031 350 72 20; E-Mail
Christian Kropf, Tel. 031 350 72 60; E-Mail

Forum Biodiversität Schweiz
Irene Künzle
Tel. 031 312 02 75; E-Mail

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