Newsletter Februar 2019 – Tour d'Horizon

Tour d'Horizon

Bericht der Schweizer UNESCO-Kommission «Für eine Politik der frühen Kindheit»
Was in den ersten drei Lebensjahren geschieht, hat wesentlichen Einfluss auf die spätere Bildung und das Leben eines Menschen. Doch geht es um eine sinnvolle Förderung der Kleinsten, gehört die Schweiz im internationalen Vergleich nach wie vor zu den Entwicklungsländern. So sieht es zumindest die Schweizer UNESCO-Kommission. Mit einer neuen Publikation versucht sie, der Politik Beine zu machen. In diesem Bericht wird die ungenügende nationale Koordination verschiedener Initiativen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Aufwachsen von Kindern bemängelt. Konkret schlägt der Bericht der Politik Massnahmen in vier Bereichen vor: 1. sollen bedarfsgerechte Angebote für alle bereitgestellt werden; 2. sollen Angebote und Akteure sich besser koordinieren und vernetzen; 3. müsse die Qualität der Angebote im Bereich der «Frühen Förderung» verbessert werden; 4. müsse die Finanzierung als «Investition in die Zukunft» verstärkt werden. Das bildungspolitische Engagement der Schweizer UNESCO-Kommission stützt sich auf die globalen Bildungsziele, welche die UNO-Vollversammlung 2015 mit der «Agenda 2030» verabschiedet hat.

Den Bericht finden Sie hier: www.unesco.ch/wp-content/uploads/2019/02/Publikation_F%C3%BCr-eine-Politik-der-fr%C3%BChen-Kindheit-1.pdf

Lesen Sie zum Thema auch:

«Die Politik vergisst die Kleinkinder»
Artikel von Jörg Krummenarcher
27. Februar – Neue Zürcher Zeitung
https://www.nzz.ch/schweiz/fruehfoerderung-unesco-kommission-verlangt-einen-quantensprung-ld.1462625


« A quoi mènent les masters en humanités numériques ? »
Article de Mégane de Amorim
30 janvier – Le Monde

Les sciences humaines et sociales deviendront plus numériques et, à l'avenir, n'auront peut-être plus lieu à l'intérieur des anciennes frontières institutionnelles. Mais tous les sociologues, linguistes ou historiens n’ont pas le savoir-faire nécessaire pour exploiter au mieux les données numériques pour leurs recherches, et inversement, tous les conservateurs de données n’ont pas les connaissances contextuelles pour interroger les corpus de données de manière adéquate. En plusieurs endroits on réfléchit à la manière d'intégrer davantage les « Digital Humanities » dans la formation des futurs scientifiques. Cet article donne un aperçu de la situation en France où les formations en « humanités numériques » se sont déjà fortement développées.

Lien de l’article : www.lemonde.fr/campus/article/2019/01/30/a-quoi-menent-les-masters-en-humanites-numeriques_5416520_4401467.html

«Wie sich Wissenschafter gegen dubiose Verleger von Pseudo-Zeitschriften wehren können»
Artikel von Martin Amrein

24. Februar – NZZ am Sonntag
Im Windschatten von seriösen Open-Access-Journals steigt seit einigen Jahren auch die Zahl von sogenannten «Pseudo-Journals», auch «Predatory Journals» genannt, deren Verleger auf seriöse Begutachtungsverfahren verzichten. Für Wissenschaftler ist es nicht einfach, sich im Dschungel der neuen Online-Journals zu orientieren. Mehrere Listen, die zeigen, welche Journals vertrauenswürdig sind (weisse Listen) und welche nicht (schwarze Listen), sollen Ordnung schaffen. In der Schweiz am verbreitetsten ist die weisse Liste des Zeitschriftenverzeichnisses «Directory of Open Access Journals» (DOAJ). Der Schweizerische Nationalfonds hat nun die Qualität von vier dieser Listen systematisch untersucht. Die Studie kommt unter anderen zu folgenden zwei Ergebnissen: Erstens verwenden die Ersteller der unterschiedlichen Listen ganz unterschiedliche Kriterien in ihrer Qualitätsprüfung. Dies hat zur Folge, dass einzelne Zeitschriften gleichzeitig auf schwarzen und weissen Listen auftauchen. Zweitens schenken die Listen dem Peer-Review-Verfahren zu wenig Beachtung, obschon dies das gerade das wichtigste Kriterium wäre, wie Matthias Egger, Präsident des Nationalen Forschungsrats des Schweizerischen Nationalfonds, im Artikel zitiert wird.

Den Artikel finden Sie hier:
https://nzzas.nzz.ch/wissen/wie-sich-wissenschafter-gegen-dubiose-verleger-von-pseudo-zeitschriften-wehren-koennen-ld.1462048

Die Studie des SNF mit dem Titel «Blacklists and whitelists to tackle predatory publishing: A cross-sectional comparison and thematic analysis» finden Sie auf der Open-Access-Plattform «PeerJPrepints»: https://peerj.com/preprints/27532/

«Reisst den Elfenbeinturm ab»
Artikel von Björn Hayer
03. Februar 2019 – Die Zeit

Die Geisteswissenschaften seien in den öffentlichen Debatten wenig zu hören, sagt Björn Hayer. Ihre Vertreter hätten sich «bisweilen mit einem eremitischen Dasein abgefunden». Es gelte, kulturelle und sprachliche Räume zurückzuerobern. Ansätze in diese Richtung gebe es bei den «Digital Humanists», die kulturpolitisch aktiver seien als ihre traditionellen Kolleginnen und Kollegen.

Den Artikel finden Sie hier:
www.zeit.de/kultur/2019-01/geisteswissenschaften-intellekt-literatur-digitale-medien-diskurs-teilnahme/komplettansicht

«Die genaue Wissenschaft beginnt mit der Kenntnis der Quellen»
Artikel von Werner Oechslin
01. Februar – Neue Zürcher Zeitung

Werner Oechslin, emeritierter Professor für Architekturgeschichte an der ETH Zürich, plädiert in einem Gastbeitrag in der Neuen Zürcher Zeitung für ein vertieftes Lesen historischer Quellen, für die Lektüre auch vermeintlich abgelegener Stoffe und für ein Verständnis für das Eigenleben von Büchern und Texten. Wissenschaftler sollten wieder vermehr zum Buch greifen und Schrifttum als ein «subtiles Instrument» gebrauchen, um kulturellen Phänomenen nachzuspüren.

Den Artikel finden Sie hier :
www.nzz.ch/feuilleton/genau-wissenschaft-beginnt-mit-der-kenntnis-der-quelle-ld.1455181

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