Open Access Strategie der SAGW

Mittwoch 28. September 2016

Open-Access-Strategie der SAGW für Zeitschriften und Reihen

Der Vorstand der SAGW verabschiedete eine Open-Access-Strategie für die durch die Akademie unterstützten Zeitschriften und Reihen. Kernstück der Strategie ist die Umsetzung des Green Open Access als Standard für den Zugang zu wissenschaftlichen Informationen bis 2019.

Die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften unterstützt knapp 80 wissenschaftliche Zeitschriften und Reihen ihrer Mitgliedgesellschaften auf regelmässiger Basis mit ca. 1.2 Mio. CHF jährlich. Sie gehört damit zu den wichtigsten Trägerorganisationen für das wissenschaftliche Publikationswesen in der Schweiz. Die Akademie trägt deshalb eine Mitverantwortung für den Erhalt einer vielfältigen und vielgestaltigen Publikationslandschaft. In Wahrnehmung dieser Verantwortung hat der Vorstand der SAGW eine Open-Access-Strategie für die durch die Akademie geförderten Periodika verabschiedet. Er tut dies in der Absicht,

  • den freien, unentgeltlichen Zugang zu Forschungsergebnissen zu fördern, die mit Mitteln der öffentlichen Hand erarbeitet und publiziert worden sind;
  • die Verbreitung und Sichtbarkeit der publizierten Forschungsergebnisse zu erhöhen;
  • die Transformation von Periodika hin zu Open Access voranzutreiben und zu unterstützen;
  • die Anschlussfähigkeit des durch die Akademie mitgetragenen geistes- und sozialwissenschaftlichen Publikationswesens an nationale und internationale Entwicklungen zu sichern.

Hintergrund der neuen Strategie ist das sich verändernde wissenschaftliche Publikationswesen in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Insbesondere der digitale Wandel führt zu grundlegenden Änderungen der Produktions-, Publikations- und Rezeptionsgewohnheiten von Forschungsergebnissen. Darüber hinaus festigt sich die Überzeugung, dass die Resultate öffentlich finanzierter Forschung frei, unentgeltlich und ortsungebunden verfügbar sein sollen. International existiert bereits eine Vielzahl von Initiativen, die auf eine Transformation der Diffusion von Forschungsergebnissen zielen. Getragen wird dieser Prozess auch von nationalen und internationalen Förderorganisationen, die Open-Access-Publikationen unterstützen oder zur Bedingung machen, wie die Publikationsvorgaben des Schweizerischen Nationalfonds oder das EU-Förderprogramm Horizon 2020.

Im Einzelnen will die Akademie die folgenden strategischen Ziele erreichen:

  1. 100 Prozent der aktuellen Ausgaben der Zeitschriften und Reihen liegen bis 2020 digital vor, wobei international übliche Standards in der Vorhaltung beachtet werden sollen;
  2. 90 Prozent der Ausgaben bereits erschienener Zeitschriften und Reihen liegen bis 2020 retrodigitalisiert vor;
  3. alle Zeitschriften und Reihen, die nicht im Gold-Open-Access publiziert werden, sollen bis 2019 Green-Open-Access-Policies haben; Sperrfristen bis maximal 12 Monate werden in Übereinstimmung mit internationalen Entwicklungen akzeptiert;
  4. der Anteil der Gold-Open-Access-Zeitschriften beträgt bis 2020 30 Prozent.

Die Akademie versteht die Transformation der Zeitschriften als partnerschaftlichen Prozess, den sie zusammen mit den Herausgeberschaften angehen will. Sie unterstützt im Rahmen ihrer Möglichkeiten Fachgesellschaften bei diesem Prozess und fördert nebst den konventionellen Vertriebskanälen insbesondere auch alternative Publikationsformen.

Weitere Informationen und Open-Access-Strategie: www.sagw.ch/open-access


Tagung zum Thema:

Open-Access-Zeitschriften in der Schweiz: Chancen – Probleme – Desiderate (Freitag 20. Januar 2017, EventFabrik, Fabrikstrasse 12, Bern): oa.sagw.ch

Tagung zum Thema

Open-Access-Zeitschriften in der Schweiz: Chancen – Probleme – Desiderate

Freitag 20. Januar 2017, EventFabrik, Fabrikstrasse 12, Bern

L oa.sagw.ch

Weitere Informationen

L www.sagw.ch/open-access

Kontakt

Dr. Beat Immenhauser

Stv. Generalsekretär

SAGW
Haus der Akademien
Laupenstrasse 7
Postfach
3001 Bern

beat.immenhauser [at] sagw.ch

++41 (0)31 306 92 52

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