Schutz archäologischer Kulturgüter

Donnerstag 01. November 2012

Schutz archäologischer Kulturgüter

Initiative schweizerischer, deutscher und österreichischer Archäologen

1. November 2012. Am 1. November fand im LATENIUM, dem neuenburgischen Kantonsmuseum für Archäologie in Hauterive die Mitgliederversammlung des dort vor einem Jahr als Verein schweizerischen Rechts gegründeten weltweiten Dachverbandes "ArchaeoCare –International Archaeological Solidarity", statt. Das wichtigste Traktandum war die Übergabe des Präsidiums vom Gründungspräsidenten, dem Prähistoriker Prof. emer. Hans-Georg Bandi, Bern, an den Ägyptologen Prof. Antonio Loprieno, Rektor der Universität Basel und Präsident der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten. Der Kernverband ArchaeoCare wird getragen von der in der Schweiz domizilierten, in Eurasien archäologisch tätigen Vereini-gung "Gesellschaft für die Erforschung Eurasiens" und der von Bonn aus wirkenden "Kommission für die Archäologie Aussereuropäischer Kulturen" des "Deutschen Archäologischen Instituts". Zur Abrundung des, abgesehen von der Suisse romande, deutschsprachigen Initiantenkreises laufen Verhandlungen mit der "Prähistorischen Kommission" der "Österreichischen Akademie der Wissenschschaften".

Die ArchaeoCare steht grundsätzlich weltweit allen Ländern offen und bezweckt, von der Schweiz aus den Kontakt zwischen den Mitgliedern sicherzustellen sowie die - wo auch immer - beim Retten, Schützen oder Erforschen im Einsatz stehenden Fachleute beratend, koordinierend und vermittelnd zu unterstützen. Auf diese Weise soll der zunehmenden Gefährdung des archäologischen Nationalen- oder Weltkulturerbes vor allem in folgenden Bereichen entgegengewirkt werden:

  • Klimaveränderungen, die
    – Sturmfluten verursachen und damit küstennahe Fundstellen zerstören,
    – Gletscher zum Schmelzen bringen, so dass archäologische Fundstücke freigelegt werden und schutzlos zerfallen;
  • finanziell ertragreiche Raubgrabungen und illegaler Antiquitätenhandel
  • kriegerische Ereignisse, politischer Terrorismus und religiöser Fanatismus;
  • Massentourismus etc.

In der Schweiz hat sich eine ähnliche Kooperation im kleinen Rahmen überaus bewährt: im Bereich des Nationalstrassenbaus konnten viele und für die Vergangenheit bedeutungsvolle Bodenfunde und Monumente dadurch lokalisiert, wissenschaftlich erforscht, unter Schutz gestellt oder in Museen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Mit Hilfe der ArchaeoCare soll dieses Prinzip weltweit Anwendung finden und helfen, viel Aufschlussreiches aus frühsten Zeiten bis zu rezenter Industrie- und Schlachtfelderarchäologie zu bergen.

 

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