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SUMMARY:Familienergänzende Betreuung, Erziehung und Bildung von Kindern – ein Generationenprojekt in privater und staatlicher Verantwortung
DESCRIPTION:Gemäss neuesten Statistiken des Bundesamtes für Statistik (BfS)
  wird jedes zweite Kind unter fünf Jahren familienergänzend betreut. Rund z
 wei Drittel der Mütter mit Kindern unter fünf Jahren sind, wenn auch oft mi
 t einem teilzeitlichen Pensum, erwerbstätig. Damit stellt sich heute nicht 
 die Frage, ob familienergänzende Betreuung im Vorschulalter grundsätzlich g
 ut oder schlecht ist, sondern wie sie im Interesse des Kindes und aller and
 ern Beteiligten ausgestaltet und organisiert werden muss. Es gilt also, die
  zahlreichen Initiativen und Aktivitäten zur so genannten «frühkindlichen B
 etreuung» im Kontext eines umfassenden, sozio-kulturellen Wandels differenz
 iert und kritisch zu analysieren. Als übergeordnete Orientierung bietet sic
 h eine Perspektive an, in der die Gestaltung der Generationenbeziehungen in
  Verwandtschaft, in Betrieben und Organisationen, in Staat und der Gesellsc
 haft im Zentrum steht.  Die familienergänzende Kinderbetreuung steht im Spa
 nnungsfeld wirtschaftlicher, sozialer, individueller – insbesondere des Kin
 des – und kultureller Interessen und ist Ausdruck\n\n 	des demographischen 
 Wandels und der dadurch veränderten Kinderwelten; 	des veränderten Verständ
 nisses der Alters- und Geschlechterrollen; 	eines Wandels des Verhältnisses
  zwischen dem Persönlichen und Privaten (Familie) einerseits und dem Öffent
 lichen (Staat, Wirtschaft und Kultur) anderseits; 	einer zunehmenden Profes
 sionalisierung der nicht-elterlichen Betreuung im Zuge eines quantitativen 
 und qualitativen Bedeutungsverlustes von Verwandtschaft und Nachbarschaft; 
 	einer in Europa und weltweit zu beobachtenden Bildungsrevolution, welche d
 as Verständnis von Elternschaft und das Verhältnis von Familie und Gesellsc
 haft verändert. \n\n Die familienergänzende Kinderbetreuung eröffnet Chance
 n: Alle Kinder, unabhängig von sozialer Herkunft und Geschlecht, können im 
 Hinblick auf eine gesunde Entwicklung, die Entfaltung ihrer Persönlichkeit 
 und ihrer Fähigkeiten, von qualitativ guten familienergänzenden Angeboten N
 utzen ziehen. Eine vom Herkunftsmilieu unabhängige Bildung erhöht deshalb d
 ie Chancengleichheit. Zusatzeinkommen, bessere Karrierechancen, höhere Steu
 ereinnahmen und Sozialabgaben bieten Vorteile für die Volkswirtschaft und d
 ie einzelnen Betriebe. Die verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf 
 leistet einen Beitrag zur Gleichstellung der Geschlechter. Kinder und Famil
 ien mit einem Migrationshintergrund werden frühzeitig und besser in die Ges
 ellschaft integriert.  Die familienergänzende Kinderbetreuung birgt aber au
 ch Risiken: Das Kind kann zum aufzubewahrenden Störfaktor degradiert werden
 , den es wegzuorganisieren gilt. Es besteht die Gefahr, dass die «strukture
 lle Rücksichtslosigkeit» der Arbeitswelt zementiert und zusätzlich legitimi
 ert wird. Absehbare Risiken sind eine Entwertung der Familienzeit, ein Bede
 utungsverlust der familiären Betreuungsarbeit und damit einhergehend eine D
 elegation von Verantwortung und Kompetenzen an externe, professionelle Stel
 len.  Die neue Realität mit ihren Chancen und Risiken erfordert die Formuli
 erung und Be-gründung einer «Kultur des Aufwachsens» in gemeinsamer private
 r und öffentlicher Verantwortung, die sich am Kind, an dessen Rechten und B
 edürfnissen – also an dessen Interessen – orientiert. Kurz, es stellt sich 
 die Frage, welche Voraussetzungen für eine gute Kinderbetreuung geschaffen 
 werden müssen, welche Rolle und Verantwortung den involvierten Akteuren – F
 amilien, Professionellen, Wirtschaft und Staat – zukommen und welche Auswir
 kungen die aktuelle Bildungsrevolution auf das Generationengefüge hat.  Unt
 er Berücksichtigung des gesamtgesellschaftlichen Kontextes ist mit Blick au
 f die zahlreichen Initiativen und Aktivitäten kritisch zu reflektieren und 
 zu diskutieren, wo wir stehen und wohin wir wollen. Grundsätze, an welchen 
 sich diese Diskussion und Reflexion orientieren sollen, finden sich hier (L
 ink).
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