Jahresbericht 2012

Jahresbericht 2012

WISSENSCHAFTLICHE TÄTIGKEIT

A) TAGUNGEN

Internationale Tagung Der "Arabische Frühling" – Ein Jahr danach / The Arab Spring – One year on 23./24. März 2012, ETH Zürich in Zusammenarbeit mit dem DGESS der ETH Zürich, finanziert von SAGW, EDA, Union pétrolière

Schon bald nach Ausbruch der Unruhen in der arabischen Welt im Frühjahr 2011 entschied der Vorstand, dass eine Einschätzung der Vorgänge nach einem Jahr nützlich sein könnte. Gleichzeitig sollte mit der Veranstaltung des verunglückten NZZ-Korrespondenten Victor Kocher gedacht werden, der seit der Gründung Mitglied der SGMOIK gewesen war. Die internationale Tagung fand am 23. und 24. März 2012 in der ETH Zürich statt. Nach dem Eröffnungsvortrag von Alexander Flores (Bremen) referierten und diskutierten am Samstag Elham Manea (Zürich), Toby Matthiesen (Cambridge, Georges Fahmi (Kairo), Ivesa Lübben (Marburg), Wael Sawah (Damaskus) und Salam Said (Berlin). Martin Woker, Auslandschef der NZZ, rundete den Anlass ab, der sich eines regen Zuspruchs aus Zürich und der ganzen Schweiz erfreute.

Internationaler Workshop The Trouble of Love in the Arab World: Romance, Marriage, and the Shaping of Intimate Lives 14./15. Dezember 2012, Universität Lausanne, Château de Dorigny in Zusammenarbeit mit dem Institut des science sociales, Université de Lausanne

Auf die Einladung von Corinne Fortier (LAS/CNRS, Paris), Aymon Kreil (Universität Zürich), Samuli Schielke (Zentrum Moderner Orient, Berlin) und Irène Maffi (Universität Lausanne) kamen in Lausanne zehn Wissenschaftler aus den USA, Grossbritannien, Italien, Deutschland und der Schweiz zusammen und diskutierten in diesem Workshop die Ergebnisse ihrer Feldforschungen in Marokko, Ägypten und Jordanien. Ihre Vorträge zeigten, dass in der arabischen Welt (wie übrigens auch, wenn auch vielleicht weniger deutlich im „Westen“) Liebe/Sexualität und Ehe/Partnerschaft in Selbstsicht und Praxis der Subjekte nicht denselben Imperativen unterstehen. Während die Ehepartnerwahl durch die möglichst grosse Übereinstimmung der religiösen, ethnischen und sozio-ökonomischen Gruppe der zukünftigen Partner bestimmt wird, werden für „romantische Liebe/Verliebtsein“ häufig grössere Freiräume geltend gemacht. Von Interesse waren die Aushandlungsprozesse zwischen westlicher Liebeskultur und orientalisch-christlicher bzw. muslimischer Moral. Die Publikation der Vorträge ist geplant.

B) VORTRÄGE

Gastvortrag von Prof. Dr. Taner Akçam: „Ottoman State Documents on the Armenians in 1915: New Researches“ 4. Juni 2012 , Universität Zürich, 18.15-20.00 Uhr Zusammen mit dem Historischen Seminar der Universität Zürich und der Stiftung Forschungsstelle Schweiz-Türkei

Filmvorführungen zum 100. Geburtstag von Naguib Mahfouz „Die Midaq Gasse“ (Ägypten 1963, arabisch mit englischen Untertiteln) 12. April 2012, Universität Basel, Orientalisches Seminar, 18.30-20.30 Uhr 24. Mai 2012, Universität Bern, Hauptgebäude, 18.15-20.00 Uhr Der Nobelpreisträger für Literatur Naguib Mahfouz wäre Ende 2011 hundert Jahre alt geworden. Deswegen zeigte die SGMOIK in Kooperation mit dem Orientalischen Seminar der Universität Basel und mit dem IINOP der Universität Bern die Verfilmung des Romans „Die Midaq-Gasse“ von 1947 vor. Hartmut Fähndrich führte in Roman und Film ein, der mit seinen lebendigen Charakterzeichnungen das Alltagsleben von Kairo am Ende des Zweiten Weltkriegs erlebbar macht.

Lehrstuhlbesuch an der Unité d´Arabe (Prof. Silvia Naef), 19. Oktober 2012, Université de Genève, 11.30–17.30 Uhr Das foki (Forschungskolloquium Islamwissenschaft Schweiz), das sonst in Basel, Bern und Zürich stattfindet, fand dieses Semester in Genf statt. Elisabeth Bäschlin und Hartmut Fähndrich vom Vorstand der SGMOIK stellten dabei die Gesellschaft mit ihren Zielsetzungen und Aktivitäten wie dem zweimal jährlich erscheinenden Bulletin vor und luden ein, der Gesellschaft beizutreten und sie mitzugestalten.

Diskussionsabend „Der Schweizerpsalm – eine integrative Hymne für Muslime?“ 15. November 2012, Universität Bern, Hauptgebäude, 18.30–20.00 Uhr Heutige Islamdebatten in Europa widmen sich oft der Frage, wie kompatibel einzelne Elemente des Islams mit dem modernen und säkularen Europa seien. Bei diesem regionalen Berner Diskussionsabend mit Amira Hafner Al-Jabaji wurde aber einmal gefragt, wie islamkompatibel denn die Schweizer Landeshymne ist. Ausgehend von einer historischen Einführung durch Tobias Grimbacher konnte festgestellt werden, dass der Text konfessionsverbindend angelegt war und heute religionsübergreifend gelesen werden kann. An der regen und vielseitigen Diskussion nahmen 17 Personen teil.

C) PUBLIKATIONEN

Im Jahre 2012 erschienen wie geplant zwei Bulletins. Im Sommer kam das Bulletin Nr. 34 zum Thema „Humor/Humour“ heraus. Das Heft Nr. 35 mit dem Titel „Syrien/La Syrie“ erscheint im Dezember. Die Bulletins ab 2009 sind jetzt im Sinne des open access als pdf-Dateien auf unserer Webseite zugänglich. Geplant ist die Retrodigitalisierung aller Nummern.

INTERNATIONALE BEZIEHUNGEN Die SGMOIK ist Mitglied der European Association of Middle Eastern Studies (EU­RAMES).

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT/INFORMATION Die SGMOIK publiziert einen eigenen elektronischen Newsletter, der viermal im Jahr erscheint. Das Fachleuteverzeichnis der SGMOIK wird auf der Homepage publiziert.

ADMINISTRATION Die ordentliche Generalversammlung fand am 4. Mai 2012 in Basel statt.

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