Bologna-Reform: Bilanz und Perspektiven für die Geistes- und Sozialwissenschaften

Freitag 04. Juni 2010 , 15.30-18.00h — Faculté des sciences, Aula Unimail, Rue Emile-Argand 11, Neuchâtel

Öffentliche Veranstaltung – Bologna-Reform: Bilanz und Perspektiven für die Geistes- und Sozialwissenschaften

SAGW

Die ersten Berichte über die Bologna-Reform skizzieren ein grundsätzlich positives Bild über die Umsetzung und die erzielten Resultate. Die Schweiz steht im europäischen Vergleich hinsichtlich der Durchführung der Reformen gut da, wie das Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF) bilanziert. Die Analysen des Bundesamtes für Statistik (BfS, «Bologna-Barometer 2009. Auswirkungen der Bologna-Reform auf die Studierendenströme und auf die Mobilität an den Schweizer Hochschulen» und «Szenarien 2009–2018 für das Bildungssystem») bestätigen ebenfalls positive Auswirkungen, insbesondere auf die Abschlussquote auf der Stufe eines ersten universitären Diploms sowie auf die Übertrittsquote Bachelor – Master und auf die internationale Mobilität. Schliesslich weist die gemeinsame Studie der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS) und des Verbands der Schweizer Studierendenschaften (VSS) «Studieren nach Bologna – die Sicht der Studierenden. Resultate der nationalen Studierendenbefragung zu den Studienbedingungen an Schweizer Universitäten 2008» darauf hin, dass die Mehrheit der Studierenden mit den Studienbedingungen zufrieden sind, dass aber noch verschiedene Probleme (siehe Leitfragen) zu lösen sind.

Die Bologna-Reform gibt dennoch Anlass zu Debatten in der akademischen Welt. Zahlreiche Kritikpunkte werden von der Studierendenschaft ins Feld geführt, etwa zum Stipendiensystem, zur mangelhaften Anerkennung von Abschlüssen, zur Ökonomisierung der Studien, zu den Studiengebühren oder zum Verlust der akademischen Freiheit; aber auch die Dozierenden äusseren ihren Unmut. Das Bolognasystem kennt jedoch auch seine Befürworter, wie es der Presse in verschiedenen Berichten zu entnehmen ist. Die Veranstaltung der SAGW will diese kontroverse Debatte auf der Grundlage der ersten vorliegenden Studien aufnehmen und vertieft weiterführen.

Leitfragen

  1. Inwiefern wurden die Zielsetzungen der Bolognareform erreicht, etwa die anvisierte Steigerung der Mobilität oder die Reduktion der Studiendauer?
  2. Wird der Bachelor in einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Berufsumfeld als Abschluss akzeptiert?
  3. In welchem Ausmass dienen die Massnahmen der Bolognareform (ECTS Punktesystem, Bachelor- und Master-Studiengänge) der Effizienzsteigerung?
  4. Wie sind die Auswirkungen der Bolognareform, deren Umsetzung gegenüber früheren Studiensystemen mit einem administrativen Mehraufwand verbunden ist, auf die Forschungstätigkeit zu bewerten?
     

Programm der öffentlichen Veranstaltung der SAGW
Freitag, 4. Juni 2010, Faculté des sciences, Neuenburg

15.30 Einführung, Anne-Claude Berthoud

15.35 Erste Bilanz: Stärken und Schwächen der Bologna-Reform, Antonio Loprieno

16.05 Aktuelle und künftige Implikationen für die Universität Neuenburg, Claire Jaquier

16.35 Die Sicht der Studierenden, Marco Haller des VSS

17.00 Podiumsgespräch - Moderation Erwin Koller

Teilnehmende - Claire Jaquier, Marco Haller, Matthias Hirt, Hans Ulrich Jost, Bernd Roeck

18.00 Apéro

Angaben zu den Referentinnen und Referenten

Prof. Dr. Anne-Claude Berthoud, Präsidentin der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW)
Dr. Matthias Hirt, Geschäftsleiter der Mittelbauvereinigung der Universität Bern und Mitglied der actionuni (Schweizerische Vereinigung der Forschenden)
Prof. Dr. Claire Jaquier, Vize-Rektorin Qualität, Universität Neuenburg
Prof. Dr. Hans Ulrich Jost, professeur honoraire für Zeitgeschichte an der Universität Lausanne
Prof. Dr. Antonio Loprieno, Rektor der Universität Basel und Präsident der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS)
Marco Haller, Verbands der Schweizer Studierendenschaften (VSS)
 

Kontakt

Informationen

Es ist keine Anmeldung erforderlich

Lageplan Faculté des sciences Unimail

Bus n° 7 / direction Hauterive

Alle 10–15 Minuten Anfahrt via Gare sortie nord nach Haltestelle Portes-Rouges.
(Dauer 5 Min.)

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