Inwiefern unterscheidet sich virtuelles Tennis vom Tennisspiel im Freien? Warum werden Kinder, zum Beispiel in Museen, wie selbstverständlich angezogen von Touch Screens, welche ihrerseits zugänglich machen, was in der Ausstellung ohnehin zu sehen ist? Warum schauen wir Kochsendungen, ohne danach selbst den Kochlöffel zu schwingen? Theoretischer formuliert: Wodurch zeichnet sich eine "interaktive" Tätigkeit aus? Welche Rolle spielt die Digitalisierung für die Herausbildung interaktiver Praktiken? In welchem Verhältnis steht Interaktivität zu Kontemplation oder zu einer aktiven Lebensführung und was unterscheidet jene von einem interpassiven Lebensvollzug?
Der diesjährige Studientag thematisiert neueste Entwicklungen in der digitalen Forschung, wagt einen Blick in die nahe technologische Zukunft und stellt deren Auswirkungen auf das Verhalten oder Handeln Einzelner und die sozialen Folgen zur Diskussion. Taugt der Begriff der „Interaktivität“ zur Erfassung aktueller Phänomene im Kontext von Digitalisierung und Virtualität? Wie wird er gebraucht, in welcher Tradition steht er und wie positioniert er sich zu anderen Begriffen oder Tendenzen? Wie verändert der Blick auf technische Systeme und die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine unser Handeln und Denken – und schliesslich: Welche Art von Wechselbeziehung akzentuiert der Begriff der „Interpassivität“?


