Rapport annuel

Rapport annuel 2016

WISSENSCHAFTLICHE TÄTIGKEIT

A) TAGUNGEN

The Nagorno Karabakh Conflict – Russia’s next Pandora’s Box? Wissenschaftliche Tagung. Universität Bern, 10. – 11. February 2016.
SGMOIK in Zusammenarbeit mit dem Institut für Konfliktbearbeitung und Friedensentwicklung (ICP) und dem Center for Global Studies der Universität Bern.
The aim of this conference, was to address this long-lasting conflict where so far all efforts for a true reconciliation failed. During the last months there has been a clear rise in the number of armed incidents resulting in strong tensions between both sides, increasing the risk for a new outbreak.
During the conference the current state and problematics of the conflict were analysed, as well as the main incidents that led to it. By means of a series of lectures and a panel discussion, the following experts and academics shared their knowledge with us:
Dr. Franziska Smolnik, Researcher at the German Institute
for International and Security Affairs (Berlin); Dr. Stepan Grigoryan, Chairman of the Board of the Analytical Center on Globalization and Regional Cooperation (Yerevan); Dr. Artak Ayunts, Program Manager at the Eurasia Partnership Foundation (Yerevan); Dr. Sergey Rumyansev, Deputy Director of the Open School (Tbilisi) & Visiting Research Professor at the Georg Eckert Institute for International Textbook Research (Brunswick); Margarita Akhvlediani, Programme Director, GO Group Media, Eyewitness Studio (Tbilisi); Zaur Shiriyev, Senior Research Fellow at ADA University (Baku); Prof. Dr. Sergey Markedonov, Associate Professor of the Russian State University for Humanities (Moscow); Prof. Dr. Mitat Celikpala, Dean of the Graduate School of Social Sciences, Kadir Has University (Istanbul); Dr. Leila Alieva, Director of the Center for National and International Studies (CNIS) & Academic Visitor, St. Antony’s College, University of Oxford (Oxford) – Dr. Alieva discussed how the EU’s has been seeking to diversify its gas supplies to distribute political risk and has for this reason turned into a more active actor in the South Caucasus.

The conference also gave the opportunity to identify how a conflict transformation process at the given point should be structured to truly foster long lasting peace in the region.



Nachwuchstagung Asienwissenschaften, Crêt-Bérard Puidoux. 27.– 29. April 2016. Wissenschaftliche Tagung.
In Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Asiengesellschaft und dem Universitären Forschungsschwerpunkt „Asien und Europa“ der Universität Zürich

Vom 27. bis zum 29. April 2016 trafen sich insgesamt 30 Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen (Promovierende, Habilitierende, Post-docs), Professorinnen und Professoren zum Austausch Crêt-Bérard bei Puidoux. Dies war die vierte Nachwuchstagung, bei der die SGMOIK mit der SAG und dem UFSP erfolgreich kooperiert hat. Federführend war diesmal der „Section des langues et civilisations de l’Asie du Sud“ der Universität Lausanne, Prof. Ingo Strauch.

Im Verlaufe der drei Tage wurden Forschungsprojekte aus zahlreichen asien- und orientwissenschaftlichen Disziplinen wie Japanologie, Islamwissenschaft, Sinologie, Zentralasiatischen Kulturwissenschaft oder Indologie vorgestellt und diskutiert. Die methodische und theoretische Verortung der präsentierten Projekte schlug sich in der thematischen Zusammenfassung zu Panels in folgenden Bereichen nieder: Archtitecture et espaces, Narrations, Politique et religion, Représentation, Art et littérature, littérature, Socitétés en transformation, Réflexion autour du genre.

Das Tagungskonzept führte zu einem regen interdisziplinären Austausch und trug nicht nur zur Überbrückung von regionalwissenschaftlichen Divergenzen, sondern auch zur Überschreitung von Sprachgrenzen zwischen Deutsch, Französisch und Englisch bei. Die Vorträge wurden je nach Präferenz der Vortragenden in einer der drei Sprachen gehalten und mit mehrsprachigen PowerPoint-Präsentationen unterstützt. Die Diskussionen erfolgten dann ebenfalls mehrsprachig.

Daneben stand die Diskussion breiterer sozial- und kulturwissenschaftlicher Felder, welche die regionalen Grenzen transzendieren, im Zentrum der Tagung. Dies wurde bereits bei der Keynote-Lecture von Frau Prof. C. Clémentine-Ojha (Paris) zum Thema „La question religieuse en Inde contemporaine : l’hindouisme et l’état laïc“ ersichtlich. Gleichfalls grenzüberschreitend war der gelungene musikalische Abend mit „The Band Beyond Borders : Amine & Hamza“.

Während der Nachwuchstagung in Crêt-Bérard war auch ausserhalb der Panels und Präsentationen aufgrund der unmittelbaren Nähe von Unterkunft, Tagungsräumen und Speisesaal ein steter Austausch unter den Teilnehmenden im Gang. Eine rundum gelungene Tagung!


The Power of Symbols, The Alhambra in a Global Context / Le Pouvoir des symboles. L’Alhambra dans le contexte de la mondialisation Wissenschaftliche Tagung, Universität Zürich, 15.-17. September 2016.
SGMOIK in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte der Universität Zürich, der Adolf und Mary Mil-Stiftung und dem UFSP Asien und Europa der Universität Zürich.

La conférence a voulu développer une réflexion et proposer une nouvelle interprétation de l’Alhambra de Grenade, prenant en considération l’actuel débat international sur la mondialisation. Elle a considéré des sujets comme le positionnement de l’architecture nasride dans un contexte islamique global, le phénomène des échanges culturels dans la péninsule ibérique, le débat controversé sur la question de l’orientalisme issu de l’ouvrage Orientalisme (1978) de Edward Said ou l’instrumentalisation politique de l’architecture.
Elle a été précédée par un workshop dédié à l’importance du modèle nasride pour l’architecture des synagogues. La conférence elle-même s’est déroulée sur deux journées, et s’est concentrée d’une part sur les échanges transculturels dans la péninsule ibérique au Moyen Age, et de l’autre sur le phénomène de l’appropriation architecturale de l’Alhambra au 19e siècle, sur une échelle globale.
La conférence intègre le project de Mme Francine Giese, professeure boursière FNS à l’Université de Zürich: »Mudejarismo and Moorish Revival in Europe.

Bien-être et charité musulmans – discours et pratiques. Wissenschaftliches Kolloquium, 01. Oktober 2016, Universität Freiburg.
SGMOIK in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Asiengesellschaft und dem Zentrum Islam und Gesellschaft der Universität Fribourg. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe der SAGW „La Suisse existe, la Suisse n’existe pas“.

Das Thema „Wohlfahrt im Islam“ wurde in sieben Vorträgen mit anschliessenden Diskussionen aus historischen, normativen und empirischen Perspektiven betrachtet. Trotz des französischsprachigen Titels fand die Tagung schliesslich in englischer Sprache statt. Der erste Redner, Prof. Dr. Blain Auer (Indologie, Universität Lausanne) ging auf Wohlfahrtskonzepte in vormodernen islamischen Reichen in Südasien ein, insbesondere auf die Konkurrenz persischer und sunnitisch-islamischer Konzepte sowie auf die Neuentwicklung des Konzepts „sulh-i kull“, („Frieden für alle“) unter dem Mogulkaiser Akbar im 16. Jahrhundert.
Eine weitere historische Perspektive eröffnete sich durch den darauffolgenden Vortrag von Dr. Thomas Herzog (Universität Bern), der Diskurse über Armut, Reichtum und Wohlfahrt im Ägypten der Mamluken vorstellte und dabei einen Schwerpunkt auf die Unterschiede zwischen Texten verschiedener sozialer Verortung legte.
Der zweite Veranstaltungsblock beschäftigte sich mit systematischen Fragen, wobei Prof. Felicitas Opwis (Georgetown University) die historische Entwicklung des Begriffs „maslaha“ in der islamischen Rechtstheorie darlegte und anschliessend auf aktuelle Entwicklungen einging. Dabei kontrastierte sie zwei Entwürfe der Gegenwart: Denjenigen des Ägypters Gamal-Eldin Attia, den sie als autoritär beschrieb und denjenigen des bosnisch-australischen Denkers Adis Duderija, den sie als egalitär beschrieb.
Eine weiterer aktueller Ansatz wurde anschliessend vom islamischen Theologen Hureyre Kam, M.A., vorgestellt, der derzeit an der Universität Freiburg tätig ist. Von der amerikanischen Diskussion über Obamacare ausgehend setzte sich Kam mit der Frage auseinander, ob das Wohl des Einzelnen oder dasjenige der Gesellschaft Priorität habe. Dabei knüpfte er an Erwägungen aus der Geschichte der Philosophie und des islamischen Rechts an.

Nach der Mittagspause folgte der letzte, empirische Block. Dr. Hansjörg Schmid (Universität Freiburg) verglich muslimische Wohlfahrt in der Schweiz und in Deutschland in ihrem Verhältnis zu den jeweiligen Staaten, wobei er auch eine Einordnung in verschiedene Sozialstaatstypen vornahm. Dr. Sarah Sabry (Universität Zürich) sprach über glaubensbasierte NGOs in Ägypten. Der letzte Vortragende, Dr. Emanuel Schäublin (Universität Zürich), lieferte mit einem Bericht über seine Forschungen zur Zakat in Palästina einen gelungenen Abschluss.


Heidegger in the Islamicate World. Internationale Konferenz. Universität Bern, 02. – 04. November 2016.
In Kooperation mit dem Walter Benjamin Kolleg und dem Institut für Islamwissenschaft der Universität Bern
Vom 2. bis 4. November 2016 wurde an der Universität Bern die von Dr. Kata Moser und Dr. Urs Gösken organisierte und von der SGMOIK mitunterstützte internationale Konferenz „Heidegger in the Islamicate World“ ausgerichtet.

Die Veranstaltung befasste sich mit der intellektuellen und soziokulturellen Rolle von Heideggers Denken in der islamischen Welt. An den thematisch gegliederten Panels nahmen sowohl Forschende über Heidegger von innerhalb und ausserhalb der islamischen Welt teil als auch SpezialistInnen, die selbst in irgendeiner Form Heideggers Philosophie rezipieren.
Die insgesamt 17 Konferenzbeiträge haben gezeigt, dass die Heideggerrezeption in der islamischen Welt ein vielfältiges und vielschichtiges Phänomen von internationaler geistesgeschichtlicher und sozialer Relevanz ist. Die Spannweite reicht von Heidegger-inspirierten Reinterpretationen des arabischen und persischen philosophischen Erbes über explizit islamische Lesarten von Heidegger bis hin zu Überlegungen zu einem kritischen Weiterdenken von Heideggers Vorstellungen. Die Konferenz hat auch vor Augen geführt, dass die einzelnen Zugänge zu Heideggers Philosophie kaum über die jeweiligen Landesgrenzen hinweg wahrgenommen werden. Umso mehr wurde die internationale Konferenz in Bern als wichtige Plattform für wissenschaftlichen Austausch und nachhaltige fachliche Zusammenarbeit wahrgenommen. Die Publikation der Beiträge ist noch für dieses Jahr in Vorbereitung.


C) PUBLIKATIONEN


Im Jahr 2016 erschienen wie geplant zwei Bulletins. Im Frühling ist das Heft Nr. 42 zum Thema „Philosophie“ erschienen. Im Herbst kam das Bulletin Nr.43 zum Thema „Bosnien & Herzegowina“ heraus. Aktuelle Bulletins werden gedruckt an die Mitglieder verschickt. Die Bulletins sind im Sinne des open access ab dem Erscheinen auf unserer Homepage als pdf-Dateien zum Herunterladen zugänglich. Per Ende 2016 haben wir das Layout des Bulletins mit Förderung durch die SAGW professionell neu gestalten lassen und die Druckerei gewechselt. Das Bulletin hat nun das Layout und die Druckqualität einer regulären wissenschaftlichen Zeitschrift.


INTERNATIONALE BEZIEHUNGEN
Die SGMOIK ist Mitglied der European Association of Middle Eastern Studies (EU-RAMES).

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT/INFORMATION
Die SGMOIK publiziert einen eigenen kostenlosen elektronischen Newsletter, der viermal im Jahr erscheint und weit über den Kreis der SGMOIK-Mitglieder hinaus versandt wird.
Seit November 2016 betreibt die SGMOIK auf ihrer Homepage eine Forschungs- und Netzwerkplattform, welche die früheren Fachleuteverzeichnisse ersetzt.

ADMINISTRATION
Die ordentliche Generalversammlung fand am 24. September 2016 in Bern statt.

Thomas Herzog

esense GmbH