Association

Wer sind wir und was machen wir

Die SGMOIK wurde am 10. November 1990 in Bern gegründet. Seit 1995 ist sie Mitglied der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW).

Die Mitglieder

Per August 2018 hat die Gesellschaft 168 Mitglieder. Diese sind an Schulen und Universitäten, in Redaktionen, Verlagen, Museen, der öffentlichen Verwaltung, in internationalen sowie wohltätigen Institutionen, und in der Privatwirtschaft tätig. Gemeinsam ist ihnen ein (berufliches) Interesse an der Region Westasien/Nordafrika, sowie den vielfältigen Manifestierungen des Islams in verschiedenen historischen, sozialen und politischen Kontexten. Die Gesellschaft strebt insbesondere eine Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Historiker, Sozialwissenschaftlern und Philologen an. Durch die SGMOIK-Netzwerkplattform, die Begegnung zwischen Forschenden erleichtern soll, sowie periodischen Veranstaltungen (Konferenzen, Vorträge, Debatten, Filmscreenings), organisiert durch einen multidisziplinären Vorstand, soll diesem Ziel schrittweise nähergekommen werden.

Die Mitgliedschaft erfolgt durch die Beitrittserklärung und Zahlung des jährlichen Mitgliederbeitrages (Einzelmitglieder: Fr. 60.--; Studierende, AHV/AL: Fr. 30.--; Ehepaare: Fr. 80.--). Sie berechtigt zur Teilnahme an SGMOIK-internen Veranstaltungen und zur Registrierung eines Profils auf der SGMOIK Netzwerkplattform. Sie garantiert die Zustellung des zweimal jährlich erscheinenden SGMOIK-Bulletins, sowie die digitale Information über von der SGMOIK veranstaltete Konferenzen, Debatten, Vorträge oder andere SGMOIK-Veranstaltungen. SGMOIK-Mitglieder sind ebenfalls jederzeit eingeladen, mit dem Vorstand in Kontakt zu treten, um sich aktiver ins Vereinsleben einzubringen, sei es durch Vorschläge für die Organisation von SGMOIK-Anlässen oder andere Formen der Weiterentwicklung der Gesellschaft.

Website: www.sagw.ch/sgmoik

Kontakt: sgmoik.ssmoci@gmx.ch

20 Jahre SGMOIK

Asien, der «Orient», ja, auch der Nahe und Mittlere Osten sind nicht mehr, was sie einmal waren; denn geografische Begriffe verändern als geopolitische ihre Inhalte und ihre Bedeutung.
Die Orientalisitk und die Islamwissenschaft ist nicht mehr, was sie einmal war; denn akademische Disziplinen verändern ihr Gesicht und ihre Bereiche.
Die an Westasien und Nordafrika oder den islamischen Kulturen interessierten und damit beruflich befassten Personen sind auch nicht mehr, was sie einmal waren; denn sie finden sich schon lange nicht mehr ausschliesslich im universitären Rahmen, sondern auch im diplomatischen Dienst, bei der Flüchtlingshilfe oder in NGOs, sie sind Journalisten oder Angestellte bei internationalen Organisationen.

So etwa lassen sich die Grundgedanken zusammenfassen, die vor genau zwanzig Jahren zur Gründung der Schweizerischen Gesellschaft Mittlerer Osten und Islamische Kulturen (SGMOIK) geführt haben, und aus diesen resultieren bis heute die Probleme, mit denen sich die SGMOIK konfrontiert sieht. Denn «Asien» mag zwar immer noch alle Länder östlich von Griechenland und südlich von Russland umfassen, zur Bezeichnung eines einheitlichen Studienraums ist dieser Begriff obsolet, weil Ostasien von Westasien sicher mindestens ebenso weit entfernt ist wie Westasien von Europa. Und die «Islamwissenschaft» hat längst ihre Grenzen als historisch-philologische Wissenschaft gesprengt, als die sie unsere akademischen Ahnen betrieben; doch viele der inzwischen dazu gehörigen neuen Bereiche sind in anderen Fächern/Disziplinen beheimatet, ihre Vertreter sehen sich nicht als Islamwissenschaftler.

All das rief nach einem neuen Zusammenschluss Interessierter, und der Einladung zur Gründungsversammlung am 10. November 1990 folgten über fünfzig Personen. Das Anwachsen der Gesellschaft auf rasch einmal über hundertfünfzig Mitglieder rechtfertigte die Gründung, auch wenn sich die Etablierung der SGMOIK in der inner- und ausserakademischen Welt während der folgenden Jahre als nicht immer einfach erwies. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Beispielsweise wurden nicht überall die oben genannten Veränderungen gesehen oder anerkannt, jedenfalls nicht als Rechtfertigung für eine weitere Fachgesellschaft. Auch die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) betrachtete anfänglich die SGMOIK als unnötiges Konkurrenzunternehmen zur Gesellschaft Schweiz-Asien, ihre Protagonisten als Jungtürken und liess sich erst nach einiger Zeit durch die zahlreichen Aktivitäten und die Darlegungen der Vorstandsmitglieder vom Eigenwert der neu gegründeten Organisation überzeugen.

Seit ihrer Gründung versucht die SGMOIK auf unterschiedlichen Wegen ihren zentralen Zweckartikel zu verwirklichen, der, in der neuen Fassung der Statuten vom 23. Oktober 2010, die Vermittlung von Einblicken in die islamische Welt, die Förderung und den Austausch von Erfahrungen und Wissen über den Raum Mittlerer Osten/Westasien und Nordafrika (MENA oder WANA) und seine historische, kulturelle, gesellschaftliche und politische Entwicklung vorsieht. Dabei vertrat die Gesellschaft von Anfang an einen interdisziplinären, der «area studies»-Idee verpflichteten Ansatz, der Stimmen aus der arabischen und islamischen Welt ernst nimmt und in ihrem Kontext verstehen will.

Alle zwei Jahre organisiert die SGMOIK ein internationales Kolloquium, dazwischen kleinere Treffen und Vorträge, Filmvorführungen, Lesungen und im letzten Jahr auch eine Fotoausstellung. So hat die SGMOIK 2008 eine der grössten Konferenzen zur Geschichte des modernen Irak initiiert, die viel Anklang fand. Alle sechs Monate erscheint das Bulletin, das jeweils ein Schwerpunktthema hat. Als besonders aktuell erwies sich im vergangenen Jahr dasjenige zum Thema Minarette, das jetzt auf der Webseite der SGMOIK heruntergeladen werden kann.

So floriert die SGMOIK einerseits und zeigt andererseits Erscheinungen, an denen alle Organisationen leiden, die auf die Mitarbeit von Mitgliedern bauen, zum Beispiel das Problem, Mitglieder zu finden, zu halten und zur aktiven Mitarbeit zu bewegen. Denn der Informationsbeschaffung stehen inzwischen durch das Internet neue, oft effizientere Wege zurVerfügung; der Terminkalender lässt viele mit der Region Beschäftigte eine solche Mitarbeit hintanstellen; die Umwandlung von Information in Wissen ist nicht überall ein gesuchter Zweck.

Und für die Zukunft? Bleibt die Hoffnung, dass die Zusammenarbeit zwischen Deutschschweiz und Romandie wieder intensiviert werden kann; dass weitere Personen vom Sinn eines solchen Fachzusammenschlusses überzeugt werden und als Mitglieder gewonnen werden können; dass also der Meinungsaustausch und die Kontakte unter all denen gefördert werden kann, die sich in der Schweiz für Westasien, Nordafrika und die islamische Welt (also auch die Banlieues von Paris, die Megastädte in Südostasien und die nicht mehr ganz so heile Welt von Langenthal) interessieren. 2011 will sich die SGMOIK mit einer Veranstaltung zu «Islam-Debatten: Schweiz-Europa» auch stärker in die schweizerische Diskussion einmischen.

Hartmut Fähndrich, Astrid Meier

Membership

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