Thesen zum Bildungssystem 2030 weiter entwickeln

Monday 28. September 2009

Thesen zum Bildungssystem 2030 weiter entwickeln

Rund 200 Bildungsexperten und Bildungsinteressierte haben am Donnerstag in Biel die Anforderungen an das zukünftige Bildungssystem der Schweiz intensiv diskutiert. Die Grundlage dazu bildete das Weissbuch «Zukunft Bildung Schweiz», das die Akademien der Wissenschaften Schweiz küzlich veröffentlicht haben.

Bern/Biel, 25. September 2009. Die Bildung ist eine wichtige Investition für eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft. Es ist deshalb nötig, dass sich alle Beteiligten frühzeitig mit den Anforderungen an das zukünftige Bildungssystem auseinander setzen. Darin waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Debatte «Zukunft Bildung Schweiz», zu der die Akademien der Wissenschaften Schweiz eingeladen haben, weitgehend einig. Deutlich unterschiedliche Auffassungen bestanden jedoch punkto Darstellung und zukünftiger Bedeutung der dualen und höheren Berufsbildung.

Rund 200 Bildungsexperten und Bildungsinteressierte haben am Donnerstag in Biel die Anforderungen an das zukünftige Bildungssystem der Schweiz intensiv diskutiert. Die Grundlage dazu bildete das Weissbuch «Zukunft Bildung Schweiz», das die Akademien der Wissenschaften Schweiz kürzlich veröffentlicht haben. Viele der wichtigen Akteure hatten Gelegenheit, sich öffentlich zum Weissbuch zu äussern. Für die Behörden taten dies Mauro Dell’Ambrogio (SBF), Ursula Renold (BBT) und Heinz Rhyn (EDK). Aus dem Bereich Ausbildung gaben Richard Bührer (FHNW), Willi Stadelmann (COHEP) und Beat Zemp (LCH) Stellungnahmen ab und aus der Wirtschaft Bruno Weber (Travail-Suisse), Peter Sigerist (SBG) und Hans-Ulrich Bigler (sgv). Nach einem Impulsreferat von Ernst Buschor konnten sich zudem alle Anwesenden in die Debatte einschalten und mit den Autoren des Weissbuchs diskutieren.

Diskussionspunkt höhere Bildungsabschlüsse

Die Berichterstattung in den Medien hat den Eindruck erweckt, das Weissbuch fordere die Abschaffung des dualen Bildungssystems und eine Maturitätsquote von 70%. Dem ist jedoch nicht so. Das Weissbuch stellt das duale Bildungssystem nicht grundsätzlich in Frage; es regt seine Überprüfung an, insbesondere im Hinblick auf die geforderten Schlüssel- und Mindestkompetenzen. Das Weissbuch spricht zudem von 70% Tertiärabschlüssen. Diese beinhalten gemäss Bundesamt für Statistik Abschlüsse an Hochschulen, Fachhochschulen und höheren Fachschulen sowie höhere Berufsprüfungen. Bereits heute erwerben 50–60% eines Jahrgangs einen solchen Tertiärabschluss.

In einigen Stellungnahmen wird kritisiert, dass die Berufsbildung im Weissbuch zu kurz komme. Auch für Ernst Buschor werden die höheren Berufsprüfungen zu wenig beachtet. Viele Teilnehmende der Debatte waren zudem der Meinung, dass das duale Bildungssystem eine Stärke des Schweizer Systems sei und im Ausland oft als Vorzeigemodell diene. Ursula Reinold betonte, dass die Lehrberufe laufend überarbeitet und den aktuellen Bedürfnissen angepasst werden. Auch Bruno Weber beurteilt die Berufsbildung als sehr reformfreudig, und sie werde dies auch in Zukunft bleiben.

Die Teilnehmenden konnten sich am Schluss der Debatte darauf einigen, dass das Weissbuch trotz gewissen Mängeln den Start für die Diskussion über langfristige Bildungsziele darstelle. Diese Diskussion soll breit abgestützt mit allen Anspruchsgruppen erfolgen. Die Akademien der Wissenschaften werden sich für die Weiterführung des Projektes einsetzen.
 

Kontaktadressen

Prof. Dr. Peter Suter, Präsident Akademien der Wissenschaften Schweiz
Tel. +41 (0)79 203 68 53
Email peter.suter@unige.ch

Dr. Béatrice Miller, Akademien der Wissenschaften Schweiz,
c/o SATW, Seidengasse 16, 8001 Zürich
Tel. +41 (0)44 226 50 17
Email miller@satw.ch

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