Nachwuchspreis

Friday 19. May 2017

Nachwuchspreis 2017 der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften

An ihrer Jahresversammlung verleiht die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) Julie Bernath den mit 10'000 Franken dotierten Nachwuchspreis für ihren ausgezeichnten Artikel in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „The International Journal of Transitional Justice“.

„Im Artikel gehe ich der Frage nach, wie staatsgetragene Prozesse der Vergangenheitsbewältigung mit komplexen Opfer-Täter Identitäten umgehen“, erklärt Julie Bernath. Damit thematisiert sie die aktuelle Debatte in der interdisziplinären Forschung zu Prozessen der Vergangenheitsbewältigung nach massiven Menschenrechtsverletzungen, welche auf internationaler Ebene unter dem Begriff der sogenannten „Transitional Justice“ geführt werden. Darüber gibt es noch wenige empirische Untersuchungen mit Fragen von komplexen Opfer-Täter Identitäten und welche Konsequenzen daraus in Bezug auf Fragen der gesellschaftlichen Versöhnung und der politischen Auseinandersetzung mit einer schwierigen Vergangenheit entstehen. „Anhand des Fallbeispiels des Khmer Rouge Gerichtshofes (offiziell die „Ausserordentlichen Kammern in den Gerichten Kambodschas“) untersuche ich darin, wie gleichzeitige Opfer und Täter des Khmer Rouge Regimes an den Prozessverhandlungen teilnehmen können“, berichtet Julie Bernath. „Besonders interessant an diesem Fallbeispiel ist, dass der Gerichtshof zumindest formell die Teilnahme von Opfern, die auch –Täter sind, als Nebenkläger am Gerichtshof nicht ausschliesst.“ Der Artikel entstand im Rahmen ihrer Doktorarbeit „Resistances to Transitional Justice at the Extraordinary Chambers in the Courts of Cambodia“ im Fachbereich der Politikwissenschaften.

Preisgekrönter Artikel
Bernath, Julie (2016) “Complex Political Victims in the Aftermath of Mass Atrocity: Reflections from the Khmer Rouge Tribunal”, Special Issue ‘Reconsidering Appropriate Responses to Victims of Conflict’, edited by Juan E. Méndez, The International Journal of Transitional Justice, Vol. 10 (1), pp. 46-66

Biografie
Julie Bernath ist 1987 in Berlin geboren und teilweise in Kambodscha aufgewachsen. Aus diesem Grund hat sie auch den Bürgerkrieg, welcher 1998 zu Ende ging, und die gesellschaftlichen Folgen des Khmer Rouge Regimes miterlebt. Als der Khmer Rouge Gerichtshof 2006 gegründet wurde, verfasste sie ihre Bachelorarbeit an der Universität Sussex in England über die Aussichten des Transitional Justice Prozesses in Kambodscha. Ihren Master schloss sie an der Sciences Po – Institut d’études politiques de Paris, ab. Und im Jahr 2016 wurde Bernaths Doktorarbeit mit Summa cum laude an der Universität Basel ausgezeichnet.

Weitere Informationen

Der Artikel «‘Complex Political Victims’ in the Aftermath of Mass Atrocity: Reflections on the Khmer Rouge Tribunal in Cambodia» von Julie Bernath erschien in «The International Journal of Transitional Justice», Vol. 10 (1), pp. 46-66

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