Mehrsprachigkeit 4.0

Friday 30. November 2018

Digitale Zukunft der Mehrsprachigkeit in der Schweiz

An der Veranstaltung "Mehrsprachigkeit 4.0" diskutierte das Forum Helveticum, der Verein für sprachkulturelle Verständigung, die Digitalisierung der Mehrsprachigkeit. Der erste Teil des Anlasses war eine Konferenz, die das Potenzial von maschinellen Übersetzungstools und ihre Auswirkungen auf die Schweiz diskutierte. Anschliessend wurden im Rahmen des ersten Schweizer Hackathons, der sich diesem Thema widmete, innert 24 Stunden zehn innovative Projekte in den Bereichen Verständigung und Mehrsprachigkeit entwickelt. Das Forum Helveticum wird die Weiterentwicklung von zwei dieser Projekte unterstützen.

Die halbtägige Konferenz mit mehr als 60 Teilnehmern konzentrierte sich auf die Möglichkeiten und Grenzen von Übersetzungstools, sowie deren aktuellen und zukünftigen Auswirkungen auf die mehrsprachige Schweiz. In Anwesenheit von Spezialisten für maschinelle Übersetzung (M. Kappus, ZHAW; A. Pym, University of Melbourne) und einem Anthropologen der Digitalisierung (N. Nova, HEAD-Genève) konnte das Publikum bestehende Technologien und deren Anwendungen entdecken. Eine Debatte mit drei Schweizer Persönlichkeiten (F. Fomasi, Bundeskanzlei; E. Ehrensperger, TA-Swiss; O. Tschopp, Movetia) ermöglichte es dann, die Situation in der Schweiz unter Einbezug des aktuellen Wissens- und Erfahrungsstandes zu hinterfragen - mit einem Schlüsselwort für die Zukunft: Vermittlung. Eine Zusammenfassung des Treffens und die Präsentationen der Referenten stehen auf der Website des Forum Hevleticum (FH) zur Verfügung.

Auf den Reflexionen der Konferenz aufbauend, begrüßte das FH in Kooperation mit Opendata.ch rund 40 Personen aus den verschiedensten Branchen (Informatiker, Linguisten, Designer, Studenten, Verständnisexperten etc.) zum Hackathon "Mehrsprachigkeit 4.0". Den Teilnehmenden wurden verschiedene Herausforderungen im Zusammenhang mit Mehrsprachigkeit vorgestellt, auf die sie in multidisziplinären Gruppen innert 24 Stunden innovative Antworten erarbeiteten. Bei der Abschlusspräsentation am Samstag, 24. November 2018, wurden zehn Projekte vorgestellt. Die vollständige Liste ist online auf der Website von Opendata.ch verfügbar. Gemeinsam mit einer Jury hat das FH zwei Projekte ausgewählt, die während eines halben Jahres mit einer Erstfinanzierung von CHF 2'000.-, Coaching mit Experten und Zugang zum Netzwerk des FH unterstützt werden:

"ExCHange": Plattform zur Förderung des direkten, individuellen Sprachaustausches zwischen jungen Menschen.

"Das Wörterbuch hinter dem Mauszeiger": Web-Erweiterung für Firefox, die die direkte Übersetzung eines Wortes zwischen Romanisch und Deutsch ermöglicht, indem man mit dem Mauszeiger über ein Wort fährt.
Unter der Leitung von jungen Menschen nutzen diese beiden Projekte neue Technologien, um die Verständigung in der Schweiz zu fördern und die Landessprachen zugänglicher zu machen. Die Projekte weisen ein grosses Potenzial auf und das FH freut sich, deren Realisierung unterstützen zu können.

Das Forum Helveticum, als Ort der Begegnung und des Dialogs 1968 gegründet, engagiert sich für die sprachkulturelle Verständigung zwischen den Sprachregionen in der Schweiz. In diversen Fragen in den Bereichen Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur tätig, übernimmt das Forum Aufgaben der Information, Beratung, Sensibilisierung und des Networkings.

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