AG Politische Anthropologie in der Schweiz

Die Arbeitsgruppe wurde im Jahr 2010 im Rahmen der Kritik der SEG am schweizerischen Migrationsdiskurs und an der Ausschaffungsinitiative gegründet. Erster Ausgangspunkt dieser Kampagne war die Feststellung, dass sich Ethnolog_innen nicht nur im Ausland politisch engagieren sollen, wie das oft geschieht, sondern auch in der Schweiz. Zweitens wird die Ethnologie in der Schweiz weiterhin entweder mit traditionellen, aussereuropäischen Gesellschaften oder allenfalls mit alpiner Folkloristik und Migration in Verbindung gebracht.

Die Arbeitsgruppe plädiert stattdessen dafür, dass die zeitgenössische Ethnologie angesichts der neueren Entwicklungen der Disziplin theoretische, methodische und ethische Ergänzungen für eine kritische Analyse des Politischen in der Schweiz anzubieten hat. Damit verbunden ist zwangsläufig auch eine praxisorientierte Reflexion über die Verflechtung von Wissenschaft und Politik und der Vermittlung einer zeitgenössischen Ethnologie in der Öffentlichkeit.

Ziele der Arbeitsgruppe:

  • die Förderung anthropologischer Erforschung und Kritik politischer Diskurse und Lebenswelten in der Schweiz
  • die ethische Diskussion der Verflechtung von Politik und wissenschaftlicher Praxis
  • die Entwicklung von Strategien öffentlicher Intervention als Teil wissenschaftlicher Praxis
  • die öffentliche Vermittlung einer zeitgenössischen Ethnologie in der Schweiz.

Die Arbeitsgruppe fördert diese Ziele, in dem sie Workshops und Tagungen durchführt, durch Wissenschafter_innen vernetzt, sowie durch entsprechende Kommunikationsstrategien und Interventionen.

Die Arbeitsgruppe ist ihren Zielen entsprechend inter- und transdisziplinär ausgerichtet.

Die Mitgliedschaft erfordert eine regelmässige Teilnahme an den Sitzungen und Workshops der Arbeitsgruppe. Informelles Engagement ist über den folgenden Blog möglich.

Kontakt:
Rohit Jain, Ethnologisches Seminar Zürich, rohit.jain@uzh.ch
Anne Lavanchy, LSE & University of Edinbourgh, anne.lavanchy@unine.ch

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