Familienrecht

Dienstag 23. Juni 2015 — Bern

Ehe und Partnerschaft zwischen Norm und Realität – Interdisziplinäre Tagung zur Zukunft des Schweizer Familienrechts

SAGW

Das Familienrecht sollte den aktuellen Realitäten von Familien angepasst werden. Dies wird aus verschiedenen Kreisen der Zivilgesellschaft, Politik und Wissenschaft immer deutlicher gefordert. Die SAGW greift dieses Thema auf und stellt dabei insbesondere das Ehe- und Partnerschaftsrecht in den Fokus. Die Tagung hat zum Ziel, Erkenntnisse verschiedener geistes- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen zu Recht und Wirklichkeit der Paarbeziehung in der Schweiz zu bündeln. Damit soll der interdisziplinäre Dialog zur Zukunft dieses zentralen Bereichs des Familienrechts gefördert werden.

Mit Beiträgen von Samantha Besson, Peter Breitschmid, Edouard ConteMichelle Cottier, Nicolas Favez, , Stefan HuberGabriela Riemer-KafkaDavid Rüetschi, Heidi SimoniHeidi Stutz und Eric Widmer.

Leitfragen

Block I:
Ehe und Partnerschaft in der Schweiz zwischen Wunsch und Wirklichkeit

  • Wie präsentiert sich gegenwärtig in der Schweiz die gelebte Realität der Formen des Zusammenlebens als Paar? Was wissen wir über Scheidung und Trennung? Was über das Projekt des Kinderhabens?
  • Welche Normen und Werte sind für die Bevölkerung in Bezug auf Ehe und Partnerschaften leitend?
  • Welche Modelle der Regelung von Ehe und Partnerschaft bestehen in der Schweiz und im Ausland?
  • Welche Gesetzesreformen im Bereich der familienrechtlichen Beziehungen zwischen Paaren in verschiedenen Lebensformen (Ehe, eingetragene Partnerschaft, faktische
  • Lebensgemeinschaft) sind im Gang oder geplant?

Block II:
Begründung und Halt von Partnerschaften: Psychologische Bedürfnisse und religiöse Aspekte

Was bindet und was trennt Paare? Wie können Paare unterstützt werden? Welchen Beitrag kann das Rechtssystem dazu leisten?

  • Welche Bedeutung haben die religiösen Aspekte rund um die Begründung von Ehe und Partnerschaften in der Bevölkerung?
  • Welche Bedeutung haben religiöse Aspekte?

Block III:
Private und gesamtgesellschaftliche Verantwortung: Das Verhältnis zwischen Familien-, Sozial- und Steuerrecht

  • Welche Unterstützung erhalten Paare für die Leistungen, die sie erbringen?
  • Wie ist das Verhältnis zwischen privater (Familienrecht) und gesamtgesellschaftlicher Verantwortung (Sozialrecht, Steuerrecht) in der Schweiz ausgestaltet?
  • Wo und mit welchen Konsequenzen führt die gegenwärtige Rechtslage zu einer Ungleichbehandlung von Beziehungsformen bzw. Betreuung- und Pf legegemeinschaften?
  • Welche Anreize üben die bestehenden Systeme im Familien-, Sozial- und Steuerrecht bezüglich Aufteilung der Betreuung- und Pf legearbeit in Familien aus?

Block IV:
Rolle des Staates im Familienrecht

  • Was ist die Aufgabe des Staates? Wie zurückhaltend, wie einflussreich sollte der Staat im Bereich des Familienrechts sein?
  • Kann und soll das Recht die Realität abbilden oder soll es Zielpositionen vorgeben?
  • Was sollte das Recht im Bereich Ehe und Partnerschaft regeln, was nicht?
  • Wie kann eine Regelung von Ehe und Partnerschaft der Pluralität von Werten und Normen in der Gesellschaft gerecht werden?
  • Welche normativen Prinzipien eignen sich als Grundlage für die Weiterentwicklung des Rechts der Paarbeziehungen?
  • Welche konkreten Regelungsmodelle für das Partnerschaftsrecht i.e.S. sind denkbar, die diese normativen Prinzipien verwirklichen?
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