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Donnerstag, 09. Februar 2012






Zur Einführung


Zur Einführung

Der demographische Wandel, veränderte Lebensformen und sich daraus ergebende, neue soziale Risiken und Chancen fordern das soziale Sicherungssystem der Schweiz heraus. Überdies steht das historisch gewachsene, soziale Sicherungssystem mit seiner Vielzahl von Transferleistungen unter dem Verdacht mangelnder Effizienz und Wirksamkeit. Bürgerliche Kräfte fordern Reformen und schliessen auch einen Abbau nicht aus. Linke Kräfte wehren sich dagegen und weisen auf Lücken im sozialen Netz (z.B. Ergänzungsleistungen für einkommensschwache Familien, Versicherung für Langzeitarbeitslose) hin, die zu schliessen sind. Die Diskussion über sozialpolitische Reformen im Parlament ist oft blockiert. Mehrere dem Volk unterbreitete Vorlagen erwiesen sich nicht als mehrheitsfähig.

In dieser Situation bringt die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften mit dem Netzwerk "Generationenbeziehungen" die Idee einer Generationenpolitik ins Spiel. Sie wurde im Rahmen von mehreren Werkstattgesprächen sowie Tagungen erarbeitet und schrittweise konkretisiert. Es geht zunächst um einen Vorschlag, von dem wir annehmen können, dass er ungeachtet aller politischen Interessen und Richtungen wohl konsensfähig ist. Denn die Einsicht in die Angewiesenheit und gegenseitige Verantwortlichkeit von Alt und Jung ist breit akzeptiert. Insbesondere aber veranschaulichen die Generationenbeziehungen in ihrer dynamischen Vielfalt in allen Lebensbereichen konkret die unerlässliche Zukunftsorientierung von Politik, jener des Staates ebenso wie jener nichtstaatlicher Akteure. Die Idee der Generationenpolitik steht für eine zukunftsorientierte integrative und darum konsensfähige Sichtweise der Sozial- und Gesellschaftspolitik.

Anknüpfend an Bestehendem sollen Gemeinsamkeiten unterschiedlicher Ansätze der Gesellschaftspolitik herausgearbeitet werden und Anstösse zur Verknüpfung bestehender Politikbereiche gegeben werden. Ein besonderes Augenmerk gilt der Verflechtung zwischen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Initiativen. Es geht nicht um ein weiteres Politikfeld, sondern um eine Sichtweise, die allerdings in etablierten Bereichen neue Perspektiven öffnen kann. Ausgehend von der Publikation „Auf dem Wege zu einer Generationenpolitik“ stellen wir die Frage zur Diskussion, welche Impulse und Beiträge die Generationenpolitik zur Transformation des Sozialstaates zu leisten vermag. Im Fokus steht folglich die Sozialpolitik, die im breit verstandenen Sinne der Generationenpolitik die Familien-, Bildungs-, Arbeitsmarkt-, Fiskal- und Steuerpolitik einschliesst.




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