Open Access: Vom Prinzip zur Durchfühung

Donnerstag 01. März 2007 09.00–17.30 — Hotel Bellevue, Bern

Open Access. Vom Prinzip zur Umsetzung

SAGW

Im Oktober 2003 wurde die «Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen» im Anschluss an eine Tagung der Max-Planck-Gesellschaft von wichtigen deutschen wissenschaftlichen Institutionen unterschrieben. Ziel dieser Erklärung ist der freie Zugang zu wissenschaftlich akzeptierten Quellen menschlichenWissens und des kulturellen Erbes. Dazu gehört auch die nachhaltige, transparente und interaktive Gestaltung und Nutzung des Internets mit frei verfügbaren Medien. Bisher wurde diese Erklärung von 185 Institutionen (letzter Eintrag: 9. November 2006) unterschrieben, etwa von der Universität Zürich, den Akademien der Wissenschaften Schweiz (ehemalig: Rat der Schweizerischen Akademien [CASS]), der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS), des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF), der Konferenz der Fachhochschulen Schweiz (KFH), der Schweizerischen Konferenz  der Rektorinnen und Rektoren der Pädagogischen Hochschulen (SKPH), der Eidgenössischen Technischen Hochschule
Zürich (ETH), dem Paul Scherrer Institut (PSI) sowie der Universität St. Gallen.

Die Preise für die Zeitschriftenabonnemente sind in den letzten Jahren stark angestiegen, so dass die Universitätsbibliotheken immer häufiger gezwungen werden, Abonnemente abzubestellen. Dies zieht personalintensive Dienstleistungen wie Fernleihen nach sich. Überdies sind die Universitäten zunehmend weniger bereit und in der Lage, die Publikationen ihrer Forschenden in immer teurer werdenden Wissenschaftszeitschriften für ihre Bibliotheken zurück zu kaufen. Andererseits können Forschende und AutorInnen die benötigte Forschungsliteratur nicht mehr konsultieren, weil die Sichtbarkeit wissenschaftlicher Arbeit eingeschränkt wird.

Verlage verlangen schliesslich zudem, dass AutorInnen einen grossen Teil ihrer Urheberrechte abgeben, womit ihnen weitere Publikationswege und Diffusionsmöglichkeiten verbaut werden. Die Steuerzahlenden bezahlen dreifach, um Zugang zu Forschungsergebnissen zu bekommen: für die Forschung, für die Begutachtung und für die Veröffentlichung sowie für den Rückkauf der Forschungsergebnisse. Nun sind an Schweizer Universitätsbibliotheken Projekte zu Open Access im Gange. Als Beispiele sind die digitale Bibliothek desWestschweizerischen Bibliotheksverbundes RERO DOC (http://doc.rero.ch) und der frei zugängliche Repository
der Universität Zürich ZORA mit wissenschaftlichen Beiträgen (www.zora.unizh.ch) zu erwähnen. Das Hauptziel dieser Tagung ist es, konkrete Handlungsmöglichkeiten bei der Umsetzung von Open Access aufzuzeigen. Zunächst wird über den Stand der Umsetzung von Open Access in den Geistes- und Sozial-, Medizin-, Technik- und Naturwissenschaften berichtet sowie ein Überblick zu wichtigen Projekten in Europa und in der Schweiz gegeben. In einem zweiten Schritt gilt es, die sich stellenden Herausforderungen sowie die Bedürfnisse und Probleme der verschiedenen Akteure zu identifizieren. Schliesslich werden konkrete Handlungsmöglichkeiten von Forschenden, Universitäten, Bibliotheken, Verlagen und Forschungsförderungsorganisationen zur Diskussion formuliert und gestellt. 

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