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Donnerstag, 17. Mai 2012






Zwei Auszeichnungen für junge Nachwuchsforschende und vier neue Ehrenmitglieder


02.06.2008

Zwei Auszeichnungen für junge Nachwuchsforschende und vier neue Ehrenmitglieder in der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften

Bern, 2. Juni 2008. An der diesjährigen Jahresversammlung vom 30. und 31. Mai der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) wurden zwei hervorragende Artikel von Nachwuchsforschenden mit dem Prix Jubilé prämiert. Vergeben wurde der mit Fr. 10'000.– dotierte Prix Jubilé an Marianne Koos und Jérôme David, die beide den Betrag von Fr. 5'000.– erhalten haben. Die Akademie ernannte zudem Charles Kleiber, Hans Weder, Johannes Anderegg und Ulrich Zimmerli zu neuen Ehrenmitgliedern.

 

Prix Jubilé 2008
Den Prix Jubilé 2008 erhielten Marianne Koos für ihren Artikel «Amore dolce-amaro: Giorgione und das ideale Knabenbildnis der venezianischen Renaissancemalerei », der im Marburger Jahrbuch für Kunstwissenschaft veröffentlicht wurde, und Jérôme David für seinen Artikel «Sur un texte énigmatique de Pierre Bourdieu», der in der Zeitschrift A contrario erschienen ist.

In ihrem Artikel mit monographische Aspekten über Giorgione und die ideale Repräsentation der Abbildung des junges Mannes in der venezianischen Malerei der Renaissance, kommt Dr. Marianne Koos, Assistentin am Lehrstuhl für moderne und neuzeitliche Kunstgeschichte der Universität Freiburg, durch ihre tiefgreifende Analyse zu originellen Schlussfolgerungen. Ihre Arbeit zielt darauf ab, den ikonographischen und intellektuellen Kontext des Gemäldes des Kunsthistorischen Museums mit dem Titel «Knabe mit Pfeil» in Wien zu rekonstruieren.
Die Arbeit von Frau Koos zeichnet sich aus durch die Vielfalt der Analyseebenen, durch die grosse Fülle des bearbeiteten Materials, durch die Klarheit der Ausführungen und speziell durch die stichhaltigen und wichtigen Schlussfolgerungen, zu welchen die Autorin für die Kunstgeschichte und deren Verbindungen mit der Literatur- und Mentalitätsgeschichte kommt.


Der kleine Text über ein Gedicht von Apollinaire « Automne malade » (Alcools,1912), welches Bourdieu im Jahre 2005 veröffentlichte, verstösst gegen alle vom Soziologen in zahlreichen früheren Werken festgelegten Methodenregeln; der Text erfüllt zudem nicht die Minimalanforderungen einer literarischen Interpretation und wurde seit seinem Erscheinen weitläufig ignoriert. Es war dieses Rätsel, die Durchmischung von Literatur und Sozialwissenschaften, das emotionale Durcheinander, welches die Aufmerksamkeit von Jérôme David, Oberassistent für Romanistik an der Universität Lausanne, auf sich zog.

Die Interpretation von Herrn David ist gewagt. Schon nur die Wahrnehmung dieses Artikels von Bourdieu und das Gespür für seine Bedeutung zeugen von einer umfassenden Kenntnis des Werkes Bourdieus und seiner Kommentatoren, sowie von einer grossen intellektuellen Autonomie bezüglich des Werkes eines geschätzten und andernorts so einflussreichen Gelehrten. Der Preisträger setzte sich eingehend und scharfsinnig mit dem Thema auseinander und beweist durchdringende Intelligenz und viel Eleganz.

Der mit Fr. 10'000.– dotierte Prix Jubilé wurde anlässlich des 50jährigen Jubiläums der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften im Jahr 1996 erstmals verliehen und hat die Förderung des human- und sozialwissenschaftlichen Nachwuchses zum Ziel. Mit dem Preis wird einmal jährlich eine junge Forscherin oder ein junger Forscher für einen qualitativ hochstehenden Artikel ausgezeichnet, der in einer Fachzeitschrift publiziert worden ist.

Neue Ehrenmitglieder

Die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften ernannte anlässlich ihrer Jahresversammlung vier neue Ehrenmitglieder:
Dr. Charles Kleiber, ehemaliger Staatssekretär für Bildung und Forschung, weil er die SAGW bewegt, gefordert und herausgefordert hat und damit wesentliche Impulse zur Reform und zur Entwicklung des gesamten Akademiebereichs geleistet hat. Prof. Dr. Hans Weder, Rektor der Universität Zürich, und Prof. Dr. Johannes Anderegg, ehemaliger Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität St. Gallen, beide für den massgeblichen Beitrag zur Neuübersetzung der Zürcher Bibel, mit welcher sie eine für die Gesamtheit der Geisteswissenschaften wie für deren Ansehen in der Öffentlichkeit herausragende Leistung erbracht haben. Prof. Dr. Ulrich Zimmerli, ehemaliger Professor für öffentliches Recht und Verwaltungsrecht an der Universität Bern und langjähriger Quästor der SAGW, in Anerkennung seines hohen persönlichen Engagements und mit Dank für seinen klugen Rat sowie seine stets diskrete, enge Begleitung aller herausfordernden Geschäfte.




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Fax.: ++41 31 313 14 50
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