Newsletter Dezember 2018 – SAGW

SAGW – ASSH

Die SAGW informiert über Twitter (https://twitter.com/SAGW_CH) und stellt Meinungen im SAGW-Blog (www.sagw.ch/blog) zur Diskussion.

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Neue Publikation «Transnationale Schweizer Nationalgeschichte»
André Holenstein, Professor für Schweizer Geschichte an der Universität Bern, widmet sich in dieser Publikation dem Narrativ einer Schweizer Verflechtungsgeschichte. Ist eine transnationale Nationalgeschichte ein Widerspruch in sich? Oder stellt sie eine perspektivische Erweiterung für die Schweizer Geschichte dar? Holenstein plädiert für Zweiteres. Die Schweizer Nationalgeschichte wird so zu einer komplexen Beziehungsgeschichte zwischen der Schweiz und ihrem europäischen Umfeld, geprägt von der Spannung zwischen wirtschaftlicher Verflechtung und mentaler und bisweilen auch politischer Abgrenzung. Der Blick richtet sich aber auch auf die historischen Verflechtungen innerhalb der Eidgenossenschaft: Die moderne Schweiz erscheint hier nicht mehr als teleologischer Prozess, der von den drei Urkantonen direkt in die Bundesstaatsgründung von 1848 mündete, sondern als «Geschichte einer zwar erfolgreichen, im Grunde aber sehr unwahrscheinlichen Integration» von vielen ungleichen miteinander rivalisierenden Gebilden.
Die Publikation ist aus einem Vortrag entstanden, den André Holenstein im Februar 2017 anlässlich einer Vorstandssitzung der SAGW hielt. Sie erscheint in der Reihe Swiss Academies Communications.
Holenstein, André (2018): «Transnationale Schweizer Nationalgeschichte: Widerspruch in sich oder Erweiterung der Perspektiven?» (Swiss Academies Communications 13,6). DOI: doi.org/10.5281/zenodo.1438335.


Rätoromanisches Wörterbuch ist online

Anfang Dezember ging das rätoromanische Wörterbuch «Dicziunari Rumantsch Grischun» (DRG) online. Nach dem «Schweizerischen Idiotikon» und dem «Glossaire des patois de la Suisse romande» ist es das dritte nationale Wörterbuch, das nun im Internet frei zur Verfügung steht. Als Grundlage für die Online-Version mussten die ersten 13 Bände des Wörterbuchs (alphabetische Bereiche «A» bis «Medg») retrodigitalisiert werden. Dies geschah in einem chinesischen Erfassungsbüro in Nanjing. Dort tippten Datentypistinnen, obschon weder mit der rätoromanischen noch mit der deutschen Sprache vertraut, die 13 Bände des DRG ab, Wort für Wort, Seite für Seite, inklusive aller typografischer Merkmale wie Kursivierung oder Hoch- und Tiefstellung. Die Datentypistinnen in Nanjing garantieren eine Genauigkeit von 99,97% und sind somit viel weniger fehleranfällig als moderne Texterkennungsprogramme. Nach Bearbeitungsschritten steht das DRG nun seit dem 7. Dezember online frei zur Verfügung. So ist aus einem Wörterbuchprojekt mit Ursprung im frühen 20. Jahrhundert nun eine digitale Infrastruktur des 21. Jahrhunderts geworden.

Das Online-Wörterbuch finden Sie hier: online.drg.ch/

Das rätoromanische Fernsehen erstellte zum Projekt eine 25-minütige Dokumentation. Sie finden das Video (mit deutschen Untertiteln) hier:
https://www.rtr.ch/play/tv/cuntrasts/video/made-in-china---mit-deutschen-untertiteln?id=9f6fade9-dcb5-4404-92ef-5b7eb8d752ad&station=12fb886e-b7aa-4e55-beb2-45dbc619f3c4


Le Dictionnaire historique de la Suisse : vers un avenir entièrement numérique
En 1998 déjà, soit trois ans avant Wikipedia et avant même le début de la publication de l’édition imprimée, le Dictionaire historique de la Suisse (DHS) a publié sa première version en ligne. Celle-ci se développa par la suite à un rythme plus soutenu que sa version papier et poursuivit sa croissance après l’achèvement de celle-ci en 2014. Et, à présent, après une période de quatre ans de conception et de réalization, le DHS franchit un nouveau pas en direction d’un avenir entièrement numérique. Le nouveau site du DHS est bien davantage que l’ancien habillé de neuf. L’indexation des quelque 36'000 articles existants est à la base des différentes fonctions de recherche et offre désormais de nouveaux accès aux articles, par catégories d’articles, thèmes, périodes ou espaces géographiques.

Vous pouvez découvrir la version bêta du nouveau DHS ici :
https://beta.hls-dhs-dss.ch/


Abschluss Edition der Schriften Isaak Iselins

Der Basler Philosoph Isaak Iselin (1728-1782) war eine markante Figur der Schweizer Aufklärung und ein führender Publizist seiner Zeit. Er war Geschichtsphilosoph, Theoretiker der Ethnologie und Verfasser eines reichen Schrifttums, in dem er sich mit ethischen, politischen, sozialen und pädagogischen Fragen beschäftigte. Einige seiner Hauptwerke blieben bislang unveröffentlicht. Dieses Manko wurde in den letzten Jahren behoben. Seine gesammelten Schriften sind nun in einer kommentierten Edition greifbar. Vor wenigen Wochen erschien der vierte und letzte Band der Edition mit Iselins Schriften zur «Geschichte der Menscheit». Ein von der SAGW 2010 ins Leben gerufenes Kuratorium hatte das Editionsprojekt unterstützt.

Wenn Sie mehr zu Leben, Werk und Rezeption von Isaak Iselin erfahren wollen, lesen Sie den Beitrag «Isaak Iselin : entre destin contrarié et oeuvre d’envergure» von Fabienne Jan im SAGW-Blog:
wissenschaftskultur.blogspot.com/2018/12/isaak-iselin-entre-destin-contrarie-et.html


Prix Relève ASSH 2019
Le délai de candidature pour l'édition 2019 du Prix de la Relève ASSH a expiré le 1er décembre 2018. Au total, 134 jeunes chercheuses et chercheurs ont envoyé une candidature jugée recevable pour le prix. À partir de cette édition, le prix est divisé en trois sous-prix respectivement décernés à une lauréate ou un lauréat : le Prix Relève or (CHF 10'000.-), le Prix Relève argent (CHF 5’000.-) et le Prix Relève bronze (CHF 3'000.-). Les lauréat-e-s seront sélectionné-e-s par un jury de dix membres et la remise des prix aura lieu le 25 mai 2019 lors de l’assemblée annuelle de l’ASSH à Berne.

Pour plusieurs d’information cliquez ici :
http://www.sagw.ch/de/sagw/foerderung/preise/nachwuchspreis.html


Podiumsdiskussion «Qualität, Quantität und Erfolg in der Wissenschaft»
15. Januar 2019, 12.15 Uhr
Haus der Akademien, Bern

Seit rund 20 Jahren und dem New Science Regime bestimmen der Wettbewerb und die Leistungsmessung die wissenschaftliche Praxis. In diesem Verfahren zählt vor allem, was sich zählen lässt: viele Publikationen und viele Zitierungen. Macht dies Sinn? Und wie liesse sich wissenschaftlicher Erfolg vielleicht auch anders messen? Im Rahmen der «Science at Noon»-Reihe der Akademien der Wissenschaften Schweiz diskutieren am 15. Januar im Haus der Akademien hochkarätige Gäste: Matthias Egger (Präsident des Nationalen Forschungsrates des SNF), Gerd Folkers (Präsident des Schweizerischen Wissenschaftsrats) und Luciana Vaccaro (swissuniversities). Moderiert wird die Veranstaltung von Antonio Loprieno (Präsident der Akademien der Wissenschaften Schweiz). Die Veranstaltung ist kostenlos und steht allen Interessierten offen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter:
http://www.akademien-schweiz.ch/index/Aktuell/Science-at-Noon.html

Die SAGW beschäftigt sich schon länger mit der Frage, wie Wissenschaft sinnvoll evaluiert werden kann. Im Oktober veröffentlichte sie eine neue Publikation zum Thema:
Marlene Iseli, Markus Zürcher (2018): Zur Diskussion: Qualität vor Quantität (Swiss Academies Communications 13,5). DOI: doi.org/10.5281/zenodo.1409674.

Lesen Sie zum Thema auch:
«Wie Wissenschaftler ihren Erfolg neu definieren»
Artikel von Celia Luterbacher
17. Dezember – swissinfo.ch
https://www.swissinfo.ch/ger/veroeffentlichen-oder-untergehen_wie-wissenschaftler-ihren-erfolg-neu-definieren/44619306

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