Nachwuchspreis 2014

Montag 02. Juni 2014

Nachwuchspreis 2014 der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften verliehen

An ihrer Jahresversammlung vom 23./24. Mai verlieh die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) Dr. Jan Rosset, Dr. Nathalie Giger und Dr. Julian Bernauer den mit 10'000 Franken dotierten Nachwuchspreis für ihren gemeinsam verfassten Artikel von herausragender wissenschaftlicher Qualität.

Im Artikel «More Money, Fewer Problems? Cross-Level Effects of Economic Deprivation on Political Representation» der drei Post-Docs Jan Rosset, Nathalie Giger und Julian Bernauer geht es um das aktuelle Thema der Auswirkungen sozio-ökonomischer Ungleichheit auf die politische Partizipation. Die ausgezeichnete Arbeit erschien im vergangenen Jahr in der Zeitschrift West European Politics, einem der international führenden Journals in der Politikwissenschaft.

Politik – nur etwas für Wohlhabende?
In ihrem Beitrag sprechen die Nachwuchsforschenden gleich zwei gesellschaftspolitische Herausforderungen an: die wachsenden Einkommensdifferenzen beziehungsweise das Wohlstandsgefälle in westlichen Gesellschaften einerseits und die Funktionsweise der Demokratie andererseits. Die Autoren präsentieren eine sehr differenzierte vergleichende Analyse zum Zusammenhang von politischer Repräsentation und ökonomischer Ungleichheit, konkret zum Phänomen, dass weniger wohlhabende Gesellschaftsschichten weniger Ressourcen haben, ihre Anliegen in die Politik zu tragen und sich seltener an Wahlen beteiligen oder politisch engagieren.

Exzellente Studie mit Pioniercharakter
Der methodische Aufbau und die Durchführung ihrer Studie – die in ihrer komparatistischen Ausrichtung Pioniercharakter hat – entsprechen den höchsten Ansprüchen aktueller quantitativer Sozialforschung. Die Autoren öffnen mit ihrem Artikel produktive Perspektiven auf weitere Forschungsfragen, und ihre überzeugend und transparent herausgearbeiteten Resultate lenken die Aufmerksamkeit auf die bedenklichen Folgen einer wachsenden Wohlstandsschere für das Funktionieren von Demokratien. Der Aufsatz sei ein «überaus gelungenes Beispiel einer interuniversitären und Sprachgrenzen überschreitenden Koproduktion» hob die Jury zudem lobend hervor. Die drei Nachwuchsforschenden «verkörpern so gleichsam eine universitäre ‚suisse miniature’ und belegen mit ihrer Zusammenarbeit auf vorbildliche Weise ihre Fähigkeit, ihre Expertise miteinander zu teilen und sich gemeinsam auf eine Forschungsfrage einzulassen.»

Biographien

Dr. Jan Rosset (*1983) studierte Geographie, Geschichte und Sozialwissenschaften an der Universität Lausanne. 2013 schloss er dort seine Dissertation «Representation in Switzerland: Democratic or Plutocratic?» ab. Seit September 2013 ist er Senior Researcher beim Schweizerischen Kompetenzzentrum für die Sozialwissenschaften FORS, wo er für die Langzeitstudie Schweizer Haushalt Panel tätig ist.

Dr. Nathalie Giger (*1980) studierte Politikwissenschaft in Bern und Maastricht (NL). 2009 schloss sie ihre Dissertation zu den politischen Auswirkungen von Wohlfahrtsstaatsabbau im internationalen Vergleich ab. Seit September 2013 ist sie SNF-Ambizione Stipendiantin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich. Ab August 2014 wird sie in Genf eine Assistenzprofessur für politisches Verhalten (comportment politique) antreten.

Dr. Julian Bernauer (*1981) studierte Verwaltungswissenschaften mit politikwissenschaftlichem Schwerpunkt an der Universität Konstanz. 2012 schloss er seine Dissertation zur deskriptiven parlamentarischen Repräsentation ethnischer Minderheiten in Mittel- und Osteuropa ab. Seit Januar 2012 ist er Oberassistent am Lehrstuhl für Schweizer Politik an der Universität Bern.

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Weitere Informationen

Der Artikel von Nathalie Giger, Jan Rosset und Julian Bernauer «More Money, Fewer Problems. Cross-Level Effects of Economic Deprivation on Political Representation» erschien in West European Politics 36: 4.

L Link zum Artikel «More Money, Fewer Problems? Cross-Level Effects of Economic Deprivation on Political Representation»
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