Michael Hagner, NZZ, 10. Februar 2017

Freitag 10. Februar 2017

«Nehmt die Geisteswissenschaften wieder ernst!»

Michael Hagner, Professor für Wissenschaftsforschung an der ETH Zürich, kritisiert in seinem Artikel (NZZ, 10.02.17) die Ökonomisierung der Wissenschaft und die gegenseitige Ignoranz von Geistes- und Naturwissenschaften.

Die Ausrichtung auf den ökonomischen Nutzen der Wissenschaft ist riskant. Es ist durchaus legitim, sich von der Wissenschaft Lösungen für Probleme zu erhoffen, aber das alleine reicht nicht. Die Demokratie braucht kritische Denker, Kontroversen, Diskussion. Das ist die Basis für mündige, verantwortungsvolle Bürger.
Ausgerechnet in den USA droht nun ein Angriff auf die wissenschaftliche Unabhängigkeit und Freiheit. Eine wichtige Förderquelle der Geisteswissenschaften droht aufgelöst zu werden, der Klimawandel wird abgestritten. «Die einen haben Fakten, die anderen haben alternative Fakten. Wen kümmert’s, wenn man die Macht hat, seine Sichtweise mit Gewalt durchzusetzen.» Es trifft die Geistes- und Naturwissenschaften gleichermassen. Höchste Zeit, dass die Wissenschaften zusammenhalten. Die Auseinandersetzung zwischen den wissenschaftlichen Kulturen ist nicht fruchtbar. «Es geht vielmehr um Wissenschaft und Demokratie gegen Fundamentalismus und Barbarei.»

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