Juliane Vogel

« Ich trete umgeben auf: Figur und Grund in Goethes Dramen »

Juliane Vogel, Konstanz

Abstract
Der Vortrag behandelt Relationen von Figur und Grund in  Goethes Weimarer Dramen. Ausgangspunkt ist die These, daß Goethe das dramatische Potential des ‹ Grundes › entdeckt und in der doppelten Bedeutung von Malgrund und Hintergrund in seine dramatischen Anordnungen einbezieht. In diesem Zusammenhang sollen die Prozesse reflektiert werden, die die Konturierung einer dramatischen Figur vor einer zumeist unbestimmten und oftmals bedrohlichen Hintergrundswelt ermöglichen und zugleich unterlaufen. Am Beispiel  des « Torquato Tasso » und der « Iphigenie auf Tauris » ist zu zeigen, in welcher Weise ‹ Gründe › und ‹ Umgebungen › im Prozeß der dramatischen, visuellen und bewegungstechnischen Figuration aktiviert werden und welche semantischen Besetzungen sie in Goethes Texten erfahren. Ziel ist die zunehmende Problematisierung figuraler Autonomie im Gattungskontext des klassizistischen Dramas, das an dieser Stelle Konstellationen einer modernen Dramaturgie vorwegnimmt.

Bio-Biblio
Professorin für Neuere Deutsche Literatur und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Forschungsschwerpunkte: Literatur der Jahrhundertwende, österreichische Gegenwartsliteratur, Montage, Grundlagen europäischer Dramaturgie, aktuelles Forschungsprojekt « Kulturelle Poetiken des Auftretens » im Konstanzer Exzellenzcluster (mit D. Levin und C. Wild). Neuere Publikationen: Elisabeth von Österreich. Momente aus dem Leben einer Kunstfigur, Frankfurt/M. 1992/1998; Die Furie und das Gesetz. Zur Dramaturgie der ‹ großen Szene › in der Tragödie des 19. Jahrhunderts, Freiburg/Br. 2002; mit W. Ullrich (hg.), Weiß. Ein Grundkurs, Frankfurt/M. 2003.

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